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Informationstechnik im Gesundheitswesen

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Vorteile weit über die Gesundheitskarte hinaus


Stuttgart – Das Gesundheitswesen öffnet sich der Informationstechnik (IT). Nicht nur das Thema elektronische Gesundheitskarte rückt hier ins Blickfeld. Neben dem für 2006 versprochenen – aber wohl nicht kommenden - Patientenschein rücken Dokumentationssysteme, Datenaustausch und Telemedizin im Blickfeld. Moderne Informationstechnologie könnte für viele Krankenhäuser in Deutschland sogar überlebenswichtig werden. Denn jeder dritten Klinik in Deutschland drohe das Aus, wenn sie nicht die Ausgaben senke oder die Arbeitsabläufe verändert. Das ist das Ergebnis einer McKinsey-Studie.

Die Umstellung auf einheitliche Honorare sei die Hauptursache für die schwierigen Zeiten für die Krankenhäuser, so die Studie. Ab dem Jahr 2009 sollen alle Kliniken für jede Behandlung eine bundesweit einheitliche Bezahlung bekommen. So wird dann beispielsweise eine Blinddarmoperation nicht mehr anhand der Behandlungsdauer eines Patienten sondern überall zum jeweils gleichen Preis. Dieses System bringe viele Kliniken gehörig unter Druck. Bis 2009 müssten die deutschen Krankenhäuser rund fünf Milliarden Euro einsparen. „Die IT bietet den Krankenhäusern zahlreiche Möglichkeiten, um beispielsweise die Vernetzung einzelner Kliniken untereinander zu verbessern“, sagt Helmut Reisinger, Geschäftsführer des Stuttgarter ITK-Dienstleisters NextiraOne http://www.nextiraone.de. Denn, so ein Fazit der McKinsey-Studie, die besten Zukunftschancen besäßen spezialisierte kleine Kliniken sowie solche mit breitem Leistungsspektrum, die Teil eines Klinikverbundes sind. Die Studie beruht auf einer Analyse von 1600 Kliniken, von denen 600 zu den Verlierern des neuen Preissystems zu werden drohen. „Ab 2009 werden 15 bis 20 Prozent der Krankenhäuser verschwinden – und die dazugehörigen Arbeitsplätze“, so Elmar Willebrand, Geschäftsführer des Klinikkonzerns Asklepios http://www.asklepios.com.

Doch nicht nur die Krankenhäuser ließen sich untereinander besser vernetzen. Es wäre auch deutlich leichter, den nach der Behandlung einsetzenden Pflegedienst per IT in diesen Prozess mit einzubinden. Das Thema Telemonitoring chronisch kranker Patienten wird für niedergelassene Ärzte zunehmend relevant. Das ist beim Internistenkongreß in Wiesbaden deutlich geworden. Professor Harald Korb, Ärztlicher Direktor der Düsseldorfer Personal HealthCare Telemedicine Services GmbH (PHTS) http://www.phts.de stellte ein kardiologisches Telemonitoring-Programm vor, in dem bundesweit etwa 15 000 Patienten über lokale Netze betreut werden. Teilnehmer übermitteln in festen Abständen per Telefon Vitalparameter wie Gewicht, Blutdruck oder Sauerstoffsättigung. Werden individuell festgelegte Grenzwerte über- oder unterschritten, wird Alarm ausgelöst, und das Zentrum in Düsseldorf, in dem alle Daten zusammenlaufen, leitet umgehend Maßnahmen ein. In einer Studie mit knapp 500 Herzinsuffizienz-Patienten, von denen die Hälfte telemedizinisch betreut wurde, die andere Hälfte nicht, verringerte sich in der Telemedizin-Gruppe die Hospitalisierungsrate um 55 Prozent, die Liegedauer im Krankenhaus um 60 Prozent und die Anzahl der Arztkontakte um etwa 70 Prozent, berichtete Korb. Nach Berechnungen der Techniker Krankenkasse http://www.tk-online.de bedeute dies eine Reduktion der Gesamtkosten für die medizinische Versorgung von heute 6000 Euro auf etwa 3000 Euro pro Patient und Halbjahr.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit von Informationstechnik im Gesundheitswesen sind computerbasierte Medikationssysteme. Ähnlichkeiten bei Medikamenten-Namen, teilweise nur geringe äußerliche Unterschiede sowie die oft nur schwer entzifferbare Handschriften von Ärzten auf Rezepten sind Gründe für Fehler in der Medikation. „Durch Einsatz von Computern in diesem Feld ließe sich die Fehlerquote um ein Vielfaches reduzieren“, so Reisinger. Nicht zuletzt bietet sich den Krankenhäusern mittels IT die Möglichkeit, dem Patienten den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten und ihn nicht nur mit TV, Radio und Telefon, sondern auch mit einem Internetanschluss zu versorgen.

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