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Anwälte leiden unter hohen Forderungsausfällen

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(Essen – 10.05.2006) – Rechtsanwälte gehen davon aus, dass sie 8% ihrer Vergütungsforderungen gegenüber Mandanten nicht realisieren können und als Verlust verbuchen müssen. Dies hat eine Befragung von mehr als 1.000 Rechtsanwälten durch das Essener Soldan Institut für Anwaltmanagement ergeben. Der Anteil der Forderungsausfälle am Gesamtumsatz ist in der Anwaltschaft damit mehr als viermal so hoch wie bei mittelständischen Unternehmen. Für diese hat Creditreform in einer vergleichbaren Studie einen Wert von 1,9% ermittelt. Rechtsanwälte, die mit Hilfe eines kanzleiinternen Rechnungswesen professionelle Liquiditätssteuerung betreiben (rund 7% der Befragten), müssen immerhin noch 5% Forderungsausfälle verbuchen.

Das Problem nicht beglichener Vergütungsforderungen nimmt mit geringer werdendem Jahresumsatz, höherem Anteil an Verbrauchern als Mandanten und abnehmender Kanzleigröße stark zu. Dr. Matthias Kilian, Vorstand des Soldan Instituts: „Forderungsausfälle sind ein Problem insbesondere der Kleinkanzleien. In Einzelkanzleien ist der Anteil der Forderungsausfälle fast doppelt so hoch wie in Kanzleien mit 11 oder mehr Anwälten. Berücksichtigt man, dass in Kleinkanzleien nach unserer Studie fast ein Drittel der Mandate von solventen Rechtsschutzversicherungen finanziert wird und dort trotzdem rund 10% des Umsatzes ausfallen, wird die schwierige Lage der Kleinkanzleien deutlich. Sie erbringen aufgrund der hohen Quote unvergütet bleibender Rechtsdienstleistungen faktisch ein Sonderopfer bei der Gewährleistung des Zugangs der Bevölkerung zum Recht.“

In der gewerblichen Wirtschaft gilt als Faustregel, dass bereits Forderungsausfälle von mehr als einem Prozent für ein Unternehmen problematisch sind. Von den befragten Rechtsanwälten geben 60% (Kanzleien mit Rechnungswesen) bzw. 91% (schätzende Anwälte) an, Forderungsverluste in dieser Höhe zu erleiden. Zum Vergleich: 28% aller Dienstleistungsunternehmen, 25% aller Handwerksbetriebe und 33% aller Bauunternehmen beklagen Forderungsverluste von mehr als 1% ihres Jahresumsatzes. „Legt man diesen Schwellenwert zu Grunde, geht es den Rechtsanwälten in Sachen Forderungsausfällen deutlich schlechter als der gemeinhin als Krisenbranche eingestuften Bauwirtschaft“, so Kilian.
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Hinweis für die Redaktionen: Die Gesamtstudie „Vergütungsvereinbarungen deutscher Rechtsanwälte: Eine empirische Analyse“ erscheint Ende Mai 2006 im Anwaltverlag in Buchform (ISBN 3-8240-5402-7, 15,- EUR) erscheinen. Einzelergebnisse der Untersuchung werden vorab im Anwaltsblatt präsentiert. Der ausführliche Bericht zu den Forderungsausfällen in der Anwaltschaft findet sich im Maiheft des Anwaltsblattes 2006.

Pressekontakt:
GBS - Grosse Business Service
Die Publicity Experten
Dr. Alfried Große
Am Ruhrstein 37 c
45133 Essen
Tel.: 0201 8 41 95 94
Fax: 0201 8 41 95 50
ag@gbs2004.de


Über das Institut: Das Soldan Institut für Anwaltmanagement e.V. wurde 2002 als gemeinnützige und unabhängige Forschungseinrichtung gegründet. Ziel des Instituts ist die Erforschung der Strukturentwicklung der Anwaltschaft und der sich hieraus ergebenden Bedingungen für ein erfolgreiches und zukunftsorientiertes Management von Anwaltskanzleien. Das Institut betreibt eigene empirische Anwaltsforschung, deren Ergebnisse Rechtsanwälten, Institutionen der deutschen Anwaltschaft, politischen Entscheidungsträgern, Wissenschaftlern und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Vorstände des Instituts sind Prof. Dr. Christoph Hommerich, RA Dr. Matthias Kilian und Dipl.-Kfm. René Dreske. Das Institut wird finanziell von der Hans Soldan Stiftung unterstützt.




Web: http://www.soldaninstitut.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Alfried Große, verantwortlich.

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