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Firmenpleiten mit deutschem Insolvenzrecht abwendbar

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Handelsblatt-Jahrestagung diskutierte über Restrukturierung


Frankfurt am Main - 37.900 Betriebe mussten im vergangenen Jahr nach Angaben von Creditreform Insolvenz anmelden, für das Jahr 2006 werden weitere 36.000 bis 38.000 Firmenpleiten erwartet. Die Handelsblatt-Jahrestagung „Restrukturierung 2006“ http://vhb.handelsblatt.com/pr-restrukturierung in Frankfurt am Main thematisierte am Beispiel der öffentlich diskutierten Restrukturierungsfälle von AgfaPhoto, Ihr Platz, Senator Entertainment und KarstadtQuelle die Möglichkeiten der Sanierung und Abwicklung eines Unternehmens innerhalb und außerhalb einer Insolvenz. Wirtschafts- und Rechtsexperten machten deutlich, dass das reformierte Insolvenzrecht in Deutschland sehr viele Möglichkeiten der Krisenbewältigung bietet, die denen des amerikanischen Rechts nicht nachstehen. So musste zwar der Berliner Filmkonzern Senator vor zwei Jahren Insolvenz anmelden, konnte aber im Kern gerettet werden. „In der Insolvenz konnten wir Senator sanieren. Heute ist das Unternehmen gestärkt und erwartet für 2006 sogar einen Gewinn“, so der Berliner Rechtsanwalt und Notar Rolf Rattunde von Leonhardt & Partner http://www.leonhardt-und-partner.de.

Erstmals konnte man eine börsennotierte Gesellschaft in Insolvenz über eine Kapitalerhöhung mit der Ausgabe neuer Aktien sanieren. „Grundlage unseres Konzepts war ein Insolvenzplan, den die Gläubiger im September 2004 einstimmig angenommen haben. In Abstimmung mit dem Management haben wir darin unter anderem einen Kapitalschnitt vorgeschlagen. In zwei Hauptversammlungen wurde das Grundkapital von 34 zunächst auf 3,4 Millionen Euro herabgesetzt. Über die Ausgabe neuer Anteile gegen frisches Geld wurde es anschließend auf 13,8 Millionen und später noch durch eine Sacheinlage auf 19 Millionen Euro aufgestockt. Im Unterschied zu insolventen Aktiengesellschaften wie Walter Bau verschwand Senator nicht vom Kurszettel, und kein Aktionär wurde enteignet. Der Kapitalschnitt ist zwar schmerzlich für die Aktionäre. Aber sie bleiben Eigentümer und sind damit am Gewinn beteiligt. Die neuen Aktien fielen nie unter den Ausgabekurs und konnten sich im Wert sogar vervierfachen“, sagte Sanierungsfachmann Rattunde.

So sei es sogar möglich gewesen, während der Insolvenz uneinbringbare Kredite in großem Stil zu veräußern. Das Bankenkonsortium verkaufte sie an die Deutsche Bank London, die damit Gläubigerin wurde. Internationale Finanzinvestoren erwarben sie und verkauften sie zu höheren Preisen weiter. Nach britischem Vorbild wurden zudem Forderungen in Anteile umgewandelt. „Dieser sogenannte ‚Dept Equity Swap’ wurde bisher nur in angelsächsischen Ländern zur Sanierung insolventer Firmen eingesetzt. Die Entschuldung gelang durch den Einsatz mehrerer Instrumente und Methoden: die Kapitalmaßnahmen, der Verkauf von Vermögenswerten außerhalb des Kerngeschäfts und Verzichte bei Aktionären, Gläubigern und Mitarbeitern“, erklärte Rattunde.

Das Beispiel Senator zeige, dass man insolvente Konzerne auch in Deutschland mit den bestehenden rechtlichen Möglichkeiten sanieren könne. Noch allerdings seien Insolvenzpläne zur Rettung von Unternehmen selten. „Die meisten Verwalter und Insolvenzgerichte sind solche Pläne nicht gewohnt. Das Insolvenzplanrecht hat Schwächen, trotzdem bietet es viele Chancen, um Unternehmen jeder Größenordnung zu sanieren“, führte Rattunde weiter aus. Entscheidend sei allerdings ein interdisziplinärer Ansatz. Gerichte, Insolvenzverwalter, Sanierungsberater, Finanz- und Personalexperten müssten zusammen wirken, um ein Unternehmen wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Darauf verwies Michael F. Keppel von der Alvarez & Marsal Deutschland GmbH http://www.alvarezandmarsaleurope.com in seinem Vortrag. „Die Rettung der Drogeriemarktkette ‚Ihr Platz’ ist uns mit Spezialisten aus unterschiedlichen Fachgebieten gelungen. Das Insolvenzverfahren wirkte als Beschleuniger bei der Sanierung. Wir konnten uns von Altlasten wie Mietverträge befreien, unrentable Filialen schließen und intern die nötigen Bereinigungen vornehmen“, betonte Keppel.

Bei AgfaPhoto sei es zumindest gelungen, werthaltige Teile des Unternehmens zu verkaufen. „Die AgfaPhoto-Holding wurde von der Insolvenz kalt erwischt. Die Geschäfte mit einem guten Deckungsbeitrag wie die Produktion von Fotochemikalien, der Wartungsservice und Ersatzteile für die Minilabs konnten durch Veräußerung gerettet werden“, so Rechtsanwalt Hans-Gerd H. Jauch von der Kanzlei Görg http://www.goerg.de . So übernahm die mittelständische a & o-Gruppe http://www.ao-services.de Teile von AgfaPhoto, rettete das Chemiewerk in Vaihingen/Enz und baut das Wartungs-, Ersatzteil- und Servicegeschäft für die digitalen Minilabs international aus.

Onlinemagazin NeueNachricht http://www.ne-na.de.


Web: http://www.ne-na.de


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