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Methusalem und die Sitzheizung der Harley-Davidson

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Eine alternde Gesellschaft ist kein Grund zur Hysterie


Bonn/Düsseldorf – Das Problem hoher Arbeitslosigkeit bei älteren Arbeitnehmern wird auch in Zukunft bestehen bleiben. Daher gibt eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) http://www.iab.de zu bedenken, dass bei der Rente mit 67 soziale Härten vermieden werden sollten. Der Geburtenrückgang, die steigende Lebenserwartung, die bessere gesundheitliche Versorgung und die wachsende Leistungsfähigkeit Älterer sowie der drohende Fachkräftemangel sprächen zwar eindeutig für eine längere Lebensarbeitszeit. Doch auf der anderen Seite gebe es ungelöste Arbeitsmarktprobleme, soziale Härten bis hin zur Altersarmut und die eher geringen finanziellen Entlastungseffekte für die Rentenkassen.

Trotz einer leichten Verbesserung in den vergangenen Jahren liege die Arbeitslosigkeit bei den 50- bis unter 65-jährigen noch bei 18 Prozent. Es sei fraglich, ob sie die Arbeitsmarktlage bis zum „Wirksamwerden der Altergrenzenanhebung so grundlegend verbessern wird, dass tatsächlich ein großer Teil der Älteren länger berufstätig sein kann als heute“. Die Forscher des IAB weisen darauf hin, dass sich die Gesundheit der Älteren zwar verbessert habe. Aber bereits heute müsse ein Gutteil der Älteren vor Erreichen der gesetzlichen Rentengrenze von 65 Jahren aus gesundheitlichen Gründen die Arbeit aufgeben.

Nach Ansicht von Roland Tichy, Chefkolumnist des Handelsblattes http://www.handelsblatt.de, besteht kein Grund zur Panik. Unter der programmatischen Überschrift „Die bunte Welt der Grauen“ beschreibt er, wie sich Wirtschaft und Märkte im alternden Deutschland entwickeln werden oder sollten. Einige Symbole machen den gesellschaftlichen Wandel deutlich: Fließbandarbeitsplätze mit Sitzgelegenheit im VW-Werk in Kassel, die Sitzheizung für die Harley-Davidson oder der Seniorensupermarkt von Edeka mit Einkaufswägelchen mit Sitzbank. Tichy hält nichts von den Alarmschreien im Feuilleton. So gab der Bielefelder Demograf Herwig Birg jüngst nach Angaben der Tageszeitung http://www.taz.de zum Besten, dass es in 110 Jahren keine Weltbevölkerung mehr gäbe, wenn alle auf der Welt sich so verhalten würden wie ein Drittel der Deutschen. Den Negativrekord in Sachen Kinderlosigkeit hielten die Journalisten, die zu 60 (männlich) beziehungsweise 54 Prozent (weiblich) kinderlos blieben. Vielleicht überkompensieren sie das dadurch, dass sie den Untergang Deutschlands an die Wand malen. Und die Demografen haben volle Terminkalender und dürfen sich in der öffentlichen Aufmerksamkeit sonnen.

Der Handelsblatt-Autor argumentiert nüchterner: „Beweise für die Theorie der Verelendung alternder Gesellschaften gibt es nicht – im Gegenteil.“ Die Güter und Dienstleistungen müssen in einer alternden Gesellschaft eben noch weiter „ausdifferenziert“ und den Bedürfnissen der Menschen angepasst werden. Die „Humanisierung der Arbeitsplätze“ werde in Zukunft zum „entscheidenden Wettbewerbsfaktor“ werden. An einer längeren Lebensarbeitszeit führt auch nach Tichy kein Weg vorbei: „Die Vorstellung, die gewonnenen vier Lebensjahrzehnte – eine der größten kulturellen Leistungen schlechthin – könnten per Rente finanziert werden, ist blümesker Blödsinn. Die Deutschen werden länger arbeiten müssen, fast alle und viel länger als jetzt noch diskutiert.“

Um diese längere Arbeitszeit sinnvoll zu gestalten, darf „lebenslanger Lernen“ nicht mehr bloß eine Floskel bleiben. „Ein Aufbrechen starrer und unflexibler Systeme ist notwendig“, betont auch Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.de. „Tichy spricht von verschiedenen Phasen: Ein Arbeitnehmer muss die Möglichkeit haben, im fortgeschrittenen Alter zwischen Phasen des ‚high intensity work’ und des ‚low intensity work’ zu pendeln. Dies ist heute in der Realität kaum möglich.“ Entscheidend sei, so Nadolski, dass die Debatte ohne Hysterie geführt werde, denn eine zu starke Emotionalisierung des Themas verhindere vernünftige Lösungen. So plädiere beispielsweise Nicholas Strange in seinem neuen Buch „Keine Angst vor Methusalem“ dafür, mehr Gelassenheit walten zu lassen. Die Menschen werden in Zukunft früher mit dem Arbeiten anfangen müssen und später damit aufhören. An eine alternde Gesellschaft, so seine These, kann sich eine intelligente Gesellschaft anpassen.

Web: http://www.ne-na.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Ansgar Lange, verantwortlich.

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