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Critical Infrastructure Security Dialog in Berlin erfolgreich durchgeführt

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Fazit des Critical Infrastructure Security Dialogs

Der Schutz kritischer Infrastrukturen und weiterer gefährdeter Unternehmen ist in Anbetracht von Terror, neuen globalen Krisen und Cybercrime deutlich anspruchsvoller und komplexer geworden.



So lautet ein Fazit des Critical Infrastructure Security Dialogs, den das Manager­-Netzwerk econique am 21./22. Oktober in Berlin durchführte. Dieses Netzwerktreffen bot neben Praxisvorträgen und Strategieempfehlungen viel Raum für vorbereitete Einzel­- und

Gruppengespräche, in denen die geladenen Verantwortungsträger Erfahrungen, Ideen und Strategien austauschen konnten. "Ein großartiges Format mit exzellenten Vorträgen und

Mehrwerten für alle Sicherheits-­Verantwortlichen", sagt Maike Scholz, Senior Manager

Compliance der Deutschen Telekom AG. Ludger Remler, Sicherheitschef der Landesbank Baden-

Württemberg (LBBW) und einer der Referenten, sprach von einer gelungenen Veranstaltung mit

sehr guten Networking-­Möglichkeiten.



Referenten und Teilnehmer betonten, dass die Vernetzung der relevanten Akteure in den bedrohten Unternehmen (Sicherheit, IT, Compliance, Fachabteilungen, Vorstand), aber auch über Organisationsgrenzen hinweg (Unternehmen, Polizei, Geheimdienste, Dienstleister,

Katastrophenschutz) sich deutlich verbessern müsse. Einig waren sich die Teilnehmer auch, dass

Unternehmen kompetente, sofort einsatzbereite und entscheidungsbefugte Krisenstäbe vorhalten

müssten. Alle Referenten betonten die Notwendigkeit regelmäßiger Übungen.



Volker Wagner, Vorstandsvorsitzender der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft e.V (ASW) und

Senior Vice President der Deutschen Telekom skizzierte im Eröffnungsvortrag die hohe

Verletzbarkeit einer offenen Gesellschaft sowie die Hauptbedrohungen durch Cybercrime,

Industriespionage und Terrorismus. Er betonte die notwendige Vernetzung aller Stakeholder und

brach eine Lanze für die Meldepflicht gegenüber Sicherheitsbehörden bei Cyberangriffen, wie sie

das geplante IT-­Sicherheitsgesetz vorsehe, mahnte jedoch angesichts von Millionen Attacken pro

Jahr zu einer gangbaren Meldepraxis mit Augenmaß.



Ludger Remler machte in seinem Vortrag mit dem Titel "Von der Störung zur Krise" deutlich,

dass ein umfangreiches Risikomanagement, klar definierte und gemanagte Prozesse sowie

tragfähige Organisationsstrukturen für den Krisenfall das A&O einer effektiven Krisenbewältigung

seien.



Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, lud

die anwesenden Wirtschaftsvertreter zu Kooperationen und gemeinsamen Übungen mit seiner

Behörde ein, um im Katastrophenfall gemeinsam besser gewappnet zu sein. Er wies auf neue

Gefahren wie extremes Wetter, Cyberwar, Terror und die veränderte geopolitische Lage hin, die

sich auch in Deutschland auswirke. Auch veränderte Rahmenbedingungen wie den

demographischen Wandel oder die Wehrstrukturreform gelte es zu beachten.



Prof. em. Dr. Klaus Brunnstein von der Universität Hamburg zeichnete ein düsteres Bild in Bezug

auf Abwehrchancen bei Cyberattacken, allerdings müsse man es Angreifern auch nicht unnötig

einfach machen. Zum einen sei das TCP/IP-­Protokoll des Internets technisch bedingt immer

unsicher, zum anderen verfügten Angreifer von Geheimdiensten und organisierten Banden über

mehr Knowhow als die angegriffenen Unternehmen.



Einblicke in die Sicherheitsarbeit bei Vattenfall Mining & Generation gab Steffen René Köhler

vom Bereich Health, Safety & Security. Er verdeutlichte anhand einer Schienenblockade durch

Greenpeace, wie eine kleine, aber professionell organisierte Aktion den Betrieb eines Kraftwerks

gefährden und Vattenfall in ein negatives mediales Licht rücken konnte. Köhler wies in diesem

Zusammenhang wie andere Referenten auch auf die Notwendigkeit einer guten Pressearbeit hin. Er gab den Zuhörern auch Einblicke in die Erprobung von Flugdrohnen für Videoüberwachung, die

jedoch immer wieder an luftfahrtrechtliche Hürden stoßen würde. Vattenfall sucht weitere

Unternehmen, die sich an diesem Modellprojekt beteiligen möchten.



Detaillierte Einblicke in Krisenmanagementstrategien und den Aufbau von Krisenstäben gaben

Marcel Zumbühl, Sicherheitschef des Schweizer Telekommunikationskonzerns Swisscom sowie

Hans ­Martin Rudolph, Leiter Zentrale Aufgaben und Konzeption der Hamburger Hochbahn

Wache, welche die Sicherheit der Hamburger Hochbahn verantwortet. In beiden Vorträgen wurde

klar: Alle beteiligten Akteure innerhalb und außerhalb des Unternehmens müssen ihre Rollen im

Krisenfall sofort einnehmen und ausfüllen können. Zu den Stäben zählen eben nicht nur die

Sicherheitsmanager, sondern Vertreter aller relevanten Abteilungen wie etwa die Presseabteilung. Schnittstellen mit Behörden müssen eingeübt, die entsprechenden Prozesse funktionsfähig sein.



Alexander Borgschulze, Sicherheitschef des Münchener Flughafens, machte die Zuhörer mit den

extrem hohen Standards an einem Flughafen vertraut, aber auch mit den komplexen

regulatorischen Rahmenbedingungen im Spannungsfeld zwischen Landesrecht, Bundesrecht und

internationalem Luftfahrtrecht. Für den Sicherheitsleiter des Flughafens folgt daraus ein hoher

Abstimmungsbedarf mit Landespolizei, Bundespolizei, Sicherheitsdienst und den Fluglinien, die

für die Sicherheit in ihren Gebäudebereichen selbst verantwortlich sind. Diese Abstimmung läuft

an Flughäfen sehr gut und kann durchaus vorbildlich auch für andere Sicherheitsbereiche sein.



Wie man Mitarbeiter gegen Täuschungen durch Spione immunisiert, verdeutlichte Fred Maro von

der gleichnamigen Unternehmensgruppe in seinem Vortrag. Maro berät Firmen und trainiert

Mitarbeiter in sicherheitsrelevanten Bereichen dahingehend, professionelle Täuschungen, die

menschliche Schwächen ausnutzen, zu erkennen. Anhand einiger Beispiele wurde klar: Ohne

Training hat man gegen einen professionellen Spion, der eine glaubhafte Geschichte vorgaukelt,

fast keine Chance. Maro wies darauf hin, dass die Bedürfnisse und Schwächen einzelner

Menschen in Zeiten sozialer Netze im Internet für Angreifer auch relativ leicht herauszufinden

seien.



Den Blick für geopolitische Risiken und deren unterschätzte Auswirkungen auf die Sicherheit von

Unternehmen schärfte Oberst a.D. Ralph Thiele von der politisch­-militärischen Gesellschaft in

seinem Vortrag mit dem Titel "Neue Bedrohungslagen verlangen neue Strategien". Er benannte

politische, soziale und ökologische Risikofaktoren, die global zusammen hingen, aber auch neue

Abwehrtechnologien und daraus folgende Chancen. Neue sehr unterschiedliche Akteure, neue

internationale Kollaborationen, vernetzte Einsätze in allen Dimensionen, neue ITK­-Technologien,

unbemannte Plattformen und immer mehr mediale Öffentlichkeit würden auch neue

Rahmenbedingungen für Security­-Verantwortliche schaffen. Für Thiele gehören Phänomene wie

Staatszerfall und Regionalkonflikte zu den größten politischen Herausforderungen für international operierende Unternehmen. Die größte technische Bedrohung gehe aktuell von der explodierenden Zahl der Cyberangriffe aus. Weitere typische Gefahren seien etwa Terror, Organisierte Kriminalität, Energiesicherheit, Naturkatastrophen, Pandemien und technische Störungen in komplexen kritischen Infrastrukturen. Er wies darauf hin, dass diese sich zu 80% in

Privateigentum befänden und insofern den Unternehmen eine große Verantwortung zufalle. Dies

könne nur durch gute Vernetzung mit Sicherheitsbehörden, relevanten zivilen Akteuren und

Militär gelingen.



Alle Teilnehmer waren sich einig, dass der Critical Infrastructure Security Dialog eine

Bereicherung darstellt. An der Fortsetzung im nächsten Jahr wird bereits gearbeitet.


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Frau Endo Tanja (Tel.: 030 577 005 215), verantwortlich.

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