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Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik |

Deutschland isst sich krank!

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Fehlernährung ist der Tod des Gesundheitssystems


Trotz der hervorragenden Versorgungslage mit Lebensmitteln in Deutschland liegen im Hinblick auf eine gesunde Ernährungsweise erschreckende Defizite vor, lautete das Urteil der Diplom-Ernährungswissenschaftlerin Susanne Sonntag am 18. Juni zum dritten Internationalen Diätetik Kongress in Aachen.

Die Deutschen essen nicht nur zu fettig und zu süß, sondern auch zu viel. Die Kosten, die Fehlernährung in Deutschland hervorruft hatte der Präsident der Gesellschaft Professor Dr. Rudolf Schmitz auf mindestens 75 Milliarden Euro geschätzt. Hier gibt es ein enormes Einsparungspotential. Dass 64,4 Prozent der Todesfälle in Deutschland auch auf Fehlernährung zurückzuführen sind, ist erschreckend. Etwa 50 Prozent aller Deutschen sind übergewichtig. Bei Kindern und Jugendlichen ist Übergewicht die häufigste ernährungsmitbedingte Gesundheitsstörung. Es ist anzunehmen, dass 10 bis 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen übergewichtig sind. Die Zahl der Diabetes mellitus - Patienten in Deutschland wird auf 4 bis 5 Millionen geschätzt. Davon sind rund 95 Prozent Typ 2 Diabetiker. Übergewicht und Diabetes mellitus stellen bedeutende Risikofaktoren für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar, die in Deutschland sowie in anderen westlichen Industrienationen zu den häufigsten Todesursachen zählen. Gleichzeitig ist bei 0,4 Prozent der Männer und 1,5 Prozent der Frauen ein klinisch relevantes Untergewicht zu beobachten, was mit einer verminderten physischen Leistungsfähigkeit sowie einem erhöhten Sterberisiko verbunden ist. Ein Blick auf die Nährstoffversorgung und den Lebensmittelverbrauch der deutschen Bevölkerung offenbart die momentanen Schwachstellen im Ernährungsverhalten. Laut letztem Ernährungsbericht von 2004 liegt die Energiezufuhr bei allen weiblichen Personen ab 15 Jahren und allen männlichen Personen ab 25 Jahren höher als die DACH-Referenzwerte. Der Fettanteil an der Energiezufuhr ist mit Werten zwischen 33 und 38 Prozent ebenfalls zu hoch. Neben der Gesamthöhe der Fettzufuhr ist auch deren Zusammensetzung entscheidend. Gesättigte Fettsäuren nehmen einen Anteil an der Energiezufuhr zwischen 13 und 16 Prozent ein, was deutlich über dem Richtwert von höchstens 10 Prozent der Energiezufuhr liegt. Die Versorgung mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren erreicht knapp den empfohlenen Richtwert von 7 Prozent der Energie. Wünschenswert ist auch ein geringerer Anteil an Mono- und Disacchariden in der Kohlenhydrat- und Energiezufuhr. In allen Altersgruppen übersteigen die Zufuhrwerte die Empfehlungen. Bei fast allen Personengruppen ist die Ballaststoffzufuhr niedriger als der DACH-Referenzwert von mindestens 30 Gramm täglich. Problematisch bei der Vitamin- und Mineralstoffversorgung sind die Vitamine D und Folsäure sowie die Mineralstoffe Calcium, Eisen und Jod. Ein weiterer kritischer Punkt ist auch der Verbrauch an Gemüse und Obst. Trotz erhöhtem Verbrauch erreicht kaum eine Personengruppe die empfohlenen Soll-Werte von täglich 600 bis 1000 Gramm Gemüse und Obst. Eine Verbesserung der Ernährungssituation kann nur über eine Verhaltensänderung erzielt werden. Dabei sollte nicht nur die Ernährung selbst betrachtet werden, sondern auch die körperliche Aktivität gesteigert werden, fasst Sonntag zusammen. Gerade im Hinblick darauf, dass immer mehr Kinder und Jugendliche unter ernährungsmitbedingten Erkrankungen leiden, ist es wichtig, bereits in den Kindergärten und Schulen entsprechende Aufklärungs- und Informationsarbeit zu leisten. Der vierte Internationale Diätetik Kongress findet am 7. und 8. Oktober 2006 statt. Zu den Schwerpunktthemen zählen rheumatische Erkrankungen, Osteoporose, Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie sekundäre Pflanzenstoffe und Mikronährstoffe. Zudem findet zum ersten Mal ein Diätassistenten-Symposium statt. Weitere Informationen sind unter www.ernaehrungsmed.de erhältlich.

Web: http://www.ernaehrungsmed.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Susanne Sonntag, verantwortlich.

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