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DEKRA Arbeitsmarkt-Report 2015: Auf der Suche nach dem Stellenmarkt 4.0

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- Industrie 4.0 ist noch nicht bei Stellenanzeigen sichtbar - Generell lassen aber IT-Fachkräfte selbst Ingenieure hinter sich - Im Gesundheitswesen verschärft sich der Ärzte-Engpass

Der Megatrend Industrie 4.0 ist das Zukunftsthema in der Wirtschaftswelt. Bei Stellenanzeigen scheint der Begriff dagegen noch ein Schattendasein zu fristen. Das hat der aktuelle Arbeitsmarkt-Report der DEKRA Akademie herausgefunden. Weitere Beobachtungen des Arbeitsmarkt-Reports, der seit einigen Jahren Entwicklungen bei Stellenangeboten nachspürt, sind: Insbesondere Arbeitgeber im Gesundheitswesen, der Elektroindustrie sowie im Einzelhandel suchen derzeit verstärkt neue Mitarbeiter. Neben der guten Wirtschaftsstimmung machen sich auch Trends wie das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung, ein verändertes Informations- und Konsumverhalten sowie die weitere Digitalisierung bei bestimmten Berufsgruppen bemerkbar.



Für den aktuellen DEKRA Arbeitsmarkt-Report wurden 12.649 Stellenangebote ausgewertet. Auffällig viele der offenen Stellen entfallen auf das Gesundheitswesen (13,8 %). Die Elektroindustrie liegt in diesem Jahr an zweiter Stelle (13,1 %). Außerdem waren im Erhebungszeitraum auch die Einstellungsabsichten im Einzelhandel besonders hoch (9,5 %).



Vertrieb: kommunikationsstarke Bewerber gefragt



Vor allem Call Center mit Fokus auf den Kundenservice suchen momentan viele neue Mitarbeiter. Daneben finden sich auch Kundenbetreuer und -berater sowie Vertriebsleiter unter den Top-Ten-Berufen, sie können vor allem in der Elektroindustrie aus besonders vielen Jobangeboten wählen. Unternehmensberatungen benötigen in diesem Jahr deutlich weniger Kandidaten mit BWL-Abschluss.



Gesundheitswesen: Diagnose Ärztemangel



Gesundheits- und Krankenpfleger haben Wirtschaftswissenschaftler an der zweiten Stelle des Rankings abgelöst. Daneben dürfte Klinikbetreiber die hohe Nachfrage nach Ärzten Kopfschmerzen bereiten: Ihr Anteil an der Gesamtstellenanzahl ist so hoch wie nie; sie haben den Sprung unter die Top-Ten-Berufe nur knapp verfehlt (Platz 11). Da jeder vierte Arzt 55 Jahre oder älter ist, dürfte sich der Engpass weiter verschärfen. Die Angebote für Altenpfleger sind dagegen in diesem Jahr überraschend gesunken. Vermutlich handelt es sich um einen Einmaleffekt, denn die demografische Entwicklung in der Gesamtbevölkerung mit steigendem Altersdurchschnitt lässt sich nicht leugnen. Dies macht sich auch beim Angebot für Berufe wie Akustiker bemerkbar.



Beste Karriereaussichten für Software-Entwickler



IT-Berufe haben den zweithöchsten Anteil am Gesamtstellenangebot und in diesem Jahr befinden sich gleich zwei Spezialisierungen im Top-Ten-Ranking. Besonders gefragt sind Software-Entwickler, knapp 30 % aller IT-Jobangebote richten sich an sie. Im Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung dürfte die Stellensituation für Software-Entwickler bestens bleiben. Eventuell ist auch die deutlich höhere Nachfrage nach Wirtschaftsinformatikern diesem Trend geschuldet: Für jede zehnte IT-Stelle benötigen Kandidaten gleichermaßen IT- und Wirtschaftswissen (2014: 5,7 %).



Ingenieure gehören ebenfalls zu den drei gesuchtesten Berufsgruppen, auch wenn ihr Anteil am Berufsfeld "Entwicklung" das zweite Jahr in Folge abgenommen hat. Elektroingenieure können aus etwas weniger Angeboten wählen (28,6 % der Ingenieurstellen); die Nachfrage nach Kandidaten mit Spezialisierung auf Maschinen- und Fahrzeugbau ist dagegen um fast vier Prozent gestiegen (26,2 %).



Einzelhandel profitiert von guter Konsumlaune



Deutsche Verbraucher sind in Kauflaune, was sich positiv auf die Stellensituation im Einzelhandel auswirkt. Verkäufer im Einzelhandel gehören zu den drei Berufen, deren Anteil am stärksten gewachsen ist: Sie finden sich erstmals seit 2010 wieder unter den Top Ten. Im Gegensatz dazu macht sich die Konsumlaune im Gastgewerbe nicht bemerkbar: Fast allen Fachkräften stehen hier weniger Stellenangebote zur Auswahl als im Vorjahr. Nur Köche bilden mit einem Plus von 13,3 % eine Ausnahme.



Anteil der Elektroberufe sinkt



Unter den technischen Ausbildungsberufen bleiben Elektroniker die Stars am Stellenmarkt. Ihr Anteil am Berufsfeld ist dennoch auf den Tiefststand gesunken. Auch im Mangelberuf des Mechatronikers sind die Jobangebote derzeit leicht rückläufig. Bei den Elektro-Ausbildungsberufen ist der künftige Arbeitgeber häufig ein Zeitarbeitsunternehmen (29,3 %): Entweder benötigten Unternehmen im Erhebungszeitraum schnell viele neue Mitarbeiter oder aber sie sind sich nicht sicher, ob die aktuell sehr gute Wirtschaftslage von Dauer ist.



Megatrends und die Entwicklung der Berufsfelder



Der Einfluss bestimmter Trends lässt sich an der Entwicklung der Berufsfelder in den vergangenen acht Jahren ablesen. Einer davon ist das veränderte Informations- und Konsumverhalten durch das Internet: In der Lager- und Transportlogistik zeigt beispielsweise die Trendlinie nach oben. Der Anteil der Jobangebote in der Finanz- und Vermögensberatung ist dagegen seit mehreren Jahren rückläufig.



Ebenso sorgt die Digitalisierung, die immer mehr Unternehmensprozesse durchdringt, auch für einen steigenden Anteil der IT-Berufe am Stellenmarkt.



"Entwicklungen wie Industrie 4.0 werden die Arbeitswelt in einem Maße und einer Geschwindigkeit stärker verändern, als es sich viele heute vorstellen können", sagt Jörg Mannsperger, Mitglied des Vorstands der DEKRA SE und Geschäftsführer der DEKRA Akademie, bei der Vorstellung des Reports vor Parlamentariern in Berlin. "Dennoch konzentrieren sich viele Unternehmen nur auf die technischen Aspekte der Digitalisierung. Dabei ist eines sicher: Der Wandel wird Fachkräfte quer durch alle Hierarchie- und Qualifikationsebenen treffen."



















Inhalte des DEKRA Arbeitsmarkt-Reports 2015:

Im Erhebungszeitraum vom 16. bis 22. Februar 2015 wurden Stellenanzeigen in elf deutschen Tageszeitungen, drei Online-Jobbörsen und einem sozialen Netzwerk ausgewertet. Der Report beinhaltet

• einen Überblick über die Entwicklung der Berufe und Berufsfelder

• eine vertiefende Analyse kaufmännischer Ausbildungsberufe

• eine vertiefende Analyse von Berufen im Bereich Maschinenbau

• einen Exkurs zum Thema "Qualifizierung für Industrie 4.0"

• Expertenkommentare zu HR-Trendthemen



Der DEKRA Arbeitsmarkt-Report 2015 kann kostenfrei per E-Mail unter

service.akademie@dekra.com angefordert werden.




Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Herr Peter Littig (Tel.: +49 (0) 0171 7617400), verantwortlich.

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