info@PortalDerWirtschaft.de | 02635/9224-11
Suchmaschinenoptimierung
mit Content-Marketing - Ihre News
PR&D Kommunikationsdienstleistungen GmbH |

Humanitäre Logistik – wie Hilfe gut ankommt

Bewerten Sie hier diesen Artikel:
0 Bewertungen (Durchschnitt: 0)


In Krisenfällen gilt es für Hilfsorganisationen schnell und effektiv zu reagieren. Dabei spielt Logistik eine zentrale Rolle. Ein Forschungsprojekt des Wissenschaftsfonds FWF untersucht, wie private Logistikunternehmen und humanitäre Organisationen verstärkt zusammenarbeiten können. Dafür sollen optimale Preis- und Vertragsformen entwickelt werden.    



Weltweit häufen sich Katastrophen und Notsituationen, und oft haben diese dramatische Auswirkungen auf lange Zeit. Humanitäre Organisationen sind dadurch mehr denn je gefordert, den Betroffenen Hilfe effizient und effektiv zukommen zu lassen. Gleichzeitig gilt es für sie auch, Aspekte der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Die logistischen Herausforderungen sind dabei groß: Zeitdruck, Unsicherheit, zerstörte Infrastruktur und Bürokratie zählen dazu.

 

Von den Privaten lernen
Mit ihrem Know-how und internationalen Netzwerken können private Logistikunternehmen wichtige Partner in Krisenfällen sein. Wissenschafterinnen der Wirtschaftsuniversität Wien untersuchen in einem aktuellen Projekt des Wissenschaftsfonds FWF, wie sich die Expertise der privaten Dienstleister in den humanitären Bereich übertragen lässt. Ein Team rund um Tina Wakolbinger vom Institut für Transportwirtschaft und Logistik analysiert mit Hilfe von spieltheoretischen Modellen, welche Logistikaktivitäten von Hilfsorganisationen an kommerzielle Unternehmen ausgelagert werden können und welche Vertrags- und Preisformen sicherstellen, dass dies für alle Beteiligten zu positiven Ergebnissen führt. Berücksichtigt werden dabei die Art der Katastrophe, die Charakteristiken der Hilfsorganisationen und die jeweiligen Phasen von Krisenfällen. "Logistik hat traditionell in vielen Non-Profit-Organisationen eine untergeordnete Rolle gespielt, obwohl dieser Bereich einen Großteil der Kosten verursacht", erklärt Tina Wakolbinger, die sich auf den stark wachsenden Forschungsbereich der Humanitären Logistik spezialisiert hat.

 

Profitable Hilfe
Die humanitäre Hilfe ist ein riesiger Markt für den privaten Sektor. Im Moment gebe es aber noch viele Schwierigkeiten in der Kollaboration mit der internationalen Katastrophenhilfe, wie Wakolbinger betont. Die Befragungen, die im Rahmen des noch laufenden Forschungsprojektes durchgeführt wurden, zeigen, dass auf beiden Seiten Skepsis besteht. Schwierigkeiten liegen im Bereich des fehlenden Vertrauens, der Leistungsmessung sowie des Informationsaustausches. Speziell kleinere Non-Profit-Organisationen haben Angst vor der Abhängigkeit von einem Unternehmenspartner. Für Unternehmen ist die Sicherstellung der Mitarbeitersicherheit ein wichtiges Thema. Es benötigt Zeit und Ressourcen, erfolgreiche Kooperationen aufzubauen. Ein erfolgreiches Beispiel für die Teilnahme von Unternehmen an der Katastrophenhilfe sind Desaster Response Teams von DHL, die bei der Abwicklung der Hilfsgüterströme an Flughäfen unterstützen.

 

Zusammenarbeit professionalisieren
"Bis jetzt ist sehr viel ad hoc passiert und ohne Evaluation", erklärt die Wirtschaftswissenschafterin. "Jetzt beginnen Unternehmen gezielter zu überlegen, was sinnvoll ist, und was der langfristige Nutzen der Zusammenarbeit sein kann." Neben wirtschaftlichen Überlegungen und Erschließung neuer Märkte, zählen auch Reputationsgewinn und Mitarbeitermotivation dazu. Unternehmen entsenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krisengebiete, wovon die Hilfsorganisationen besonders profitieren. Aber auch für die Logistik-Profis können das motivierende und lehrreiche Erfahrungen sein. Denn von den NGOs lernen sie viel über Arbeiten unter Zeitdruck mit limitierten Ressourcen sowie auch über die lokalen Märkte. "Auf lange Sicht muss sich die Zusammenarbeit für alle Partner rechnen", betont Wakolbinger. Daher sei es wichtig, Vertragsbedingungen auszuformulieren und zu gestalten, die wichtige Fragen wie Umfang, Fristen und gebietsbezogene Abgrenzungen für gemeinnützige Services klären. Auch die Universitäten reagieren inzwischen auf den wachsenden Markt der humanitären Logistik und bieten Lehrprogramme für das Katastrophen-Management an, so auch die Wirtschaftsuniversität Wien.

 

Nachhaltiges Engagement
Aus dem wachsenden Bedarf an humanitären Einsätzen müssen sich die Hilfsorganisationen inzwischen auch der Frage der Nachhaltigkeit ihrer Aktivitäten stellen. Die so genannte "Rückführungslogistik" im Katastrophenfall sei aus wissenschaftlicher Sicht ein noch zu wenig beachtetes Thema, so Wakolbinger, die auch diesen Bereich in ihrem Forschungsprojekt untersucht. Die Frage ist, was mit medizinischen Abfällen, Chemikalien, Verpackungen oder Gebrauchsgegenständen nach Beendigung des Hilfseinsatzes passiert. Das Thema des nachhaltigen Produktdesigns, zum Beispiel bei Zelten, spielt hier eine große Rolle. Firmen und NGOs wie etwa "Disaster Waste Recovery" (
www.disasterwaste.org) haben sich auf den Bereich des Abfallmanagements im Katastrophenfall spezialisiert, und Organisationen verpflichten sich zusehends, nicht nur rasch, sondern auch nachhaltig Hilfe zu leisten.

 

Zur Person
Tina Wakolbinger ist Professorin für Supply Chain Services and Networks und Leiterin des Forschungsinstituts für Supply Chain Management der Wirtschaftsuniversität Wien. Sie hat internationale Wirtschaftswissenschaften an der Universität Innsbruck und Management Science in den USA studiert. In ihrer Forschung widmet sich Wakolbinger besonders dem Bereich der Humanitären Logistik und des nachhaltigen Supply Chain Managements. Das FWF-Forschungsprojekt "Optimale Preis- und Vertragsgestaltung in der humanitären Logistik" läuft noch bis 2016.

Bild und Text ab Montag, 15. Juni 2015, ab 10.00 Uhr MESZ verfügbar unter:
http://www.fwf.ac.at/de/wissenschaft-konkret/projekt
vorstellungen/2015/pv2015-kw25

 

Wissenschaftlicher Kontakt:

Prof. Tina Wakolbinger, Ph.D.
Wirtschaftsuniversität Wien
Institut für Transportwirtschaft
und Logistik
Welthandelsplatz 1

1020 Wien
T +43 / 1 / 313 36 - 5828

E tina.wakolbinger@wu.ac.at
W
http://www.wu.ac.at

 

Der Wissenschaftsfonds FWF:

Marc Seumenicht

Haus der Forschung

Sensengasse 1

1090 Wien

T +43 / 1 / 505 67 40 - 8111

E marc.seumenicht@fwf.ac.at

W http://www.fwf.ac.at

 

Aussendung:

PR&D – Public Relations für

Forschung & Bildung

Mariannengasse 8

1090 Wien

T +43 / 1 / 505 70 44

E contact@prd.at

W http://www.prd.at

 


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Till Jelitto (Tel.: 0043 1 505 70 44), verantwortlich.


Keywords: Logistik

Pressemitteilungstext: 791 Wörter, 8052 Zeichen. Als Spam melden

Unternehmensprofil: PR&D Kommunikationsdienstleistungen GmbH


Kommentare:

Es wurde noch kein Kommentar zu diesem Thema abgegeben.



Ihr Kommentar zum Thema





Weitere Pressemitteilungen von PR&D Kommunikationsdienstleistungen GmbH lesen:

PR&D Kommunikationsdienstleistungen GmbH | 23.06.2016

Vakzinspezialist AFFiRiS AG stärkt Kapitalbasis

Die AFFiRiS AG hat erfolgreich eine weitere Finanzierungsrunde in Höhe von € 10 Mio. mit den bestehenden Investoren sowie der FCPB Affi GmbH als neuem Investor abgeschlossen. Der Aufsichtsrat ernennt Günther Staffler zum Chief Technology Officer....
PR&D Kommunikationsdienstleistungen GmbH | 20.06.2016

Zöliakie durch Viren

Verdauungsbeschwerden, schwere Entzündungsprozesse des Dünndarms, Nährstoffmängel und infolgedessen Blutarmut und Osteoporose zwingen Betroffene der Autoimmunerkrankung Zöliakie in die Einhaltung einer lebenslangen strikten Diät ohne Gluten. De...
PR&D Kommunikationsdienstleistungen GmbH | 14.06.2016

Analyse des US-Wahlkampfs – Neue Big Data Plattform "Made in Austria"

Der US-Wahlkampf 2016 ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert, da es beide Parteien, weniger als zwei Monate vor den National Conventions, bisher versäumt haben, sich geschlossen hinter einen Kandidaten zu stellen. Seitens der Demokraten konnte Hil...