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Academia Engelberg |

Öffentlicher Abend der Stiftung Academia Engelberg

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Die Schweiz im wirtschaftlichen Glück?


 „Dringend notwendig sind die Deregulierung sowie die Verhinderung neuer Regulierungen, Steuern müssen effizienter, die nachhaltige Finanzierung der Sozialversicherungen gesichert und der liberale und integrative Arbeitsmarkt erhalten werden!“ erläuterte Gerhard Schwarz von Avenir Suisse den rund 150 Teilnehmenden des öffentlichen Abends seine Reformagenda für die Schweizer Wirtschaft.

 



Im Rahmen des 14. Wissenschaftsdialogs der Stiftung Academia Engelberg warnte Gerhard Schwarz eindringlich vor der laufenden und schleichenden Aushöhlung des Schweizer Erfolgsmodells. Mit den Unternehmern Felix Sulzberger, Calida AG, Paul Philipp Hug, Bäckerei-Konditorei HUG AG, der Finanzspezialistin Sabine Döbeli, Swiss Sustainable Finance, und der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin Irmi Seidl diskutierte am Mittwochabend eine hochkarätige Runde unter der Leitung von Esther Girsberger darüber, ob die Schweizer Wirtschaft ihre Hausaufgaben gemacht habe.

 

Brennpunkt Regulierungswut

„Die Finanzkrise von 2007 hat eine Regulierungsflut angeregt, bei der man nun schon etwas über das Ziel hinaus geschossen ist“, meinte Sabine Döbeli zur aktuellen Situation. Dies betreffe nicht nur das Finanzwesen, betonte Felix Sulzberger: „Als Calida 1984 an die Börse ging, arbeiteten sie mit einem kleinen Treuhandunternehmen zusammen und der Zeichnungsprospekt umfasste 14 Seiten. Bei der Erhöhung des Aktienkapitals im Jahr 2014 benötigten wir ein Heer von Beratern und Rechtsanwälte und der Umfang des Prospekts stieg auf 300 Seiten.“ Auch Paul Philipp Hug klagte am Beispiel der umfangreichen Vorschriften für offene und geschlossene Lifte über unverhältnismässige Regeln, da sei man teilweise auch Opfer Europäischer Massnahmen. Irmi Seidl meinte, dass in einer Welt, in der die Systeme immer komplexer würden, der Regulierungsbedarf steige. Was heute fehle oder, wie am Beispiel VW eindrücklich manifestiert, verloren gehe, sei Vertrauen, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit. Leadership, die für Werte stehe, forderte Sabine Döbeli als Alternative zur Regulierung. Diese Kultur müsse sich jedoch über eine längere Zeit entwickeln. Das sei aber schwierig, wenn ein Manager insbesondere im Finanzsektor durchschnittlich nur vier Jahre im Unternehmen bleibe.

 

Wirtschaft braucht liberalen Arbeitsmarkt

Die Unternehmer in der Runde waren sich einig, dass das liberale Arbeitsmarktrecht ein grosses Plus der Schweiz ist: „Wenn ein Unternehmen aktiv am Markt ist und sich verändert, muss das so sein“, brachte es Paul Philipp Hug auf den Punkt. Auf die Frage, ob für ausländische Arbeitnehmende Globalziele oder Kontingente besser seien, meinte Felix Sulzberger: „Vor 15 Jahren lag bei uns der Anteil ausländischer Kadermitarbeiter bei 15 Prozent, heute liegt er bei 40 Prozent.“ Und Sabine Döbeli von Swiss Sustainable Finance doppelte nach: „Die Einwanderung zu begrenzen, ist keine Lösung. Schon heute finden sich in der Schweiz zu wenig Finanzfachleute.“ Dass nicht nur Schweizer Fachleute Mangelware sind, zeigte Paul Philipp Hug auf: „In unserer Nahrungsmittelproduktion braucht es sehr viele helfende Hände. Wir finden aber keine Schweizer, die bei uns die Töpfe putzen und das Brot einpacken. Nur Dank flexiblen Arbeitsmarktregeln und der Beschäftigung von Wiedereinsteigern aus dem zweiten Arbeitsmarkt können wir uns am Markt behaupten.“ Auf den Einwurf von Irmi Seidl, dass die Schweiz immer mehr verbaut werde, merkte Gerhard Schwarz an, dass die Zuwanderung nicht schuld sei an der zugebauten Schweiz. Der Grossteil der Überbauung erfolge aufgrund des enorm gewachsenen Platzbedarfs jedes Einzelnen.

Zum Abschluss der Diskussion dankte Dr. Dominik Galliker, Vize-Präsident der Stiftung Academia Engelberg, den Anwesenden für ihr engagiertes Mitmachen und lud zum Schlummertrunk ein, offeriert durch das Hotel Europe Engelberg. Dabei diskutierten Einheimische und Kongressteilnehmer mit den Referenten noch lange und intensiv über die Deregulierung und den liberalen Arbeitsmarkt.

 

 


14. Wissenschaftsdialog – Zukunftsfähige Wirtschaftssysteme

Die Welt ist einmal mehr im Umbruch. Das weltweite Wirtschaftswachstum wurde abrupt gebremst und die Euro-Krise ist noch nicht ausgestanden. Deren Auswirkungen, gepaart mit umwälzenden IT-Entwicklungen und gesellschaftspolitischen Veränderungen sind Anlass, das Wirtschaftssystem und die Marktwirtschaft zu überdenken. Am 14. Wissenschaftsdialog der Stiftung Academia Engelberg vom 14. bis 16. Oktober 2015 nehmen derzeit 150 Persönlichkeiten aus der ganzen Welt teil. Der Kongress im Klosterdorf Engelberg bietet eine Plattform, um sich interdisziplinär und generationenübergreifend auszutauschen, zu vernetzen und gemeinsam nach Lösungsansätzen zu suchen.

 

 

Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft

Die grundlegenden Erkenntnisse der Wissenschaft treffen in der breiten Bevölkerung nicht selten auf starke Vorbehalte und Misstrauen. Die Stiftung Academia Engelberg leistet mit dem interdisziplinären Dialog ihren Beitrag dazu, dass eine neue Basis des Vertrauens zwischen Wissenschaft und breiter Öffentlichkeit entsteht. Zur Jahrestagung treffen sich jeweils im Herbst Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur, Politik und Gesellschaft in Engelberg, Schweiz. Daneben werden Projekte als Resultate der Konferenzen realisiert sowie vertiefende Folgeveranstaltungen organisiert. Weitere Informationen: www.academia-engelberg.ch.

 

 



Web: http://www.academia-engelberg.ch


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Ohnsorg Annalies (Tel.: 041 660 91 18), verantwortlich.


Keywords: Academia Engelberg, Wissenschaft, Gesellschaft, Wissenschaftsdialog

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