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Flüchtlingsunterkünfte aus Holz errichten und Standorte integrationsförderlich wählen

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Bei der Planung und dem Bau von Flüchtlingsunterkünften auch an die Nachnutzung denken.

Es liegt im Ermessen jeder Ortschaft und jeder Stadt, den Bauplatz für Flüchtlingsunterkünfte so zu wählen, dass den dort einquartierten Bewohnern eine Teilhabe am Gemeindeleben ermöglicht wird. Die Fördergesellschaft proHolzBW www.proholzbw.de weist Wege, wie und wo temporäre Wohnbauten errichtet werden können. Dabei geht es natürlich auch um die Frage, ob die Anforderungen der Energieeinsparverordnung einzuhalten sind. Ein Videomitschnitt des Interviews mit Joachim Hörrmann, proHolzBW-Koordinator für den Bau von Flüchtlingsunterkünften in Holzbauweise, ist unter dem Titel >Flüchtlingsunterbringung - Holz spricht für sich< auf YouTube zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=88WGQ1sWNhk



Redaktion:

Herr Hörrmann, Sie begleiten für proHolzBW den Bau von Flüchtlingsunterkünften in ganz Baden-Württemberg. Was sollten Vertreter einer Gemeinde bei der Standortwahl beachten?



Joachim Hörrmann:

Ich habe mit vielen Ortsbürgermeistern gesprochen, die unsicher waren, wo auf der Gemeindegemarkung die temporären Unterkünfte am besten aufgestellt werden sollten. In dieser Frage kann ich nur dringend raten, den Neubürgern eine Chance auf echte Integration ins Gemeindeleben zu geben. Irgendwo weit draußen auf dem Feld, am Rande einer lauten Schnellstraße oder in einem unwirtlichen Industrie- oder Gewerbemischgebiet haben Wohnungen für Menschen nichts zu suchen - egal, woher sie stammen. Der Standort sollte so gewählt werden, dass die Lebensgewohnheiten der hiesigen Bevölkerung den neuen Mitbürgern tagtäglich deutlich werden und sie sich aus eigener Anschauung daran orientieren können. Vorbild zu geben und zeigen, wie man sich in Baden-Württemberg verhält, was üblich ist und was nicht, schafft die Voraussetzungen dafür, in friedlicher Nachbarschaft zu leben. Dann werden auch die kulturellen Unterschiede zu einer Bereicherung des Wissens- und Erfahrungshorizonts aller Gemeindemitglieder. Das sollten Bürgermeister und Ratsherren ihren Bürgern vor Augen führen, bevor sie über die Standortfrage für den Bau von Flüchtlingsunterkünften entscheiden.



Redaktion:

Welchen Beitrag kann die Architektur zur gesellschaftlichen Integration von Flüchtlingen leisten?



Joachim Hörrmann:

Da sprechen Sie einen immens wichtigen Punkt an! Für uniforme Blechbaracken mit ihrem oft abweisenden Aussehen fehlt mir jedes Verständnis. Es gibt in Deutschland rund 107.000 Hochbauarchitekten, von denen, da gehe ich jede Wette ein, jeder einzelne etwas Anmutigeres und Ansehnlicheres zustande bringt als diese einfallslosen Schuppen. Ich plädiere aus innerster Überzeugung dafür, auch Flüchtlingsunterkünfte von Anfang an so zu bauen, dass sie a) wohnlichen Charakter haben, b) keinen stereotypen Einheitslook aufweisen, der nur der Ghettobildung Vorschub leistet, c) in Einklang mit der Energieeinsparverordnung gedämmt sind und d) aus nachhaltigen und robusten Baumaterialien - vor allem aus heimischem Holz - bestehen.



Redaktion:

Warum gerade aus Holz?



Joachim Hörrmann:

Weil Bauholz in Deutschland im Überfluss zur Verfügung steht: Aus nur einem Drittel der Holzernte eines Jahres lassen sich alle Neubauten errichten, die wir in Deutschland brauchen! Zudem sind Holzunterkünfte unterm Strich viel preiswerter als die extrem energieaufwändig produzierten Metallcontainer. Ein weiteres wichtiges Argument dafür ist die Möglichkeit zur modularen und zugleich äußerst formflexiblen Vorfertigung passgenauer Wand- und Deckenelemente aus Holz. Man braucht sie auf der Baustelle nur noch mit ein paar Handgriffen zu einem vollwertigen Wohngebäude zu verbinden. Der Holzbau ist heute zig-fach schneller und genauer, als sich die meisten Bundesbürger vorstellen können: Die "typische deutsche Zimmerei" ist längst ein kleines High-Tech-Unternehmen, das Holzelemente auf computergesteuerten Abbundanlagen zehntelmillimetergenau bearbeitet. Das macht eine abwechslungsreiche Formensprache möglich, die eine gestalterische Anpassung der Flüchtlingsunterkünfte an die umgebende Ortsbebauung ohne großen Zusatzaufwand erlaubt. Es kommt nur auf den Willen an, die Mittel stehen im Holzbau zur Verfügung.



Redaktion:

Sie empfehlen für den Bau von Flüchtlingsunterkünften die Einhaltung der energetischen Standards, die die Energieeinspar-Verordnung (EnEV) für alle Wohngebäude vorschreibt. Führt das nicht automatisch auch zu einer Verlängerung der Bauzeit und zu deutlich höheren Kosten, die am Ende vom Steuerzahler aufzubringen sind?



Joachim Hörrmann:

Ich kann nur jedermann raten, sich in einem modernen Zimmerei- oder Holzbaubetrieb ein eigenes Bild von den Fertigungsabläufen zu machen. Da kann man mit eigenen Augen sehen, wie schnell eine Wand oder eine Geschossdecke gezimmert und gedämmt ist. Das Ausdämmen der Gefache und das Aufbringen von Fassadendämmplatten sind bei versierten Holzbauunternehmen täglich geübte Praxis. Auch sind die Mehrkosten für eine EnEV-gerechte Dämmung der Gebäudehülle relativ zu sehen und vor dem Hintergrund der dauerhaften Nachnutzung zu betrachten.



Redaktion:

Wie kann eine solche Nachnutzung aussehen?



Joachim Hörrmann:

Eine von Anfang an konsequent ausgeführte Gebäudedämmung ermöglicht die Nachnutzung von Wand- und Deckenelementen ehemaliger Flüchtlingsunterkünfte zum Beispiel im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus. Der Aufwand, den das Demontieren und nachträgliche Dämmen ursprünglich ungedämmter Wand- und Deckenmodule verursachen würde, käme den Steuerzahler erheblich teurer zu stehen. Deshalb rate ich, gleich das Richtige zu tun und die EnEV auch auf Flüchtlingsunterkünfte ohne Wenn und Aber anzuwenden. Der Holzbau bietet dafür allerbeste Voraussetzungen und eine echte Langzeitperspektive.



Redaktion:

Sie setzen sich mit bewundernswertem Engagement für den Bau qualitativ hochwertiger Flüchtlingsunterkünfte aus Holz ein. Was motiviert Sie persönlich?



Joachim Hörrmann:

Flucht und Vertreibung haben unsere Großeltern, unsere Eltern, teilweise auch unsere Geschwister oder wir selbst am eigenen Leib erfahren. Vergessen wir nie, wie es Millionen Landsleuten ergangen ist, die nach dem viel zu späten Untergang des zwölfjährigen Reichs aus den widerrechtlich besetzten Ostgebieten vertrieben wurden und oft über Jahre heimatlos umherirrten. Ihr Schicksal sollte uns eine bleibende Mahnung sein und uns befähigen nachzuempfinden, was es heißt, seinen Lebensmittelpunkt zu verlieren. Deshalb sage ich es hier noch einmal ganz deutlich und unmissverständlich: Wer Schutzsuchenden aus fremden Ländern mit Misstrauen begegnet und sie aufgrund von Vorurteilen ins Abseits drängt, darf sich nicht wundern, wenn die von jedem Neubürger zu fordernde kulturelle und sprachliche Integration misslingt. Es liegt an jedem einzelnen von uns, ob in den Geschichtsbüchern der Zukunft von einem weltoffenen und warmherzigen oder einem kleinmütigen und feindseligen Deutschland die Rede sein wird.



Redaktion:

Herr Hörrmann, wir sind Ihnen für Ihre wertvollen Auskünfte und Ihre Offenheit sehr zu Dank verpflichtet!



Wissenswertes über die proHolzBW GmbH,

ihre Aufgaben und Ziele finden sich im Internet auf www.proholzbw.de Dort ist auch eine ständig wachsende Anzahl an Konzepten und Plänen hinterlegt, die interessierte Zimmereibetriebe mit verwenden können. Bei der proHolzBW-Geschäftsstelle liegt außerdem eine ausführliche Beratungsmappe bereit, die Auskunft über bauliche Merkmale temporärer Unterkünfte, einen Leitfaden zur Vergabe öffentlicher Aufträge sowie Referenzbauten enthält.



Kontakt:

proHolzBW GmbH

im FORUM HOLZBAU - Hellmuth-Hirth-Straße 7, 73760 Ostfildern

Telefon: 0711 239 96 68 (Sekretariat, Sybille Thaler)

Telefon: 0172 311 03 43 (Koordinator Holzwohnbau für Flüchtlinge, Joachim Hörrmann)

Telefax: 0711 239 96 60

E-Mail: info@proholzbw.de

Web: www.proholzbw.de



Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Herr Joachim Hörrmann (Tel.: 0172 311 03 43), verantwortlich.

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