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Bildband "Berliner Republik - Hauptstadt als Bühne - die Nuller Jahre" von Jens Knappe

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Dieser Bildband des Berliner Fotografen Jens Knappe handelt von Personen, Schauplätzen und Stimmungen aus der Epoche der Begründung der "Berliner Republik".

Mit dem Umzug der Regierung füllte sich die staubige Großbaustelle an der Nahtstelle zwischen Ost- und Westberlin plötzlich mit dem Personal des Politikbetriebs aus dem provinziellen, heimeligen Bonn. Nach und nach wurde die zwischen bemühten Neubauten und abzuwickelnden Altbauten aufgeladene Stadtlandschaft von Berlin zu einer einzigartigen Bühne für die Politik.

Bei der Gestaltung des Berliner Regierungsviertels handelt es sich um eines der grössten Projekte der Menschheitsgeschichte, mittels Architektur politische Botschaften und Inhalte zu manifestieren: Während Ägyptens Pharaone Ihren Gottesanspruch in Felsblöcken gen Himmel stapeln liessen, der französische Sonnenkönig den Anspruch des Absolutismus in Form glänzender Barockpaläste verewigte, enstanden an der Schnittstelle zwischen Ost- und Westberlin Gebäudekomplexe, die das idealisierte Selbstbild der westdeutschen Bonner Republik in das neue Jahrtausend tragen sollten: Weltoffenheit, Transparenz, Verpflichtung zur Demokratie, fest verwurzelt in Traditionen und Wertesystemen des Westens. Im Rahmen dieser Eruption des Sendebewusstseins sind mit der Kuppel des Reichstages und dem Bundeskanzleramt dann auch die wohl aufregensten und überzeugensten Gebäude der jüngeren deutsche Architekturgeschichte entstanden.

Die politischen Funktionsbauten der untergegangenen DDR hingegen passten in keinerlei Hinsicht in dieses Schema. Die meisten von ihnen wurden durch den Bildersturm, die Damnatio Memoriae, in den Nuller Jahren beseitigt.



Im Fokus des Bildbandes "Berliner Republik" von Jens Knappe stehen die Darbietungen auf dieser Bühne: die Politiker als Darsteller ihrer selbst und ihrer Politik, das "Input" anderer politischer Akteure in den politischen Prozess sowie das "neue" Berlin an sich. Qualitativ spannt sich der Bogen da­bei zwischen Schmierenkomödie hin zum großen Drama (bspw. Vertrauensfrage im Deut­schen Bundestag oder die Bekanntgabe der Kanzlerkandidatur Merkels im Konrad-Ade­nauer-Haus). Generell sind die meisten der Inszenierungen in Deutschland noch meilen­weit von den aseptisch-professionellen Auftritten US-amerikanischer Spitzenpolitiker ent­fernt, für die zumeist Hollywood-erprobte "Spindoktoren" verantwortlich sind. Hierzu­lande wirkt so manches noch linkisch und unbeholfen, oftmals inszeniert von verbeamte­ten Behördenmitarbeitern eines mittleren Dienstgrades. Dennoch ist es vielleicht dieser Umstand, der manchem neben einer oftmals unfreiwillige Komik auch einen gewissen Charme verleiht.



Für diesen Bildband wurden einige dieser Szenen ausgewählt: Politiker, die als Denkmal ihrer selbst auftreten oder furios für ein großes Thema streiten; die artistischen Darbietungen eines Jungliberalen, der mit vermeintlich "modernen" PR-Maßnahmen nach oben will; ein Regierungschef, der an ganz andere, offensichtlich wesentlich schöne­re Dinge zu denken scheint; Kulturschaffende, die sich aus ihren komfortablen Nischenexist­enzen in den Zwang, plötzlich "Stachel im Fleische" des Politikbetriebs sein zu müssen, geworfen sahen; Inszenierungen an symbolhaften Orten für die richtige Photo-Opp; der torwandkickende Kanzler, der buchstäbliche Schulterschluss mit Vertretern der Künste. Aber auch Berlin als Ort, an dem sich sowohl US-amerikanischen Präsidentschaftsbe­werber wie auch der Dalai Lama für ein weltweites Publikum in Szenen setzen, Massen­veranstaltungen zwischen der anarchistischen "Fuck"- und der hedonisti­schen "Love Parade" sowie dem patriotischen "Sommermärchen" stattfinden, wo der öf­fentliche Raum oder die Orte des politischen Berlin im besten Falle zu Spielstätten junger Kunst und Kultur umfunktioniert, aber auch von der Werbung und Kommerz zweckent­fremdet wurden.



Das politische Berlin wurde dabei wie Bühnendarbietungen und Theaterkulissen begriffen und fotografiert. Ein bunter Strauss von Bildern aus einer Zeit, die eigentlich noch ganz nah ist, aber doch schon in gewisser Weise ferne Vergangenheit.

Diese vergleichsweise kurze Epoche, die der Transformation der "Bonner" zur "Berliner Republik", stellt eine historische Zäsur der deutschen Nachkriegsgeschichte dar: der Überführung von Politik aus der bewusst gewählten Provinzialität hin in die internationale Metropole.



Der Bildband "Berliner Republik" von Jens Knappe erscheint beim Berliner Gamut Verlag und ist ab Mai 2016 im Buchhandel oder online über die Website http://gamut-verlag.de erhältlich.



Jens Knappe: Berliner Republik/ Berlin Republic.

Hauptstadt als Bühne/ The Capital as a Stage.

Die Nuller Jahre/ The Noughties.



Gamut Verlag Berlin.

Berlin 2016.

Harcover-Bildband

204 Seiten, 229 farbige Abbildungen

Deutsch/ Englisch



ISBN 978-3-940948-36-6



€ 49,00



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Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Frau Daniela Wittenberg (Tel.: 03044719148), verantwortlich.

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