info@PortalDerWirtschaft.de | 02635/9224-11
Suchmaschinenoptimierung
mit Content-Marketing - Ihre News
Andreas Schultheis, Text & Redaktion |

Der Manager als Dämon

Bewerten Sie hier diesen Artikel:
0 Bewertungen (Durchschnitt: 0)


Der "VW-Boni-Skandal" zeigt: Personalisierungen verkaufen sich medial oft besser als vielschichtige Erklärungsmuster


Der sogenannte "Boni-Skandal" bei VW zeigt wieder einmal: Personalisierungen verkaufen sich medial oft besser als vielschichtige Erklärungsmuster. Doch die derzeitigen Probleme bei Deutschlands größtem Autobauer sind nicht nur auf einzelne Manager wie Martin Winterkorn oder einen "gierigen Vorstand" zurückzuführen, meint der Personalexperte Michael Zondler.

von Ansgar Lange. Der sogenannte "Boni-Skandal" bei VW zeigt wieder einmal: Personalisierungen verkaufen sich medial oft besser als vielschichtige Erklärungsmuster. Doch die derzeitigen Probleme bei Deutschlands größtem Autobauer sind nicht nur auf einzelne Manager wie Martin Winterkorn oder einen "gierigen Vorstand" zurückzuführen, meint der Personalexperte Michael Zondler.

Die Diskussion über die Boni-Zahlungen an den VW-Vorstand erhitzt die Gemüter. Schnell geraten Manager und andere Führungskräfte unter Raffke-Verdacht. Der Unternehmensberater und Management-Theoretiker Reinhard K. Sprenger hat in der Tageszeitung Die Welt sogar davon geschrieben, dass VW die "Beute der Manager" sei. In seinem Kommentar kommt Sprenger zu dem Schluss, die "Kartellbrüder von VW" agierten "mit einer Melange aus Staatsgarantie, IG-Metall-Anbiederung und kriminalisierenden Zieldiktaten".

"Grundsätzlich halte ich viel vom Faktor Persönlichkeit. Doch ich halte es für zu einfach, wenn man alles, Sieg wie Niederlage eines Unternehmens, nur auf den Faktor Persönlichkeit zurückzuführt. Es ist noch nicht so lange her, da war Martin Winterkorn ein Star und ungekrönter König. Jetzt ist er auf einmal das personifizierte Böse. Das ist mir zu schlicht. Aber in den Medien findet man oft mehr Gehör mit personalisierten Erklärungsmustern. Letztlich projiziert man in Führungsfiguren eine Allmacht hinein, die sie nicht haben", sagt der Personalexperte Michael Zondler, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens centomo http://www.centomo.de

Kommen etwa nur böse Manager in den Himmel beziehungsweise auf der Erfolgsleiter ganz nach oben? Zondler hält eine solche Sichtweise für abwegig, obwohl sie zurzeit aufgrund des "Boni-Skandals" bei VW und der Enthüllungen über Briefkastenfirmen in Steueroasen wieder sehr populär sei: "Wer nur über die negativen Eigenschaften des Narzissmus wie Überempfindlichkeit gegenüber Kritik, mangelnde Empathiefähigkeit, Neigung zum Größenwahn etc. verfügt, wird ein Unternehmen langfristig an die Wand fahren. Er landet dann für sein psychotisches Verhalten vielleicht nicht im Knast wie der Schwerverbrecher, wird aber als Unternehmensführer scheitern, weil seine Neigung, sich mit Speichelleckern und Jasagern zu umgeben, zu einem Kontrollverlust führen wird. Ich bin davon überzeugt, dass viele Manager und insbesondere auch Unternehmer aus dem Mittelstand über eine gehörige Portion positive Eigenliebe verfügen. Sie wollen etwas aufbauen und entwickeln Visionen für ihre Unternehmen, mit denen sie sich nicht nur ein Denkmal für die Nachwelt schaffen, sondern auch etwas Positives für die Mitarbeiter schaffen wollen." Eine unersättliche Gier nach Macht und Geld allein reiche nicht aus, um in hochkomplexen Unternehmen ganz nach oben zu kommen.

Ähnlich sieht die der Psychotherapeut Thorsten Kienast https://www.therapie.de/psychotherapie/kienast/ In einem Interview mit der FAZ sagte er, der Zusammenhang zwischen Erfolg in einer Spitzenposition und der Persönlichkeit des Leaders können nicht nur auf "dunkle" Strategien reduziert werden: "Man darf nicht vergessen, dass sich Leader vieler Toppositionen, die sich längerfristig halten, stetig und auf vielen Ebenen täglich mit viel Transparenz bewähren müssen." Ein Hang zum Narzissmus möge ausgeprägter sein als bei Otto Normalverbraucher, aber nicht in einem pathologischen Sinne. Außerdem seien nur etwa dreißig Prozent des Erfolgs durch die Persönlichkeitsstruktur erklärt. Kontakt
Andreas Schultheis, Text & Redaktion
Andreas Schultheis
Auf den Hüllen 16
57537 Wissen
01714941647
andreas.schultheis@googlemail.com
http://www.xing.com/profile/Andreas_Schultheis2


Web: http://www.xing.com/profile/Andreas_Schultheis2


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Andreas Schultheis (Tel.: 01714941647), verantwortlich.


Keywords: vw, winterkorn, personalisierung, centomo, michael zondler, personalexperte,

Pressemitteilungstext: 511 Wörter, 3976 Zeichen. Als Spam melden

Unternehmensprofil: Andreas Schultheis, Text & Redaktion


Kommentare:

Es wurde noch kein Kommentar zu diesem Thema abgegeben.



Ihr Kommentar zum Thema





Weitere Pressemitteilungen von Andreas Schultheis, Text & Redaktion lesen:

Andreas Schultheis, Text & Redaktion | 05.12.2016

Freude am Gefahrenwerden

Von Ansgar Lange +++ Die Automobilindustrie steht vor einem Gezeitenwechsel. "100 Jahre lang propagierte die Autoindustrie die "Freude am Fahren". Jetzt sollen die Bordcomputer übernehmen. Die Branche fragt sich: Will der Kunde das wirklich?", fragt...
Andreas Schultheis, Text & Redaktion | 02.11.2016

Arbeit ist nicht alles

Von Ansgar Lange +++ Arbeit und Konsum bestimmen das Leben der Menschen in der westlichen Welt. Viele fühlen sich dabei wie in einem Hamsterrad. Auch wenn die beiden Ersatzreligionen der modernen Welt viele nicht glücklich machen, sehen diese doch ...
Andreas Schultheis, Text & Redaktion | 20.10.2016

Cool statt Cole - Warum Deutschland den digitalen Wandel nicht verschläft

Von Ansgar Lange +++ Deutschland verschläft den digitalen Wandel. Diese Ansicht vertritt Tim Cole. Seinen Mut zu steilen Thesen stellt der Internet-Publizist auch mit Sätzen wie diesen unter Beweis: "Deutsche Unternehmen sind in hohem Maße hierarc...