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Unternehmer spüren immer noch die Nachwirkungen der Finanzkrise von 2008 – Studie

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In Deutschland müssen rund 72% der gesamten Gründungsinvestitionen für ein Unternehmen aus eigener Kasse bezahlt werden.


 

Unternehmer spüren immer noch die Nachwirkungen der Finanzkrise von 2008 – Studie

 

In Deutschland müssen rund 72% der gesamten Gründungsinvestitionen für ein Unternehmen aus eigener Kasse bezahlt werden.

 



 

Folgen der globalen Finanzkrise: Obwohl neue Quellen für Unternehmensfinanzierung, wie Crowdfunding, an Popularität gewinnen, sind, nach einem neuen Bericht über Entrepreneurial Finance des Global Entrepreneurship Monitor (GEM) zufolge, Unternehmer mehr als zuvor auf Eigenfinanzierung angewiesen.  

 

Die globale Finanzkrise hat, was das Unternehmertum angeht, weltweit Spuren hinterlassen. Eine neue Studie zeigt, dass sich die Mehrheit der Unternehmer (95%) für Neugründungen auf ihre eigenen finanziellen Mittel verlassen muss.

 

Trotz der Tatsache, dass die durchschnittlichen Gründungskosten für ein Unternehmen gesunken sind, erklären die Autoren, dass der Zugang zu Finanzmitteln in vielen Ländern für Unternehmen ein großes Problem darstellt. Kleine und mittlere Unternehmen haben hierbei am meisten zu kämpfen. 

 

Der Global Entrepreneurship Monitor 2015-2016 Special Report on Entrepreneurial Finance (ein Sonderbericht über Unternehmensfinanzierung) untersuchte unternehmerische Finanzmodelle auf der ganzen Welt.  

 

 „Die jüngste Finanzkrise, die schlimmste der letzten 80 Jahre, hatte schwerwiegende Auswirkungen auf die wirtschaftliche Lage und die ganze Unternehmenslandschaft“, erklären die Autoren Dr. Caroline Daniels, Mike Herrington, und Penny Kew.  

 

Rund sechzig Länder nehmen jährlich an dem globalen Forschungsprojekt Global Entrepreneurship Monitor (GEM) teil. Der letzte Sonderbericht über Entrepreneurial Finance (Unternehmensfinanzierung) wurde vor zehn Jahren veröffentlicht. Seitdem haben sich Faktoren, wie Gründungskosten, Verfügbarkeit von Finanzmitteln und von Finanzierungsquellen, weiterentwickelt.   

 

Für die Neugründung eines Unternehmens werden im Jahr 2004 im Durchschnitt 54.000 US-Dollar und im Jahr 2006 rund 65.000 US-Dollar benötigt. Der Medianbetrag im Jahr 2015 liegt bei nur 13.000 US-Dollar.

 

 „Trotz der Tatsache, dass im Jahr 2015 ein Medianwert, anstatt der zuvor berechneten Durchschnittswerte, verwendet wurde und ein direkter Vergleich demnach eigentlich nicht möglich ist, erkennen wir aus diesen Zahlen, dass Unternehmer von heute immer mehr bereit sind ein Unternehmen mit weniger Mitteln zu gründen. Die Ergebnisse zeigen, dass sie dazu fähig sind, was unserer Meinung mit dem Einfluss des Internets zu tun haben kann“, erklärt Herrington. 

 

Aus einer globalen Perspektive nutzen 95% der Unternehmer zur Gründung eines Unternehmens eigene finanzielle Mittel. In Deutschland liegt dieser Wert bei 90%. In Israel und Spanien wird der niedrigste Durchschnittswert verzeichnet, nur 79% der Unternehmer nutzen eigene finanzielle Mittel zur Gründung ihres Unternehmens.

 

Der Anteil der erforderlichen Gesamt(eigen)investitionen für Unternehmensgründungen variiert stark: 47% in Burkina Faso sowie im Senegal, bis zu 91% in China beziehungsweise 98% in Indonesien. In Deutschland müssen rund 72% der gesamten Gründungsinvestitionen aus eigener Kasse bezahlt werden.

 

Im Durchschnitt steigt der Eigeninvestmentanteil weltweit – im Jahr 2004 lieferten Unternehmer durchschnittlich 66% ihres Startkapitals, im Jahr 2015 sind es bereits 72%.

 

„Im gegenwärtigen wirtschaftlichen Klima deutet das alles auf ein immer stärker werdendes Gefühl der Eigenständigkeit hin“, erklärt Herrington.   

 

Herrington betont, dass die Unternehmer häufig aus der Not Eigenmittel verwenden, da sie  keine Fördermittel erhalten. „Dies gilt vor allem für Unternehmerrinnen, die von traditionellen Kreditgebern oft ungleich behandelt werden – sowohl in Industrie- und Entwicklungsländern.“ 

 

Mit Ausnahme von nur zwei Ländern benötigen Unternehmerinnen in allen anderen Ländern weniger Geld als Männer, um ein Unternehmen zu gründen. In Kanada stellt sich heraus, dass Männer 8,5-mal so viel Gründungsmittel benötigen wie Frauen – der höchste geschlechtsspezifische Unterschied. In Deutschland benötigen Männer 2,5-mal so viel Starthilfe wie Frauen.  

 

Für viele Unternehmer spielen die eigenen Ersparnisse, sowie die Beiträge von Nachbarn, Familie und Freunden eine wichtige Rolle; Unterstützung von Fremden kommt seltener vor. „Wenn man aus privilegierten Lebensumständen kommt, vor allem in Afrika und Nordamerika, wo die Anteile an informellen Investitionen am höchsten sind, verschafft einem das natürlich einen günstigen Vorsprung“, betont Kew.                                                                                      

 

In allen Regionen bleiben die Banken eine wichtige Finanzierungsquelle – in Afrika, Asien und Ozeanien stellen die Banken für circa ein Viertel der Unternehmer Finanzierungsbeiträge bereit. In Nordamerika erreichen die Finanzierungen rund ein Drittel der Unternehmer. Staatliche Förderung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, am höchsten ist sie in Nordamerika (27%) und Europa (23%). In Afrika (17%) sind steigende Tendenzen bezüglich der staatlichen finanziellen Unterstützung festzustellen.       

 

Der Bericht zeigt, dass die traditionellen Formen der Unternehmensfinanzierung zunehmend durch weitere Mittel ergänzt werden: Peer-to-Peer-Kredite, Crowdfunding, Mikro- und Genossenschaftsfinanzierung. Gleichzeitig werden Industrie, Geschäftsmodelle und das Konzept der "Marktplätze" von der Mobilfunktechnologie neu definiert.     

 

C. Daniels erklärt, dass die Globalisierung und die Rolle der Technologie - einschließlich die der sozialen Medien - vor allem in den stärker entwickelten Nationen nicht unterschätzt werden dürfen. „Unternehmer in Nordamerika haben häufig zu mehr Finanzierungsquellen, wie Venture-Capital und Crowdfunding, Zugang.“ „14% der nordamerikanischen Unternehmer sind durch Crowdfunding finanziert. In Afrika, Asien und Ozeanien, liegt dieser Wert bei 2%, in Europa bei 5%.

 

C. Daniels fügt hinzu, „ die Geschäfte weiten sich global immer mehr aus.“ „Da das Bewusstsein für den Zugang zu Ressourcen wächst, erforschen die Akteure Wege, um die Finanzierungsmöglichkeiten in allen Volkswirtschaften zu verbessern.“

 

 

 

GEM

 

Der Global Entrepreneurship Monitor ist weltweit die umfassendste Studie zum Thema Unternehmertum. Durch eine große, zentral koordinierte, internationale Datensammlung, ist GEM in der Lage, qualitativ hochwertige Informationen, umfassende Berichte zur Verfügung zu stellen, die das Verständnis der unternehmerischen Aktivitäten erheblich verbessern. GEM ist eine vertrauenswürdige Informationsquelle für die wichtigsten internationalen Organisationen, wie die Vereinten Nationen, das Weltwirtschaftsforum, die Weltbank und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). GEM stellt vielerlei Information, wie kundenspezifische Datensätze, Spezialberichte und Sachverständigengutachten, zur Verfügung.                                                                      Für mehr Information: www.gemconsortium.org

 

GEM, in Zahlen:

 

·         17 Jahre Datenerhebung

 

·         +200 000 Umfragen pro Jahr

 

·         +100 Länder

 

·         +500 Spezialisten der Entrepreneurship-Forschung

 

·         +300 Akademiker und Forschungsinstitute

 

·         +200 Förderinstitutionen

 


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Hollmann (Tel.: 0033 141 43 72 76), verantwortlich.


Keywords: GEM, Social Entrepreneurship, Sozialunternehmertum; Unternehmensfinanzierung; Crowdfunding;

Pressemitteilungstext: 913 Wörter, 8111 Zeichen. Als Spam melden

Unternehmensprofil: Noir sur Blanc


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