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Alubrücken sind Exportschlager und Kostenkiller

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TU-Professor: Deutsche Kommunen könnten mit Fußgängerbrücken aus Aluminium viel Geld sparen


Von Alexander Hauk

Singen/München (aha). Es ist beinahe so wie beim Propheten, der im eigenen Land nichts gilt: Während sich die Aluminium-Fußgängerbrücken der Peter Maier Leichtbau GmbH (PML) zu einem Exportschlager entwickelt haben, tut sich das Unternehmen mit Sitz im baden-württembergischen Singen mit dem Verkauf hierzulande schwer. Schuld daran haben nicht etwa die Qualität oder die Kosten der Brücken für Fußgänger und Fahrradfahrer – mehrere Studien der Technischen Universität (TU) in München belegen, dass Aluminiumbrücken langfristig deutlich billiger als vergleichbare Brücken aus Stahl, Stahlbeton oder Holz sein können. Die relativ niedrige Nachfrage führt Prof. Dimitris Kosteas von der TU München auf allgemeine Unwissenheit bei den jeweiligen Entscheidungsträgern zurück. „Viele Bauträger kennen Aluminiumbrücken nicht und fordern in ihren Ausschreibungen gewohnheitsmäßig Brücken aus Stahl oder Stahlbeton. Damit scheiden wir von vornherein aus“, bestätigt PML-Geschäftsführer Jürgen Seussler. Dabei könnten vor allem Kommunen mit dem Bau von Alubrücken viel Geld sparen: „Während bei einer Brücke aus Stahl oder Stahlbeton jährlich durchschnittlich rund fünf Prozent der Baukosten an Wartungskosten anfallen, haben Aluminiumbrücken so gut wie keine Folgekosten“, berichtet Kosteas.

Bekannt ist PML vor allem für Lkw-Ladebordwände aus Aluminium.
In diesem Bereich gilt das Unternehmen dank einer selbst entwickelten Hybrid-Schweißtechnik als Weltmarktführer und erzielt 95 Prozent seines Gesamtumsatzes. Mitte der 90er Jahre entwickelte Firmengründer Peter Maier Aluminiumteile, aus denen im Baukastensystem Brücken, Türme, Stege und Treppen gebaut werden können. „Die PML-Systemkonstruktionen werden komplett aus Aluminium-Strangpressprofilen gefertigt. Die Brücken und Treppenanlagen bestehen aus Elementen, die mit Bolzen und Nieten in VA-Qualität zusammengebaut werden“, berichtet Seussler. Alle Anlagen seien für eine Nutzlast von 500 Kilogramm pro Quadratmeter ausgelegt. Die Systeme entsprechen den Normen DIN 1072 und 4113, Eurocode 9 für Aluminium, den französischen Normen Fascicule 61 und Règles Al, sowie dem British Standard 5400.

Alubrücken für China

Insgesamt hat PML weltweit rund 100 Alu-Brücken verkauft. „Etwa 50 Stück haben wir in Deutschland gebaut, die andere Hälfte im Ausland“, sagt Seussler. PML-Brücken für Fußgänger und Fahrradfahrer stehen unter anderem in Frankreich, Italien, Ungarn, England, Polen und der Schweiz. Nun hat das Unternehmen China im Visier. Mitte dieses Jahres hat PML den Auftrag zum Bau von zwei Aluminiumbrücken in Hangzhou, der Hauptstadt der Provinz Zhejiang, erhalten. Die erste Brücke befinde sich bereits im Bau, berichtet Chen Kai Yuan, die Produktionsleiterin des PML-Werks im chinesischen Nanjing: „Neben dem Preis war vor allem die kurze Montagezeit Grund für den Zuschlag in der 7,5 Millionen-Einwohner-Metropole.“ In vielen Städten Chinas herrsche ein hohes Verkehrsaufkommen, viele Straßen könnten nicht einfach für längere Zeit gesperrt werden, weil es sonst ein Verkehrschaos gebe, erklärt die Ingenieurin.

In der Regel werden die einzelnen Brückenteile aus Kostengründen vor Ort neben ihrem späteren Standpunkt vormontiert.
„Der Endaufbau dauert dann nur mehr wenige Stunden“, berichtet Seussler. Die kürzeste Straßensperrung habe einmal nur knapp zehn Minuten gedauert. Wegen der hohen Nachfrage im Ausland hat PML in China bereits ein Tochterunternehmen gegründet und dort ein Produktionswerk gebaut. Ein weiteres Werk im ungarischen Veszprém ist im Moment in Bau. So gefragt Aluminiumbrücken im Ausland sind, in Deutschland entscheiden sich die meisten Bauträger bei Fußgänger- und Fahrradbrücken für Stahl, Stahlbeton oder Holz.

Hohe Wartungskosten bei Stahlbetonbrücken

In vielen städtebaulichen Richtlinien werde nach wie vor sogar noch von der Verwendung von Aluminium abgeraten, kritisiert Prof. Kosteas, der seit 1978 das Fachgebiet Leitmetallbau und Ermüdung an der TU München leitet. Nach Angaben des Ingenieurs zu Unrecht: „Das Argument dass Brücken aus Aluminium teurer sind als aus anderen Werkstoffen wie Stahl, Stahlbeton oder Holz, stimmt nicht.“ Nur in den wenigsten Rathäusern würden auch die so genannten Lebenszykluskosten beachtet. Rund fünf Prozent der Baukosten müsse ein Bauträger für eine Stahlbrücke pro Jahr an Wartungskosten aufbringen. „Eine Stahlbrücke, die ursprünglich für 200.000 Euro gebaut wurde, hat nach 20 Jahren also noch einmal 200.000 Euro gekostet“, rechnet Kosteas vor. Dagegen sei eine Aluminiumbrücke nahezu wartungsfrei.

Aufgrund der hohen Korrosionsbeständigkeit des Leichtmetalls halten Aluminiumbrücken oft vollkommen ohne Schutzanstrich den Umwelteinflüssen stand. „An der Metalloberfläche bildet sich auf natürliche Weise eine transparente, dichte und fest haftende Oxidschicht, die vor Korrosion schützt“, erklärt Kosteas. Selbst im Fall einer Beschädigung der Oberfläche, zum Beispiel durch Kratzer bilde sich die Schutzschicht sofort wieder nach. Lediglich Laugen und Säuren sind in der Lage, diese Schutzschicht zu zerstören. Die Instandhaltungskosten sind über Jahrzehnte äußerst gering. „Die Brücken können ja nicht durch Rost geschwächt werden.“

Zwar sei der Anfangspreis von einem Kilo Aluminium rund fünf Mal höher als bei Stahl. „Dafür benötigt man beim Bau mit Aluminium aber im Durchschnitt nur die Hälfte des Materialgewichts“, so Kosteas. Bei Aluminium kommen weitere Vorteile dazu: Durch stranggepresste Profile optimiert man den Ausnutzungsgrad der Konstruktion und spart auch bei den Verbindungen, etwas durch Verringerung der erforderlichen Schweißarbeiten. Erfahrungen in der Praxis belegen, dass Aluminium-Fußgängerbrücken häufig schon beim Bau günstiger sind als vergleichbare Stahl- oder Stahlbetonbrücken. „Selbst anfänglich höhere Kosten haben sich aufgrund der minimalen Wartungskosten spätestens nach einigen Jahren amortisiert“ so Kosteas. Die modulare Bauweise im Zusammenhang mit dem leichten Gewicht erlaube darüber hinaus eine schnelle, kostengünstige Aufstellung mit minimaler Verkehrsstörung und bei Bedarf Demontage und Wiedererrichtung an einem neuen Ort. Die Stadt Singen errichtete 1997 eine Aluminiumbrücke über die Ach und ist bis heute sehr zufrieden mit dem Bauwerk: „Unsere Unterhaltskosten begrenzen sich auf die Säuberung des Belags auf den Laufflächen“, berichtet Oberbürgermeister Oliver Ehrent.

Polyurethanbelag und Quarzsand sorgen für Griffigkeit

Nach Angaben des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Berlin gibt es keine Vorschrift, die Aluminium als Baumaterial ausschließt. Jeder Bauträger könne selbst über das Material entscheiden. Selbst der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat keine Bedenken gegen Aluminiumbrücken: „Es gibt bestimmte Standards, die erfüllt sein müssen, wie etwa, dass der Grad der Neigung einen bestimmten Wert nicht überschreiten darf. Das Baumaterial spielt aus unserer Sicht aber keine Rolle“, so ADFC-Verkehrsreferent Wilhelm Hörmann. Für den nötigen Griff sorgt bei den PML -Brücken auf der Lauffläche ein Polyurethanbelag mit Quarzsandabstreuung.

„Aluminium ist aufgrund seines geringen Gewichtes und seiner einfachen Verformbarkeit beim Strangpressen ein idealer Werkstoff und bietet einen großen Freiraum für die planerisch-konstruktive Kreativität“, sagt PML-Geschäftsführer Seussler und fügt hinzu: „Mit Brücken aus Aluminium könnten die Kommunen mehrere Millionen Euro sparen.“ Deutschlandweit gebe es rund 180.000 Fußgänger- und Radfahrerbrücken. Der Geschäftsmann hofft, dass die deutschen Kommunen künftig in ihren Ausschreibungen für Fußgänger- und Fahrradbrücken beim Material statt „Stahl“ „Metall“ vorgeben: „Dann könnten wir uns wenigsten auch um den Auftrag bewerben und ein Angebot abgeben.“



Die Firma Peter Maier Leichtbau (PML) GmbH wurde 1984 im baden-württembergischen Singen gegründet. Im vergangenen Jahr (2005) erzielte das mittelständische Unternehmen mit 60 Mitarbeitern 11 Millionen Euro Umsatz. In diesem Jahr sind 15 Millionen Euro angepeilt. Seit Anfang 2005 betreibt PML eine Tochterfirma in China mit 30 Mitarbeitern. Ein weiteres Tochterunternehmen entsteht derzeit für sieben Millionen Euro in Ungarn. Den größten Teil seines Umsatzes, 95 Prozent, erwirtschaftet PML mit Ladebordwänden für Lkw. Firmengründer Peter Maier ist Erfinder der so genannten Hybrid-Laser-Schweißtechnik, die einen Durchbruch beim Zusammenfügen von Aluminium gebracht hat. Er hat sich inzwischen aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, ist aber noch als Gesellschafter mit 50 Prozent an PML beteiligt. Vor etwa zehn Jahren begann das Unternehmen mit der Entwicklung von Aluminiumbrücken. Inzwischen wurden weltweit mehr als 100 Stück gebaut.

PML-Brücken auf einen Blick:
- Freitragende Stützweiten bis zu 80 Meter
- Variable Breiten von 2,00 bis 5,00 Meter
- Nutzlast 5,0 kN pro Quadratmeter gemäß internationaler Normen
- Einfacher Transport und Montage vor Ort durch Elementbauweise
- Individuelles Design, durch verschiedene Farben und
Verkleidungsvarianten
- Wartungsfreie Konstruktion aus Aluminium

Aluminium ist ein chemisches Element aus der so genannten Borgruppe. Kein anderes Metall kommt häufiger in der Erdkruste vor. Aluminium ist extrem reaktionsfreudig, weshalb es nur in chemisch gebundenem Zustand auftritt. Es ist ein leichtes, zähes Metall und ein extrem guter elektrischer Leiter. Durch Legierung wird es hart und statiktauglich. Die weltweit wichtigsten Aluminiumproduzenten sind China, Russland und Kanada.



Web: http://www.pml.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Alexander Hauk, verantwortlich.

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