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Digitale Kompetenzen für jeden in Deutschland

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Immer wenn ich in Deutschland bin, wird der Ingenieur in mir wach. Dieses Land blickt auf eine glänzende Geschichte der Informatik und Innovation zurück – nehmt Gottfried Leibniz zum Beispiel, der vor über 350 Jahren ein binäres System und eine Rechenmaschine...

Hamburg, 17.11.2016 - Immer wenn ich in Deutschland bin, wird der Ingenieur in mir wach. Dieses Land blickt auf eine glänzende Geschichte der Informatik und Innovation zurück – nehmt Gottfried Leibniz zum Beispiel, der vor über 350 Jahren ein binäres System und eine Rechenmaschine entwickelte und bereits damals über Suchmaschinen nachdachte. Oder Konrad Zuse, der vor 75 Jahren den weltweit ersten programmierbaren Computer baute. Carl Benz patentierte einen “Motorwagen”, der die individuelle Mobilität von uns allen komplett verändert hat. Die Liste lässt sich weiter fortsetzen. Und sie beinhaltet unzählige kluge Köpfe und Wissenschaftler, die Produkte und Services entwickelten, die das Leben von Millionen von Menschen verbessert haben. Solch ein Ansatz entspricht genau dem von Google.

Bei meinem Besuch in Deutschland hatte ich in dieser Woche die Gelegenheit, mit einigen führenden Vertretern dieses Forschungsgeistes und technologischen Fortschritts auf der Bühne zu stehen und sie näher kennenzulernen. Zu ihnen gehört Professor Wolfgang Wahlster, Geschäftsführer des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), Tim Hoettges, Vorstandvorsitzender der Deutschen Telekom und viele weitere beeindruckende Persönlichkeiten.

Digitale Kompetenzen

Für mich steht fest, dass Deutschland mit seinen Talenten, seinem hervorragenden Bildungssystem und seiner Leidenschaft für Informatik und Technik in diesem Bereich eine großartige Zukunft bevorsteht. Wir wissen jedoch, dass vielen Menschen in Deutschland – wie auch in den meisten anderen Ländern – die essentiellen Fähigkeiten fehlen, um sich als Teil dieser schnell wachsenden, technikzentrierten Wirtschaft zu fühlen. Es kommt hierzulande offenbar immer noch vor, dass Schüler von der Schule gehen, ohne eine einzige Schulstunde zu IT-Themen erlebt zu haben. Zwei von fünf Unternehmen mangelt es an digitalen Talenten. Überwältigende 28 Millionen Deutsche engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen oder Organisationen, doch allzu häufig verfügen nur wenige über die entsprechenden digitalen Mittel, um ihr ehrenamtliches Engagement noch effektiver zu gestalten.

Es gibt noch so viel zu tun, für Schüler, für Berufstätige und für Ehrenamtliche – und hier wollen wir helfen. Nehmt die „Digitalen Helden“ als Beispiel – sie haben dafür gesorgt, dass 800 Mentoren mehr als 20.000 Schülerinnen und Schüler in 80 Schulen Medienkenntnisse vermitteln können. Initiativen wie diese ermutigen uns dazu, in ganz Deutschland Schulungsprogramme aufzubauen, um Menschen aller Berufsgruppen gut auszurüsten, damit sie das Internet bestmöglich nutzen und anderen helfen können. Bereits 2017 werden wir damit beginnen, in Hamburg, München und Berlin Trainingszentren einzurichten, die für Einzelpersonen und Unternehmen kostenlose Schulungen für digitale Kompetenzen bieten.

Open Roberta, Calliope und Expeditions

Wir setzen uns leidenschaftlich dafür ein, junge Menschen frühzeitig mehr für Wissenschaft und Technologie zu interessieren. Deshalb habe ich beim IT-Gipfel in Saarbrücken sehr gern Zeit mit Schülerinnen und Schülern verbracht, die am Beispiel von Open Roberta unter Beweis stellten, wie viel Spaß Programmieren machen kann. Diese bereits seit drei Jahren bestehende Initiative des Fraunhofer Instituts und uns hat bereits rund 100.000 Schülern auf spielerische Art die Grundlagen des Programmierens vermittelt. Zu sehen, wie so viele talentierte Kinder im Mutterland der Autoindustrie ihre eigenen, fahrerlosen Miniatur-Autos programmierten, war eine wirkliche Inspiration. Umso mehr freue ich mich darüber, dass Google.org, unser philanthropischer Arm, die Unterstützung für Open Roberta um weitere drei Jahre verlängert hat.

Mit Schülerinnen und Schülern habe ich mich außerdem auf eine virtuelle „Expedition“ begeben. Sie führte uns zum Erlebnisbergwerk Velsen – ganz so, wie Lehrer mit „Expeditions“ von Google Arts & Culture jetzt überall ihre Schülerinnen und Schüler auf einen „Spaziergang“ zur chinesischen Mauer führen, sie gemeinsam am Great Barrier Reef „schwimmen“ oder zum Mond „fliegen“ können. In den kommenden Jahren werden wir zusammen mit der Stiftung Lesen daran arbeiten, dass Expeditions auf die Lernziele der Schüler in Deutschland abgestimmt werden. Darüber hinaus planen wir, auch in unseren neuen Trainingszentren Open Roberta und Expeditions anzubieten.

Auch hatte ich Möglichkeit, Calliope aus erster Hand kennen zu lernen. Dabei handelt es sich um ein von der deutschen Regierung – und von Google gefördertes – Microcontroller-Projekt, das Kinder von der dritten Klasse an dazu ermutigen soll, ihre Computer nicht nur für ihre Hausaufgaben (oder zum Spielen) zu nutzen, sondern damit tatsächlich ihre ersten Programmierschritte zu unternehmen. Es lässt sich sogar nahtlos mit Open Roberta als Plattform synchronisieren.

Ich bin davon überzeugt, dass der Einfallsreichtum und das Unternehmertum in Deutschland dafür sorgen werden, dass es auch in den kommenden Jahrzehnten ein führendes Zentrum für Entdeckungen und Chancen bleibt. Ich bin stolz darauf, dass deutsche Führungskräfte und Fachleute in Google einen Partner für diese Entwicklung sehen. Ebenso stolz wäre ich, wenn Projekte wie Digitale Helden, Open Roberta, Calliope und viele andere dazu beitragen könnten, dieses Land mit den notwendigen digitalen Kompetenzen für die Zukunft auszustatten. Damit der nächste Leibniz, der nächste Zuse, der nächste Benz – die nächsten großen deutschen Erfinder – alles vorfinden, um für lange Zeit erfolgreich zu sein.


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