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VG Wort |

DFG gefährdet das Ansehen der deutschen Wissenschaft

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VG Wort appelliert an Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Druckkostenbeihilfe als eigenständiges Förderungsmittel für wissenschaftliche Publikationen beizubehalten


München - Die geplante Abschaffung der Druckkostenzuschüsse als eigenständiges Förderungsmittel durch die DFG wird nach Ansicht der Verwertungsgesellschaft Wort das Ansehen der deutschen Wissenschaft international erheblich beeinträchtigen. Die VG Wort - nach der DFG der zweitgrößte Förderer von wissenschaftlichen Publikationen - appelliert darum an den Hauptausschuss der DFG, in der kommenden Sitzung am 7. Dezember den eingebrachten Vorschlag zu verwerfen. „Hier steht gerade der Ruf Deutschlands als Wissenschaftsstandort auf dem Spiel“, kommentierte VG Wort-Vorstand Prof. Dr. Ferdinand Melichar jüngste Zeitungsberichte, in denen die Abschaffung fälschlicherweise bereits als beschlossene Sache dargestellt wurde.

Die Pläne der DFG sehen vor, Zuschüsse für Dissertationen, Habilitationen, Monographien etc. in Zukunft nur noch im Zusammenhang mit erteilten Forschungsaufträgen zu gewähren, und zwar bereits zu Beginn der Forschungsarbeit. Dadurch entstehen nach Ansicht der VG Wort erhebliche Schieflagen: „Zum einen droht eine Monopolisierung des Wissenschaftsbetriebes, wenn in Zukunft nur noch solche Forschungsarbeiten Publikationszuschüsse erhalten, die im Rahmen von DFG-geförderten Projekten entstanden sind. Außerdem ist es wissenschaftlich kaum zu vertreten, die Publikation einer Arbeit bereits vor Beginn der eigentlichen Forschungstätigkeit zu beschließen“, so Melichar.

Selbst innerhalb der DFG werden Zweifel an den jüngsten Plänen geäußert. Für den stellvertretenden Vorsitzenden des Verlagsausschusses, Manfred Meiner, steckt hinter dem Vorschlag bürokratisches und damit wissenschaftsfremdes Denken: “Die DFG
scheut offenbar den Aufwand, der mit den jährlich rund 1.000 eingehenden Anträgen verbunden ist. Die VG Wort bearbeitet als zweitgrößter Antragsprüfer mit nur 1,5 Stellen
rund 220 Anträge pro Jahr und bewilligt davon etwa 150. Druckkostenzuschüsse der DFG machen 0,3 Prozent ihres jährlichen Gesamtetats von rund 2,3 Mrd. DM aus und bewirken mit wenig Mitteleinsatz viel. Offenbar wird nicht verstanden, dass z.B. zwischen der Publikationspraxis in der Physik und in den Philologien ganz andere Bedingungen herrschen. Zu befürchten ist, dass die DFG ‚billige’ geisteswissenschaftliche Publikationen als vermeintlich nutzlos zugunsten von ‚big science’-Projekten in den Naturwissen-schaften und der Technik vernachlässigen will.“
Auch die Erfahrungen der VG Wort belegen, dass gerade Studienfächer wie Geschichtswissenschaften, Philosophie, Sprach- und Literaturwissenschaften sowie Jura auf projektunabhängige Druckkosten-Förderung in hohem Maße angewiesen sind. „In diesen Fächern entstehen wissenschaftlich bedeutsame, sehr aufwendige Arbeiten oftmals außerhalb etablierter Forschungsprogramme. Diese Wissenschaftler müssen weiterhin die Möglichkeit haben, ihre Ergebnisse in der internationalen Forschungsgemeinde einzubringen. Sonst ist die Unabhängigkeit und das Ansehen der gesamten deutschen Wissenschaft in Frage gestellt“, so Prof. Ferdinand Melichar.

Die Verwertungsgesellschaft WORT wurde vom Gesetzgeber verpflichtet, ihre Einnahmen aus Bibliothekstantiemen für soziale und kulturelle Zwecke einzusetzen. Im sozialen Bereich bezuschusst sie mit rund 13 Mio DM jährlich die Altersversorgung freier Autoren. Im kulturellen Bereich bewilligt sie jährlich ca. 150 Anträge auf Druckkostenzuschüsse und bietet Wissenschaftlern damit die Möglichkeit zur Veröffentlichung ihrer Qualifikationsschriften. Darüber hinaus verwaltet die VG Wort treuhänderisch die Urheberrechte für rund 260.000 Autoren und 6.500 Verlage allein in Deutschland und gibt die Einnahmen nach Abzug der Verwaltungskosten (ca. 8 Prozent) vollständig an die gemeldeten Wahrnehmungsberechtigten weiter.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:
VG Wort
Prof. Dr. Ferdinand Melichar
Geschäftsführender Vorstand
Tel.: 089 51 41 20
E-Mail: info@vgwort.de

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80333 München
Tel.: 089 2878 8780
Fax: 089 2878 8789
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Diese Presseinformation finden Sie auch unter http://www.vgwort.de


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Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Michael Gronau, verantwortlich.

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