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XML-Tage 2007: Der gläserne Patient kommt - was haben Patient und Gesundheitswesen davon?

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Das Forum E-Health, das im Rahmen der XML-Tage in Berlin 2007 stattfindet, zeigt, was der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien für die Verbesserung der Qualität in der Gesundheitsversorgung leisten kann. Hochkomplexe Krankenhausinformationssysteme (KIS) speichern, verarbeiten und integrieren Daten, die bei der medizinischen Dokumentation und in der Verwaltung eines Krankenhauses erhoben werden. Dokumentationssysteme wie der elektronische Arztbrief unterstützen die Ärzteschaft bei der Diagnose und erleichtern die tägliche Arbeit. Patientendaten werden digital erfasst und inklusive Diagnosen, Befunden und Vorgeschichte in einer elektronischen Patientenakte gespeichert. Und nicht zuletzt verspricht die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte allen Patientinnen und Patienten eine für die Zukunft qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung bei gleichzeitiger Senkung der Kosten im Gesundheitswesen.

Diese Themen stehen im Mittelpunkt des Forums E-Health, das am 26. September 2007 in der Humboldt-Universität zu Berlin stattfindet. Zum Auftakt des Programms referiert Prof. Dr. Herbert Weber, Gründungsdirektor des Fraunhofer Instituts für Software- und Systemtechnik ISST. Seine These lautet: die Antwort auf die Frage, ob Informations- und Kommunikationstechnologien als Innovationstreiber der Medizin und damit des gesamten Gesundheitswesens begriffen werden können, kann weder aus medizinischer noch aus technologischer Sicht eindeutig beantwortet werden. Sicher sei jedoch, "dass die Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen in nicht unerheblichem Maße die technologische Innovation behindern und unerwünschte Innovationen möglicherweise begünstigen."

Welche technologischen Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit auch in Zukunft "jedermann bei Bedarf kurative Leistungen nach Stand des Wissens und Könnens" erhalten kann, erläutert Matthias Grünig, M.ITCONCEPT Informationstechnologie GmbH. Demnach sind Informationstechnologien bereits tief im Gesundheitswesen verankert. Dies gelte sowohl für die medizinische Forschung und die Medizintechnologie (Monitoring, Bildgebung, Bildauswertung, Roboter als Beispiele) als auch für die Koordination der Behandlungsprozesse und deren Verwaltung.

Nur wenn die erfolgreiche technologische Vernetzung aller Akteure gelingt, die an der medizinischen Versorgung des Einzelnen beteiligt sind, wird E-Health in Zukunft erfolgreich sein. Der Basistechnologie XML kommt dabei als sektorenübergreifenden Kommunikationsstandard ein besondere Bedeutung zu. Dazu Matthias Grünig: "Für das Gesundheitswesen ist das die Chance für eine verbesserte Kooperation der Spezialisten, für eine schnellere Umsetzung von Forschungsergebnissen, für neue Möglichkeiten von Feldstudien und nicht zuletzt für die Förderung der Gesundheitskompetenz des Individuums".

Eine Schlüsselrolle in diesem Szenario spielt die elektronische Gesundheitskarte. In der Öffentlichkeit heiß diskutiert ist sie für ihre Erfinder die Voraussetzung für eine grundlegende Modernisierung des Gesundheitswesens, ihre Kritiker dagegen sehen darin eine unaufhaltsame Entwicklung hin zum gläsernen Patienten und bezweifeln, dass mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte die Kosten für Behandlung und Verwaltung wirklich sinken werden.

Das Forum E-Health greift die laufende Debatte auf und informiert über aktuelle Entwicklungen. Dr. Doris Wilke vom Bundesgesundheitsministerium erläutert, was die neue Gesundheitskarte für die Zukunft bringen soll. In ihrem Vortrag erläutert Sie Nutzen und Vorteile der elektronischen Gesundheitskarte, geht aber auch auf die Bedenken ein, wie sie in Fachkreisen geäußert werden. Dazu gehört Dr. med. Philipp Stachwitz, Stellv. Dezernent Telematik, von der Bundesärztekammer. Er referiert unter dem Titel " Die elektronische Gesundheitskarte - Risiken und Nebenwirkungen". Sein Vortrag wird deutlich machen, was die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte für die tägliche Praxis bedeutet und wo aus Sicht der Ärzteschaft noch Informations- und Anpassungsbedarf besteht.

Informationsbedarf besteht aber auch im Bereich der Verfügbarkeit und Speicherung von Patientendaten. Auf der einen Seite existiert bereits ein umfangreiches medizinisches Dokumentationswesen, in dem die Daten der zu behandelten Personen elektronisch erfasst und gespeichert werden. In mehreren Fachreferaten fokussiert das Forum die Themenschwerpunkte Prozessmanagement im Gesundheitssystem, XML im Laborumfeld, elektronischer Arztbrief und E-Learning als E-Health. Die Referate zeigen, was technisch bereits möglich ist, und wo die Potenziale für eine verbesserte Gesundheitsversorgung liegen. Auf der anderen Seite stellt sich dem Individuum die Frage, wer auf seine persönlichen (Krankheits-) Daten zugreifen darf und wie diese Daten zum eigenen Nutzen verwendet werden können. Dieser Frage widmet sich Professor Dr. Dr. h.c. Franz-Joseph Peine, Lehrstuhlinhaber an der Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Er fordert: "Die informationelle Selbstbestimmung muss "neu gedacht" werden". Unter einem erweiterten Recht auf informationelle Selbstbestimmung versteht er nicht nur den Schutz vor Datenmissbrauch, sondern auch die moralische Pflicht Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, damit der Private seine Daten sammeln und pflegen kann.

Das Vortragsprogramm im Forum E-Health spannt damit einen thematischen Bogen zwischen dem, was technologisch sinnvoll und machbar ist, und dem, was E-Health für die Zukunft der medizinischen Versorgung bringt. Es reiht sich nahtlos ein in die länderübergreifende Strategie zur Entwicklung der Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg. Die Veranstaltung hat zum Ziel, die Potenziale von E-Health und Telemedizin für die Hauptstadtregion sichtbar zu machen und die zahlreichen Kompetenzträger auf diesem Gebiet miteinander nachhaltig zu vernetzen. Das Forum richtet sich daher nicht nur an Anwender und IT-Fachleute in Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen, sondern vor allem auch an Technologieanbieter, Forschungseinrichtungen und die öffentliche Verwaltung.

Verantwortlich für die Gestaltung des XML-Wirtschaftsforums ist der Verein xmlcity:berlin e. V. (http://www.xmlcityberlin.de). Die Programmgestaltung erfolgte mit freundlicher Unterstützung von Dr. Marion Haß und Stefanie Richter (IHK zu Berlin), Matthias Grünig (M.ITCONCEPT), Dr. Helmut Kunze (TSB Medici), Thomas Brehm (Cedavis GmbH), Dr. Frauke Weichhardt und Christian Fillies (semptation GmbH). Initiiert wurden die ersten XML-Tage im Jahre 2003 durch eine Forschungsförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Inzwischen hat sich die Veranstaltung als führende XML-Kongressmesse etabliert. In diesem Jahr werden insgesamt etwa 1000 Teilnehmer erwartet.

Aktuelle Informationen finden Sie unter http://www.xmltage.de


Kontakt:
xmlcity:berlin e. V.

Presse
Stefan Grill
Tel.: +49.30.21001-407
Email: stefan.grill@xmlcityberlin.de

Wirtschaftsforum
Rainer Thiem
Kleiststraße 23-26
10787 Berlin
Tel.: +49.30.21001-470
Email: rainer.thiem@xmlcityberlin.de

Web: http://ehalth.xmltage.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Stefan Grill, verantwortlich.

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