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Mobile Mitarbeiter brauchen flexible Arbeitszeiten

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Deutsche Unternehmen pochen oft stur auf physische Anwesenheit


von Ansgar Lange

Bonn/Düsseldorf – Jeder fünfte deutsche Erwerbstätige ist ständig mobil. Die meisten davon sind Fernpendler mit täglich mindestens zwei Stunden Fahrzeit, so das Ergebnis der europäischen Studie „Job Mobilities and Family Life“ unter Federführung des Soziologischen Instituts der Uni Mainz, über die das Handelsblatt http://www.handelsblatt.de berichtet. Mobilität, so die Zeitung, führe heute nicht mehr überwiegend zu einem Aufstieg auf der Karriereleiter. Sie diene eher dazu, Arbeitslosigkeit und sozialen Abstieg zu vermeiden.

Berufspendler haben einige Nachteile zu tragen. „Die Unfallgefahr ist nicht zu unterschätzen. Sie ist gerade für Autopendler das Gesundheitsrisiko Nummer eins“, sagt Verkehrspsychologe Thomas Wagenpfeil vom Tüv Süd http://www.tuev-sued.de. Außerdem führt die Dauerpendlerei dazu, dass die Mobilen weniger Zeit mit Freunden und der Familie verbringen können und sich ständig organisieren müssen.

„Damit insbesondere mittelständische Unternehmen die richtigen Fachkräfte in die Provinz holen, müssen sie bei den Arbeitszeiten deutlich flexibler werden. Es motiviert Mitarbeiter ungemein, wenn sie auch mal am Montag oder Freitag vom Home Office aus arbeiten dürfen“, sagt der Personalexperte Marc Emde, Geschäftsführer von KCP-Executives http://www.kcp-executives.de in Köln.
„Die technischen Voraussetzungen für räumlich und zeitlich flexibles Arbeiten sind durch die moderne Telekommunikation gegeben. Wer die besten Köpfe für sein Unternehmen gewinnen will, muss ihnen mehr bieten als nur eine angemessene Bezahlung. Dazu gehört auch ein möglichst flexibles Arbeitsumfeld. Zudem kommt dieses Modell berufstätigen Müttern und Vätern entgegen. Allerdings verhindert eine konservative, ja starre Kultur in manchen Unternehmen, dass Telearbeit oder Gleitzeitmodelle auch wirklich zum Einsatz kommen“, beklagt Emde.
In einer globalisierten Arbeitswelt müssten sich auch die Arbeitszeiten internationalen Standards anpassen, so Emde. „In Europa klammern sich einige noch viel zu stark an die 35-Stunden-Woche oder den geregelten Arbeitstag von neun bis 17 Uhr. Das gehört der Vergangenheit an. In den Vereinigten Staaten geht man teilweise schon viel radikalere Wege“, weiß der Personalexperte. Dort gebe es weder vorgeschriebene Stundenzahlen für die Beschäftigten, noch Anwesenheitspflicht bei Besprechungen und auch keine Kernzeit. Statt Stunden nachzuweisen, zählt nur das Ergebnis: erledigte Aufgaben, abgearbeitete Projekte. „Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung ist für die gehetzten Berufsnomaden ein Segen“, stellt Emde fest.


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