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Schwellenländer sehnen sich nach Premiumfahrzeugen

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Und in Europa beginnt eine schleichende „Aldisierung des Autogeschäfts“


Bonn/Essen – Bei aktuellen Diskussionen über die Autobranche spielt Indien meist keine große Rolle. Hohe Benzin- und Dieselpreise, der schwächelnde Automobil-Absatz im Inland, der Dauerbrenner Pendlerpauschale, die wachsende Staugefahr auf Autobahnen, Überholverbote für Lkw – das sind Themen, welche die Schlagzeilen zumindest für eine gewisse Zeit beherrschen. In Zukunft dürfte Indien jedoch öfter die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Denn Indiens Pkw-Markt boomt, wie eine aktuelle Länderstudie des Essener Marktforschungs- und Beratungsunternehmens R. L. Polk http://www.polk.com belegt.

Allein im vergangenen Jahr wurden dort knapp 1,5 Millionen Fahrzeuge zugelassen. „Damit ist der indische Pkw-Markt, gemessen an den jährlichen Zuwachsraten, einer der am stärksten wachsenden Automärkte der Welt. In den nächsten Jahren werden die Einführung mehrerer Billigfahrzeuge und eine Steuererleichterung für Kleinwagen zu einer weiteren Verdoppelung des Pkw-Marktes auf über drei Millionen Neuzulassungen in 2015 führen“, schreibt Bettina Genster, Consultant Market Analysis, Planning & Forecasting bei Polk.

Für die deutschen Hersteller ist vor allem folgender Aspekt interessant: Schon heute gehören 30 Millionen Inder zur dortigen Mittelschicht. Deutsche Markenprodukte, so die Essener Berater, genießen in Indien einen hervorragenden Ruf, müssen jedoch im Moment noch zum größten Teil importiert werden. Dies sei der Grund, warum immer mehr deutsche Hersteller in eigene Produktionsstätten investieren. Auch an eine Erweiterung der Händlernetze sei gedacht. In den kommenden Jahren ist nach Ansicht der Marktforscher von Polk ein Wachstum der Neuzulassungen deutscher Hersteller inklusive Skoda auf über 200.000 Fahrzeuge pro Jahr zu erwarten, so dass bis 2015 der Anteil am Gesamtmarkt auf fast sieben Prozent gesteigert werden kann.

Während also in Indien und anderen Schwellenländern die Sehnsucht nach Premiumprodukten steigt, haben wir es hierzulande angeblich mit einer schleichenden „Aldisierung des Autogeschäfts“ (Welt-Online) zu tun. „Eine Million Kunden können nicht irren. So viele Menschen hat Renault seit 2004 von einem Dacia Logan überzeugt, dem Gegenentwurf zum ‚Größer – stärker – teurer’ der ganzen Branche“, schreibt Welt-Online über den Erfolg der Billigmarke Dacia. Ursprünglich sei das Fahrzeug für die aufstrebenden Märkte Osteuropas gedacht gewesen, nun aber werde es in 59 Ländern angeboten und an sechs Standorten gebaut.

Laut Welt-Online ignorieren immer mehr Autokunden Markenimage und Design und entscheiden nach dem „Aldi-Prinzip“. Dass dies aber nur die halbe Wahrheit ist, bestätigte Katharina Bee von Polk gegenüber der Welt: „Die Erfolgsgeschichte von Dacia ist nicht repräsentativ, weil die Vermarktung über das bestehende Renault-Händlernetz und das positive Image vom ‚Dacia by Renault’ extrem günstige Rahmenbedingungen boten.“ Automobilexperten betonen daher, dass die Markenposition auch weiterhin notwendig und wichtig ist. „Dabei ist darauf zu achten, dass die Markenwerte sich klar vom Wettbewerb abheben und sich somit Differenzierungsmerkmale ergeben“, so Stephan Dorner, Projektleiter beim Automobilberatungsunternehmen International Car Concept (ICC) http://www.icconcept.de. „Markenwerte werden aber nicht nur über den Hersteller und deren bundesweite Werbekampagnen vermittelt, sondern auch über den Handel. Denn nur der Handel kann über seine individuelle Betreuungsleistung eine effektive Kundenbindung erzielen. Das Produkt alleine ist heute, bis auf wenige Ausnahmen, nicht mehr in der Lage dazu“, stellt der ICC-Berater fest.

Dorner http://www.icconcept.de/beraterteam.php weiter: „Erfolgreiche Händler verwenden die Markenwerte der Hersteller als Basis und ergänzen diese mit schlüssigen und für den Kunden mit einem Mehrwert versehenen Dienstleistungen. Der Kunde muss die Botschaften schließlich Tag für Tag selbst erleben können. Schließlich gibt der Hersteller mit seinen Kampagnen für den Kunden ein Versprechen ab. Und nichts schadet einer Marke mehr als die Unglaubwürdigkeit. Die Erlebbarkeit der Botschaften und deren Stringenz ist der Schlüssel zum Erfolg.“ Es wäre also insbesondere in einem Land mit einer so großen automobilen Tradition wie Deutschland falsch, jetzt den Weg von Dacia zu kopieren und die eigentliche Stärke, nämlich Entwicklung und Produktion von Mittelklasse- und Premiumautomobilen zu vernachlässigen. Letztlich gibt es nämlich – um in einem Bild zu sprechen – Platz für den Discounter und den Feinkostladen.


Web: http://www.ne-na.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Ansgar Lange, verantwortlich.

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