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Börsenzocker und geldgierige Egozentriker schaden dem Unternehmertum

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BVMW-Präsident Mario Ohoven: „Millionen Mittelständler nehmen ihre soziale Verantwortung ernst“


Berlin/St. Gallen - Bei Konzernen in Deutschland gibt es nach einem Bericht der Zeitschrift „Wirtschaftsbild“ http://www.wirtschaftsbild.de nicht nur Licht, sondern auch sehr viel Schatten. „Ende Februar 2008 verkündeten der Autobauer BMW und der Düsseldorfer Konsumgüter- und Markenartikel-Konzern Henkel, sie wollten 8.000 beziehungsweise 3.000 abbauen. Kurz zuvor hatte Siemens erklärt, fast 7.000 Stellen in der Kommunikationssparte zu streichen. Zugleich vermeldeten die Konzerne allerdings Rekordgewinne“, schreibt die Wirtschaftsbild. Diese Beispiele seien keine Einzelfälle, sondern mittlerweile die Regel. Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmw.de, kritisiert die Haltung der Konzernführer. Die angestellten Manager würden dabei anders agieren, als mittelständische Unternehmer: „Im Gegensatz zu vielen Konzernen, bei denen offenbar nur der Börsenkurs zählt, nehmen Millionen Mittelständler ihre soziale Verantwortung ernst. Sie schaffen Arbeitsplätze.“

Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit konzentriere sich einseitig auf die Großunternehmen, bemängelt die Wirtschaftbild: „Wissenschaftler, Analysten, Aktionäre oder Journalisten widmen ihre ganze Neugierde den Konzernen, während sie für die Mittelständler oft nur ein unbeteiligtes Schulterzucken übrig haben.“ Die Fixierung auf börsennotierte Schwergewichte verzerrt nach Auffassung des Schweizer Management-Experten Fredmund Malik http://www.malik-mzsg.ch die Wirtschaftsrealität: „Die Shareholder-Brille hat blind gemacht für die überwältigende Zahl der Unternehmen, die immer schon gut funktionierten und auch in der Ära der Wallstreet-Skandale von ihren Prinzipien nicht abrückten.“ Man habe sich von einer verschwindenden Minderheit von geldgierigen Egozentrikern und Wirtschaftskriminellen für ein Jahrzehnt in die falsche Richtung führen lassen. „Dazu kommt, dass seitens einer bestimmten ökonomischen Theorie ein Problem maßlos überbewertet wird, das täglich in allen Ländern millionenfach problemlos gelöst wird, nämlich das so genannte Principal-Agent-Problem – das heißt, die Frage, wie man als Eigentümer die im Auftrag handelnden Personen so steuert und überwacht, dass man nicht systematisch betrogen wird“, führt Malik in seinem Buch „Unternehmenspolitik und Corporate Governance – Wie Organisationen sich selbst organisieren“ (Campus Verlag) aus.

Die wahren Perlen der Unternehmenslandschaft blieben dadurch unentdeckt und unbeachtet. Malik beschränkt seine Sichtweise nicht nur auf den Mittelstand. Er definiert die erfolgreichen Firmen als „Unternehmerisch geführte Unternehmen“ (UMU). „Es geht bei diesem Unternehmenstyp nämlich nicht um die Größe, sondern um die Art der Führung“, stellt Malik klar. Das Shareholder Value-Prinzip habe das Unternehmertum auf finanztechnische Kennziffern reduziert. Gewinn könne man aber nicht mit wirtschaftlich-unternehmerischer Leistung verwechseln. „Die Wirtschaft muss den Deal-Makern und Spekulanten entzogen werden, denn sonst kollabiert das gesamte System in einem Sumpf aus Fälschungen, Korruption und Wirtschaftskriminalität“, warnt Malik.

Heutzutage seien Shareholder keine Aktionäre mehr im Sinne des unternehmerischen Eigentümers. „Sie kaufen Aktien nicht als Anleger, um sie wegen des Unternehmens und seiner Leistungsfähigkeit zu halten. An den Unternehmen selbst ist diese Art von Aktionär im Grunde nicht interessiert, sondern an der schnellen Perfomance für die Funds-Manager und die Zertifikat-Besitzer“, bemängelt Malik. Die 100 größten Money Manager Amerikas verwalten fast 60 Prozent der US-Aktien und da gehe es in erster Linie um die Turnover-Rate, also um Aktienumschichtungen und weniger um unternehmerische Belange, sonst würden diese Manager die Papier länger halten. Malik plädiert daher für eine Neuregelung des Aktienrechtes. „Wer an der Bestellung des Aufsichtsrates und über diesen Weg an der Corporate Governance mitwirkt, soll eine Haltefrist beachten müssen. Wer das nicht tut, darf in der Hauptversammlung kein Stimmrecht haben“, fordert Malik. Noch 1950 waren nach seinen Erkenntnissen rund 90 Prozent aller amerikanischen Aktien in den Händen der privaten Haushalte. Heute seien es noch knapp über 30 Prozent. „Hingegen halten die institutionellen Investoren heute fast 70 Prozent der Aktien, während sie 1950 lediglich 9 Prozent besaßen“, so Malik.


Siehe auch: http://www.openpr.de/pdf/38410/Der-Kunde-als-Fabelwesen-im-Maerchenwald-Strategielehren-im-Management-fuehren-in-die-Irre.pdf; http://www.handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand_aktuell/politiker-sitzen-konzernen-auf-dem-schoss;1005884; http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:Mittelstand%20Es%20Bank/364074.html; http://www.manager-magazin.de/unternehmen/mittelstand/0,2828,456893,00.html; http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,471750,00.html; http://www.handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand_aktuell/mittelstand-energiepreise-gefaehrden-200-000-jobs;2009853; http://www.handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand_aktuell/mittelstand-energiepreise-gefaehrden-200-000-jobs;2009853; http://www.uni-magazin.de/200603/pdf/special.pdf.

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