info@PortalDerWirtschaft.de | 02635/9224-11
Suchmaschinenoptimierung
mit Content-Marketing - Ihre News
medienbüro.sohn |

PVC-Industrie mit Kreislaufproblemen

Bewerten Sie hier diesen Artikel:
1 Bewertung (Durchschnitt: 5)


EU-Abfallrahmenrichtlinie sorgt für Recyclingstress


Bonn/Brüssel, 3. Dezember 2008, www.ne-na.de - Die europäische PVC-Industrie steht in den nächsten zehn Jahren nach Prognosen des Bonner Abfallexperten Sascha Schuh vor einer ihrer größten Herausforderungen. Spätestens bis 2020 muss sie ihren Beitrag zu einer werkstoffliche Recyclingquote von mindestens 70% leisten“, sagte Schuh auf der Bonner Fachtagung „PVC – Rohstoff und Sorgenkind der Entsorger“. Auslöser dafür sei die Verabschiedung der Novelle der EU-Abfallrahmenrichtlinie. Bis 2020 müssten 70 Prozent der verwendeten Produkte aus Bau- und Abbruch wiederverwendet oder werkstofflich verwertet werden. „Da mehr als 75 Prozent der in Verkehr gebrachten PVC-Produkte auf dem Bau landen, müssen die Verantwortlichen in den nächsten Jahren noch ihre Hausaufgaben erledigen“, so Schuh, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Ascon http://www.ascon-net.de. Bei einem europäischen Marktvolumen von 6,4 Millionen Tonnen PVC und einem Produktanteil von 75 Prozent ergäbe sich ein Recyclingpotential von mehr als 4,8 Millionen Tonnen. Davon 70 Prozent seien immer noch mehr als drei Millionen Tonnen PVC, die dann auf ihre werkstoffliche Verwertung warten, es sei denn, dass sich die Kunststoffindustrie hinter den Bemühungen anderer Branchenteilnehmer verstecke.

„Wenn die Organisation Vinyl 2010 http://www.vinyl2010.org sich in den nächsten zwei Jahren rund 200.000 Tonnen PVC-Verwertung auf die Fahne geschrieben hat, dann können sie ihre Ziele für 2020 getrost um das sechzehnfache erhöhen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Richtlinie das Recycling von Produktionsabfällen und so genannten postindustriellen Abfällen – wie es in Deutschland zur Zeit geschieht - ausdrücklich ausschließt“, erklärte Schuh. Dabei gebe es nur noch einen Ausweg. Die Verordnung zielt auf Verwertungsquoten der gesamten Masse ab. „Im Endeffekt könnte sich die Industrie künftig mengenmäßig hinter der Steine- und Erdverwertung verstecken. Ich glaube aber nicht, dass sie diesen riskanten Weg einschlagen wird, der in Deutschland in anderen Bereichen schon einmal für strenge gesetzliche Reaktionen sorgte“, so die Bedenken von Schuh. Mittelständische Verwertungssysteme für gemischtes PVC-Recycling vermisst Frank Arleth, Leiter der Ascon-Systemverwertung. Es gebe in Deutschland und Europa zwei hervorragende technische Anlagen zur Verwertung von PVC. „Die Dow Chemical Anlage in Schkopau und die Vinyloop Anlage in Ravenna überzeugen durch ihre Konzeption und ihr Durchsatzvolumen. Doch beide Betriebe kein werkstoffliches Recycling von gemischten PVC-Abfällen leisten. Dow Chemical benötigt ein speziell aufbereitetes Mahlgut zur Weiterverwertung, das schon in der Vorbereitung und Endverwertung so kostenintensiv ist, dass selbst die Sondermüllverbrennung als kostengünstigere Alternative erscheint“, weiß Arleth.

Es fehle ein Unterbau für die werkstoffliche Verwertung gemischter PVC-Abfälle. Man könne nicht jede Sortieranlage zwingen, drei, vier oder mehr PVC-Fraktionen auszusortieren, um sie dann gegen Zuzahlung an einen Verwerter abgeben zu müssen. „Entsorger brauchen Alternativen, wo sie mit ihrem Material hingehen können. Da hilft es nicht, einen Abnehmer für Rohre, für Fenster und für Dachbahnen zu präsentieren. Ziel muss es sein, geeignete werkstoffliche Verwerter aufzubauen, zu unterstützen und als Alternative für die Entsorger zu installieren“, forderte Arleth. Kritik äußerte Sebastian Frings-Neß, Vorsitzender der neuen Recyclingorganisation EUPVcycle, an den nebulösen Recyclingstatistiken der Verbände AGPU http://www.agpu.de und Vinyl 2010: „Wenn zwei Verbände zusammen eine Erklärung abgeben und sich gegenseitig zwei gegensätzliche Zahlen bestätigen, charakterisiert dies den Zustand des europäischen PVC-Recyclings“, kommentierte der Vorsitzende des Vereins die Presseerklärung der beiden Lobbyistenvereinigungen. „Ich empfehle jedem, erst die Zahlen der AGPU und dann die von Vinyl 2010 zu lesen und sie mit aktuellen Verordnungen zu vergleichen. Dann kann man sich ausmalen, was auf diese Industrie in Zukunft zukommt“, warnte Frings-Neß. Er kündigte für dieses Jahr einen eigenen zertifizierten Mengenstrom für das werkstoffliche Recycling von nicht regulierten PVC-Abfallströmen an. „Es wird nicht leicht, aber unser Ziel ist es, in den nächsten zwei Jahren europaweit eine werkstoffliche Verwertung nicht regulierter PVC-Abfälle zu dokumentieren, die den Anforderungen der Abfallrahmenrichtlinie entspricht und somit den PVC-Verwertern auch langfristig eine Perspektive aufzeigt“, sagte Frings-Neß in Bonn.


Redaktion
NeueNachricht
Gunnar Sohn
Ettighoffer Straße 26a
53123 Bonn
Tel: 0228 – 6204474
Mobil: 0177 – 620 44 74
E-Mail: medienbuero@sohn.de
www.ne-na.de



Web: http://www.ne-na.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Gunnar Sohn, verantwortlich.

Pressemitteilungstext: 620 Wörter, 4809 Zeichen. Als Spam melden


Kommentare:

Es wurde noch kein Kommentar zu diesem Thema abgegeben.



Ihr Kommentar zum Thema





Weitere Pressemitteilungen von medienbüro.sohn lesen:

medienbüro.sohn | 27.03.2009

Sascha Lobo und die halbautomatische Netzkommunikation

Berlin/München, 27. Februar 2009, www.ne-na.de - Millionen Deutsche sind mittlerweile in sozialen Netzwerken wie XING, Wer-kennt-wen, Facebook oder StudiVZ organisiert, haben ein Profil und präsentieren sich auf irgendeine Art im Web, ob mit Bilder...
medienbüro.sohn | 24.02.2009

Visuelles Merchandising als Servicestrategie im Einzelhandel

Köln, 23. Februar 2009, www.ne-na.de - Ob in der U-Bahn, in der Bank oder in Supermärkten – Elektronische Medien haben das visuelle Merchandising revolutioniert und schaffen völlig neuen Präsentations- und Informationsmöglichkeiten. Laut einem ...
medienbüro.sohn | 20.02.2009

Verpackungsabfall: Branchenlösungen graben haushaltsnaher Entsorgung das Wasser ab

Von Gunnar Sohn Berlin/Bonn - Die Verpackungsverordnung in der neuen Fassung ist seit dem 1. Januar in Kraft. Die Novellierung sollte einen fairen Wettbewerb für das Recycling von Verpackungsmüll sicherstellen und die haushaltsnahe Abfallsammlu...