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Bibliothekare: Ohne leistungsfähige Bibliothek keine Forschung und kein Studium!

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• Neueste fachwissenschaftliche Literatur erfordert mehr Investitionen • Digitaler Zugang und die Erhaltung wertvoller Bestände sind nötig • Bibliothekare entwickeln elektronische Arbeitsumgebung für Forscher und Studierende mit

Erfurt - Als das Kölner Stadtarchiv im März einstürzte, standen Politik und Öffentlichkeit in Deutschland Kopf. Das „Gedächtnis der Stadt“ zerstört, 1.000 Jahre dokumentierte Geschichte vernichtet – ein unschätzbarer Verlust für Forschung und Kultur. „Wenn ein Archiv einstürzt oder eine Forschungsbibliothek brennt, ist es eigentlich zu spät“, kritisiert Dr. Ulrich Hohoff, Vorsitzender des Verbands Deutscher Bibliothekare (VDB) und Chef der Universitätsbibliothek Augsburg. Die Bibliothekarinnen und Bibliothekare an wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland fordern ein gemeinsames Vorgehen mit Wissenschaftlern und Politikern, um wissenschaftliche Fachliteratur auf aktuellem Stand bereitzustellen und um überliefertes Kulturgut in den Einrichtungen zu erhalten. Es geht um Prioritäten und um finanzielle Mittel.

Beim 98. Deutschen Bibliothekartag 2009 vom 02. bis 05. Juni in Erfurt treffen sich rund 3.000 Experten aus öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken, um ihre Aufgaben in der Informationsgesellschaft zu diskutieren. Auch die Herausforderungen der Digitalisierung und der elektronischen Medien stehen im Mittelpunkt des Branchenkongresses unter dem Motto „Ein neuer Blick auf Bibliotheken“. Zur Eröffnung des Kongresses wird am 2. Juni der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Prof. Dr. Peter Strohschneider, sprechen. Der Wissenschaftsrat ist das wichtigste Beratungsgremium für die Wissenschaftspolitik. Auch der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus wird erwartet. Die organisatorische Leitung hat das Ortskomitee, an dessen Spitze die Direktorin der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt-Gotha, Christiane Schmiedeknecht, steht.

Die Arbeit der Bibliothekarinnen und Bibliothekare ermöglicht auch das Studium für rund 2 Millionen junge Menschen und die wissenschaftliche Forschung an rund 300 Universitäten und Hochschulen in Deutschland. Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sind ebenfalls auf aktuelle Quellen in Form von Büchern, Zeitschriften, Datenbanken und Forschungsdaten angewiesen.

Über die aktuellen Probleme müsse deshalb auch die Politik informiert sein, sagt der VDB-Vorsitzende: „Unser Aufwand, um den internationalen Stand der Forschung zugänglich zu machen, nimmt zu. Die Spezialisierung in den Wissenschaften hält an, und die Preise für Zeitschriften und Datenbanken erreichen manchmal astronomische Höhen.“ Eine Universität müsse Tausende an Abonnements und Lizenzen halten. Es sei sehr schwierig, bei Fragen der Publikation und der Preisgestaltung die Interessen der Bibliotheken und Hochschulen, der wissenschaftlichen Autoren und der Verlage auszutarieren. Wenn Deutschland weiterhin an der Spitze der Wissenschaft mithalten wolle, seien jedenfalls höhere Investitionen in den Kauf und in Lizenzen von wissenschaftlicher Fachliteratur unumgänglich.

Wissenschaftliche Bibliotheken sind auch Lernzentren der Wissenschaft. Die Lesesäle an den Hochschulen sind überfüllt, die Ausleihzahlen steigen. Auch hier stellen sich neue Aufgaben: Studierende wollen beispielweise von ihrer Lernumgebung am Laptop direkt auf wissenschaftliche Veröffentlichungen zugreifen. Bibliothekare müssen praktische Fragen lösen: Wie machen wir Studierende fit für den Umgang mit Fachinformationen? Wie schaffen wir Platz für das Lernen in Kleingruppen? Und was für Bibliotheksbauten braucht die Generation Internet?

„Bibliothekare arbeiten auch an komfortablen digitalen Arbeitsumgebungen für das wissenschaftliche Arbeiten mit“, sagt der VDB. „Gescannte Textseiten sind dafür hilfreich, aber nicht ausreichend. Wissenschaftler wollen beispielsweise stabile Seiten zitieren, Bemerkungen notieren, Zitate herausnehmen – und sie wollen Texte und Daten vergleichen und analysieren.“ Nach wie vor erwartet die Gesellschaft, dass Bibliothekare und Archivare Wissen dauerhaft bereitstellen. Im digitalen Umfeld bestehen hierfür noch technische und organisatorische Hürden.
Wie bisher organisieren Bibliothekare den wachsenden Bestand an gedruckten Büchern und Zeitschriften. Zahlreiche Wissenschaftsfächer (zum Beispiel Geschichte, Literaturwissenschaft und Rechtswissenschaft) arbeiten mehrheitlich noch mit gedrucktem Material. Aber die ‚Gutenbergkultur’ wird langsam digital verfügbar.

Schließlich bewahren wissenschaftliche Bibliothekare seit Jahrhunderten Millionen Seiten an kostbarem Kulturgut und spezielle historische Sondersammlungen auf. Einige Bibliotheken sind geradezu Schatzhäuser des überlieferten Wissens. Der Erhalt gefährdeter Drucke, Handschriften und anderer historischer Quellen ist heute durch die Trägereinrichtung allein nicht mehr finanzierbar. Bibliothekare haben hierzu zwei Anliegen: Investitionen in die Digitalisierung der Bestände und in den Erhalt und die Pflege historischer Originale.

Der 98. Bibliothekartag 2009 vom 02. bis 05. Juni in Erfurt steht unter dem Motto „Ein neuer Blick auf Bibliotheken“. Der Berufsverband Information Bibliothek e.V. (BIB) und der Verein Deutscher Bibliothekare e.V. (VDB) veranstalten in Kooperation mit dem Deutschen Bibliotheksverband e.V. (DBV) die mit 300 Vorträgen und 78 Workshops größte zentrale Fortbildungsveranstaltung und wissenschaftliche Tagung für das deutsche Bibliothekswesen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei tower media (Adresse: www.tower-media.de) oder unter www.bibliothekartag2009.de.


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Stefan Menning, verantwortlich.

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