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IAI-Industrietag 2001: Einsatzmöglichkeiten des Industriestandards IFC

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Gemeinsame Sprache des Bauwesens für E-Commerce nutzen


MÜNCHEN, 05. Juni 2001 - Die IAI, Industrieallianz für Interoperabilität, hat auf ihrem diesjährigen Industrietag am 31. Mai 2001 über die Einsatzmöglichkeiten des Industriestandards IFC im Planungs- und Ausführungsprozess und im E-Commerce informiert. Unter dem Motto "Eine universelle Sprache für das Bauwesen: Neue Medien nutzen und E-Commerce realisieren" berichteten Mitglieder der IAI bei dem Treffen am Flughafen München über den aktuellen Stand von IFC.

Die IAI ist ein internationaler Zusammenschluss von derzeit über 650 Firmen der Baubranche in 22
Ländern mit dem Ziel, einen gemeinsamen Standard für den Datenaustausch zu entwickeln. Im
Rahmen der von der IAI entwickelten IFCs (Industry Foundation Classes) werden Bauteile als Objekte definiert und in Programmen, die diesen Standard unterstützen, auch als solche interpretiert. Am Beispiel internationaler, von der IAI begleiteter und gesponserter Projekte wurde auf dem Industrietag gezeigt, wie das Datenaustauschformat IFC die Planung und Ausführung von Bauprojekten vereinfacht. Darüber hinaus zeigte Architektin Christine Degenhart in einem Werkstattbericht, wie man situationsbezogen die Vorzüge von "intelligenten" CAD-Objekten, die man über IFC austauschen kann, mit klassischer Arbeitsweise in 2D und 3D kombinieren und dadurch erhebliche Vorteile in der täglichen Arbeit für sich verbuchen kann.

Ein weiteres Thema des Industrietages war der derzeitigen Implementierungsstand. Es wurde in einem Vortrag von Prof. Rasso Steinmann gezeigt, wie mit den am Markt erhältlichen Programmen, die inzwischen die IFC unterstützen, ein durchgängiger Datenfluss zwischen verschiedenen
Planungsstufen vom Architekten zu den Fachplanern der Haustechnik und Tragwerksplanung und
weiter bis zur Arbeitsvorbereitung in der Ausführung realisiert werden kann, der einen Quantensprung im Vergleich zu bisherigen Datenaustauschformaten darstellt. Durch den Einsatz der IFC können Daten unmittelbar weitergenutzt werden, bei gleichzeitiger Einsparung von zeitaufwändigen Mehrfacheingaben und unter Vermeidung von teuren Eingabefehlern. Selbst Anwender von Applikationen, die die IFC nicht unmittelbar unterstützen, aber auf Programmen mit IFC-Schnittstelle aufbauen oder damit über Schnittstellen verbunden sind, können inzwischen erheblich vom Datenaustausch mit IFC profitieren.

Auch die aktuelle Version IFC2x wird von führenden Softwareherstellern wie Autodesk, Bentley Systems, Graphisoft, Nemetschek, und Olof Granlund unterstützt, wodurch sichergestellt ist, dass die IFC auch in Zukunft verfügbar sein wird. Auf dem Industrietag haben sich mit H.A.N. Dataport und Data Design System zwei weitere Hersteller für IFC1.5.1 zertifiziert. Im Rahmen einer Life-Zertifizierung demonstrierten die beiden Unternehmen die Implementation ihrer IFC-Schnittstellen. Beide Unternehmen starten nun ebenfalls die Arbeiten zur Unterstützung der IFC2x.

Über den technischen Stand der aktuellen IFC Version informierte Dr. Thomas Liebich, Consultant im Bereich der integrierten Computerunterstützung für das Bauwesen. Mit IFC2x und der bereits begonnen Implementierung durch führende Softwarefirmen hat die IAI das technische Fundament für den Datenaustausch der nächsten Jahre gelegt. Derzeit konzentriert sich die Entwicklung darauf, diesen Standard möglichst umfassend anzuwenden und zur Verfügung zu stellen. Mit der ifcXML-Spezifikation können IFC Dateien jetzt auch im WWW Standard XML ausgetauscht werden.

Zusätzlich werden andere Bereiche des Datenaustauschs, wie die Massenermittlung, die
Heizlastberechnung oder die Projektübergabe an das Facility Management durch IFC2x Views
unterstützt.

Möglichkeiten des Einsatzes von IFC im E-Commerce stellte Dipl. Ing. Klaus Kesten, Mitglied der Geschäftsführung der Heinze GmbH, vor. Bauprodukthersteller und Fachhandel organisieren mit einer von Heinze in Celle entwickelten umfassenden Produktdatenbank den elektronischen Geschäftsdatenaustausch per Internet. Ziel ist, die Prozesskosten im Beschaffungswesen und in der Logistik durch Nutzung eines gemeinsamen Standards zu senken und die Baustoffbranche fit zu machen für das Internet-Zeitalter.

Hintergrund IAI

Die IAI (Industrieallianz für Interoperabilität) wurde im Juni 1995 in den USA gegründet. Kurz darauf gab es die IAI auch in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Skandinavien, in Singapur, Japan, Korea und Australien. Die IAI ist offen für alle Firmen, die mit dem Bauwesen verbunden sind, seien es Planer, Bauausführende, Betreiber von Bauwerken und Hersteller von Software für das Bauwesen.

In Deutschland sind es aktuell rund 65 Planungsbüros, Banken, Baufirmen und Softwarehäuser. Weltweit hat die IAI zirka 650 Mitglieder.

Hintergrund IFC

Im Rahmen der IFCs (Industry Foundation Classes) werden alle am Bauwerk existierenden Bauteile
als Objekte definiert und in Programmen, die diesen Standard unterstützen, auch wieder als solche interpretiert. Gegenüber dem konventionellen Austausch reiner 2D- und 3D-Strichdarstellungen stellen die IFCs dem
Anwender ein programmübergreifendes, "intelligentes" Datenmodell zur Verfügung. Ein Beispiel:
Übergibt der Architekt seine Rohbauplanung an den Tragwerksplaner, so ist dieser in der Lage, das
Datenmodell hinsichtlich der statischen Erfordernisse zu verändern oder zu erweitern und die Änderungen verlustfrei an den Architekten zurückzugeben. Der Haustechnikplaner kann diese
Informationen ebenfalls für seine Trassenplanung nutzen. Dabei muss projektspezifisch und
individuell abgestimmt werden, wer Änderungen am Datenmodell vornehmen darf oder soll, um die
Nachvollziehbarkeit der Änderunge(Änderungsindex) zu dokumentieren. Laut Professor Richard Junge, Mitglied im IAI-Vorstand, wird "im Laufe der Planung bis zur Ausführung und Abrechnung heute jedes tragende Bauteil mindestens sechs mal neu in eine Datenverarbeitung eingegeben. Damit
ist neben dem Zeitaufwand auch ein enormes Fehlerrisiko verbunden, das durch den Einsatz von IFC für den Datenaustausch drastisch reduziert werden kann."


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Romy Weinert, verantwortlich.

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