info@PortalDerWirtschaft.de | 02635/9224-11
Suchmaschinenoptimierung
mit Content-Marketing - Ihre News
GES - Verlag |

Grüner Punkt kartellrechtlich nicht aus dem Schneider

Bewerten Sie hier diesen Artikel:
1 Bewertung (Durchschnitt: 3)


Vorabmeldung Mittelstandsmagazin Criticón, Ausgabe Dezember.


Bonn - Das Bundeskartellamt habe nach gründlicher Überlegung ein Untersagungsverfahren gegen das Duale System (DSD) als Nachfragekartell eingeleitet. Eine für den Sommer angekündigte Entscheidung sei verschoben worden, weil man die laufende Neuausschreibung der DSD-Entsorgungsverträge abwarten wollte. Nach Intervention der EU-Kommission wurde der Grüne-Punkt-Müllkonzern dazu verpflichtet, alle Entsorgungsverträge offen auszuschreiben mit einer verkürzten Laufzeit von drei Jahren.

Damit sei nach Ansicht von Kartellamtsdirektor Franz Heistermann das DSD wettbewerbsrechtlich allerdings nicht aus dem Schneider. Man beobachte sehr genau, welches Marktpotenzial die DSD-Konkurrenzsysteme wie Landbell oder BellandVision in nächster Zeit erreichen könnten. Allein mit dem Ausstieg der Entsorger aus dem DSD-Aufsichtsrat und der Neuausschreibung der Entsorgungsverträge sei eine Abwendung des Kartellverbotes nicht zu erreichen. "Das Bundeskartellamt hat nicht nur die rechtlichen Möglichkeiten, sondern es ist auch sein gesetzlicher Auftrag, die durch eine Kartellbildung verursachten monopolistischen Strukturen aufzubrechen", so Heistermann. Auf normalen Märkten stünden im Regelfall eine Vielzahl von Anbietern einer Vielzahl von unabhängigen Nachfragern gegenüber. Sie würden individuell unterschiedliche Preise aushandeln. Es komme hierdurch zu einem ständigen Wechsel zwischen Anbietern und Nachfragern und einem starken Wettbewerbsdruck mit den entsprechend positiven Folgen für die Abnehmer und Verbraucher. Davon sei man beim Verpackungsrecycling weit entfernt. Das Verhältnis des DSD zu den Entsorgern sei im Vergleich zu normalen Märkten anormal.

"Die Folge war, dass zwischen 1991 und dem Jahr 2003 faktisch Einheitsentsorgungspreise bestanden und – von einzelnen Sonderfällen einmal abgesehen - keine Neuausschreibung der Leistungsverträge stattgefunden hat", bemängelt Heistermann. Der entscheidende Punkt sei jetzt die Verbesserung des Marktzutritts für Wettbewerber. Ob der Markteintritt von Wettbewerbern ausreicht, um zumindest faktisch eine spürbare wirtschaftliche Entflechtung der kooperativen Nachfrage auf Seiten des Handels und der Abfüller zu erreichen, erscheine derzeit noch höchst zweifelhaft. „Die Struktur des DSD als Nachfragekartell besteht unverändert. DSD ist mit einem Marktanteil von über 95 Prozent weiterhin marktbeherrschend“, so Heistermann.

Die Zeitschrift Criticón erscheint vierteljährlich. Das Einzelheft kostet 8,20 Euro. Bestellungen per Fax unter: 0228 – 620 44 75 oder E-Mail: redaktion@criticon.de.

Web: http://www.criticon.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Isabel Braun, verantwortlich.

Pressemitteilungstext: 262 Wörter, 2100 Zeichen. Als Spam melden


Kommentare:

Es wurde noch kein Kommentar zu diesem Thema abgegeben.



Ihr Kommentar zum Thema





Weitere Pressemitteilungen von GES - Verlag lesen:

GES - Verlag | 12.05.2005

Criticón im Gespräch mit Joachim Fest

In der aktuellen Ausgabe des Magazins Criticón http://www.criticon.de zeichnet Chefredakteur Ansgar Lange den Lebensweg Fests in einem Autorenporträt nach. Nach einem Wort von Hermann Rudolph umgibt Fest ein "Hauch von bundesrepublikanischem Mandar...
GES - Verlag | 19.01.2005

Konservativer Abgeordneter Robert Jackson wechselt zu Labour

Es sind drei Gründe, die den konservativen Abgeordneten aus dem Wahlkreis Wantage bei Oxford zu seinem öffentlichkeitswirksamen Seitenwechsel bewogen haben. Eitelkeit als Motiv scheidet aus. Jackson kündigte bereits 2001 an, nicht mehr für eine w...
GES - Verlag | 13.12.2004

Criticón-Vorabmeldung: Die Schnäppchenjäger sind wieder unterwegs

Doch Beobachtern stellt sich die Frage, ob die Aktionäre ein gutes Geschäft machen werden oder ob am Ende nur KKR kassiert. Laut Handelsblatt darf sich die seit 1976 bestehende, mittlerweile weltweit größte Risikokapitalgesellschaft auf ein "lukr...