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Unternehmen verkennen die Qualitäten der Älteren


Von Medienbüro Sohn

Jugendkult beeinträchtigt die betriebliche Wertschöpfung

Hamburg/Düsseldorf - „Alte Hasen und schlaue Füchse: Gemischte Teams aus Führungskräften mit unterschiedlichen Erfahrungen und mindestens 15 Jahren Altersunterschied gelten als vielversprechendes Modell. Führungskräfte über 50 gelten als souverän, geduldig, flexibel und kompromissfähig. Dennoch kommen sie in Deutschland nur schwer unter“, schreibt die Financial Times Deutschland (FTD) http://www.ftd.de in ihrem Sonderteil Management. Als das fränkische Familienunternehmen Brose http://www.brose.de vor zwei Jahren per Stellenanzeige erfahrene, ältere Führungskräfte suchte, brachte die Post fast 1500 Bewerbungen. „Viele Medien berichteten über den ungewöhnlichen Schritt, doch einen PR-Gag habe die Firma gar nicht beabsichtigt“, sagt Detlef Pohl von der Brose-Personalabteilung gegenüber der FTD.
Thumb Die Führungsmannschaft habe nach Jahren der Expansion lediglich bemerkt, dass durch ständig neues, junges Personal wichtiges Erfahrungswissen der älteren, gestandenen Führungskräfte verloren zu gehen drohte. „Um Effizienz und Qualität zu steigern und dabei Fehler zu vermeiden, ist auch die Unterstützung und Mitwirkung von erfahrenen Profis erforderlich“, so Pohl. Inzwischen habe die Firma rund 100 neue Mitarbeiter eingestellt, die älter sind als 45 Jahre. Brose ist ein Coburger Autozulieferer. Firmen wie Brose seien in der deutschen Wirtschaft eine Ausnahme. Nach Angaben von Harvey Nash http://www.harveynash.de, ein Düsseldorfer Beratungsunternehmen für Personal-, IT- und Engineering Services, beschäftigt jeder zweite deutsche Betrieb keine Arbeitnehmer mehr., die älter sind als fünfzig. Die meisten handeln nach der Devise „Je jünger desto besser“. Die Erwerbsquote der 55- bis 64-Jährigen lag Eurostat zufolge 2003 hier zu Lande nur noch bei 40 Prozent. Nach einer aktuellen Studie des Gelsenkirchener Instituts Arbeit und Technik (IAT) ist nur jedes zweite Unternehmen bereit, Ältere ohne Bedingungen oder staatliche Förderung einzustellen. Dabei sei seit Jahren bekannt, dass die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben werde. „Spätestens im Jahr 2050 wird die Hälfte der Bevölkerung über 48 Jahre alt sein. Die vorherrschende Ideologie ‚alt gleich schlecht’ ist wirtschafts- und gesellschaftspolitisch höchst bedenklich. Ältere Mitarbeiter bringen besondere Qualifikationen mit, weil sie durch ihren Erfahrungsreichtum im Besitz eines problembewussten Fachwissens sind. Sie vermitteln Seriosität und Zuverlässigkeit. Oft sorgen ihre Geschäftsverbindungen, die sie sich in vielen Jahren angeeignet haben, bei Problemen für Abhilfe", so Peter Juraschek, IT-Spezialist von Harvey Nash. Er hat für die Altersscheu vieler Arbeitgeber kein Verständnis. Selbst in der Branche für Informationstechnik, die als Jugenddomäne gilt, seien ältere Mitarbeiter den jungen weit voraus: "Wenn wir als Personaldienstleister eine IT-Stelle von einem Unternehmen besetzen müssen, haben wir oft keine andere Wahl, als einen älteren Kandidaten einzusetzen. Ein junger Mitarbeiter kommt überhaupt nicht in Frage, wenn es gilt, einen Großrechner zu programmieren. Hier fehlen Kenntnisse über Programmiersprachen wie Assembler und Cobol. So kommt es vor, dass ein junger Programmierer trotz seiner Internet- und Java-Kenntnisse passen muss", so Juraschek. Richtig angekommen seien die Vorzüge erfahrener Manager bei den Firmen aber noch nicht. So belegen aktuellen Umfragen unter Vorständen und Geschäftsführern in der Gastronomie, Hotellerie und Tourismuswirtschaft zwar, dass die Mehrheit der Befragten älteren Managern im Grunde positiv gegenüber stehe. Doch für die Bindung und Weiterbildung gestandener Führungskräfte habe die Branche noch keine Strategien. „Viele Unternehmen unterschätzen den Wert des Erfahrungswissens von Seniormanagern. Das kann sich negativ auf die Wertschöpfung eines Betriebes auswirken“, so die Bedenken von Juraschek. Welche Vorteile gerade reifere Manager mitbringen, sei auch wissenschaftlich längst erwiesen. Nach Erkenntnissen des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation http://www.iao.fraunhofer.de sprechen für die Älteren neben Wissen und Erfahrung, Arbeitsmoral und Qualitätsorientierung auch Zuverlässigkeit, Loyalität, Führungsfähigkeit und soziale Kompetenz.


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