info@PortalDerWirtschaft.de | 02635/9224-11
Suchmaschinenoptimierung
mit Content-Marketing - Ihre News
Steuerstrafrecht Hildebrandt |

Wenn sich das Werbegeschenk nicht mehr lohnt...

Bewerten Sie hier diesen Artikel:
1 Bewertung (Durchschnitt: 5)


Zur Einkommenssteuer bei unentgeltlichen Zuwendungen an Geschäftspartner


Bundesfinanzhof, Urteil vom 30.03.2017, IV R 13/14

 

Im Geschäftsalltag stellt es ein alltägliches Phänomen dar: Das Geschenk an einen Geschäftspartner, sei es zu Gewinnung von Neukunden, sei es zur Bindung von bestehenden Kontakten oder schlicht als Zeichen der Wertschätzung. Wer seinem Geschäftspartner ein Geschenk aus Geschäftszwecken macht, sollte dabei die neue Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs beachten. Diese macht das Geschenk an den Geschäftspartner für den Schenkenden in Zukunft deutlich unattraktiver. Denn es wird deutlich teurer als erwartet.

 

Das Geschenk als solches ist zwar grundsätzlich eine betriebliche Aufwendung. Gemäß § 4 Absatz V Satz 1 Nr. 1 EStG gilt allerdings ein Abzugsverbot. Danach dürfen

Aufwendungen für Geschenke an Personen, die nicht Arbeitnehmer des Steuerpflichtigen sind, den Gewinn nicht mindern. Nach Satz 2 besteht eine Ausnahme, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der dem Empfänger im Wirtschaftsjahr zugewendeten Gegenstände insgesamt 35 Euro nicht übersteigen. Daran hat sich auch nach der neuen Rechtsprechung nichts geändert.

Für den Beschenkten stellt das Geschenk aber auch immer eine einkommensteuerpflichtige Einnahme dar. Müsste er diese selber tragen, würde kaum jemand die Geschenke annehmen und ihr Sinn wäre verfehlt. Daher ist es übliche Praxis, dass der Schenkende diese übernimmt. Dies ist auch ohne Weiteres zulässig. Gemäß § 37b Absatz I Satz 1 EStG fällt dafür ein pauschalierter Steuersatz von 30 % an. Daher stellte sich nun aber häufig die Frage, ob man diese übernommene Einkommensteuer wiederrum zum Abzug bringen kann.

Der Bundesfinanzhof sah diese Einkommensteuerübernahme als weitere Schenkung angesehen: Nämlich die Schenkung der Einkommensteuer. Dafür gelte das Abzugsverbot des § 4 Absatz V Satz 1 Nr. 1 EStG. Somit sei der steuerliche Abzug der Steuerübernahme für Beträge, die 35 Euro im Jahr übersteigen nicht, ausgeschlossen. Zur Begründung führte der Bundesfinanzhof an, dass ansonsten unangemessener Repräsentationsaufwand vom Steuerpflichtigen auf die Allgemeinheit abgewälzt werde. Die Vorschrift diene außerdem der Bekämpfung des „Spesenunwesens“.

Da ein Unternehmen folglich in Zukunft keine Steuerabzüge mehr geltend machen kann, wird das Geschenk an den Geschäftsfreund um 30 % teurer. Ergo sollte jeder Wirtschaftsteilnehmer für das nächste Geschäftsjahr seine bisherige Geschenkpraxis überdenken und einer kritischen sowie ökonomischen Analyse unterziehen. 



Web: http://www.steuerstrafrecht-rechtsanwalt.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Torsten Hildebrandt (Tel.: (030) 398 898 23), verantwortlich.


Keywords: Steuerrecht, Strafrecht, Steuerhinterziehung, Einkommensteuer, Geschenke

Pressemitteilungstext: 343 Wörter, 2587 Zeichen. Als Spam melden

Unternehmensprofil: Steuerstrafrecht Hildebrandt


Kommentare:

Es wurde noch kein Kommentar zu diesem Thema abgegeben.



Ihr Kommentar zum Thema





Weitere Pressemitteilungen von Steuerstrafrecht Hildebrandt lesen:

Steuerstrafrecht Hildebrandt | 25.05.2017

Zur Neuregelung des „Schmuggelprivilegs“ in § 32 des Zollverwaltungsgesetzes zum 16.03.2017

Die Neufassung des § 32 ZollVG weitet den Anwendungsbereich des sog. Schmuggelprivilegs erheblich aus. Nach der bis 15.03.2017 geltenden Fassung waren ausschließlich Steuerstraftaten im grenzüberschreitenden Reiseverkehr unter bestimmten Vorausset...
Steuerstrafrecht Hildebrandt | 14.05.2017

Überblick zur Neuregelung der strafrechtlichen Vermögensabschöpfung zum 01.07.2017

Am 01.07.2017 tritt das Gesetz zur Reform der strafrechtlichen Vermögensabschöpfung in Kraft. Mit diesem Gesetz, durch welches grundlegende Änderungen im Strafgesetzbuch und der Strafprozessordnung vorgenommen werden, verfolgt der Gesetzgeber das ...
Steuerstrafrecht Hildebrandt | 01.05.2017

Zu den Abzugsverboten beim häuslichen Arbeitszimmer

Kaum ein Thema scheint den Bundesfinanzhof in letzter Zeit so sehr zu beschäftigen wie das häusliche Arbeitszimmer. In regelmäßigen Abständen ergehen Urteile und Beschlüsse zu dieser Thematik. Das häusliche Arbeitszimmer stellt einen besondere...