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Der Umstieg von PDM nach PLM

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Ein Fachgespräch mit Frank Schlupp, Geschäftsführer keytech Süd GmbH


Die Veränderungen durch Industrie 4.0, IoT und die zunehmende Digitalisierung sind überall spürbar. Es ist spätestens jetzt an der Zeit, sich über eine PLM-Zukunftsstrategie Gedanken zu machen. Stichworte wie „Digitaler Zwilling, 3D-Master, SMART Products,...

Recklinghausen, 22.06.2018 (PresseBox) - Die Veränderungen durch Industrie 4.0, IoT und die zunehmende Digitalisierung sind überall spürbar. Es ist spätestens jetzt an der Zeit, sich über eine PLM-Zukunftsstrategie Gedanken zu machen. Stichworte wie „Digitaler Zwilling, 3D-Master, SMART Products, Model-Based-System-Engineering, Workflowmanagement“ etc. gehen in diese Richtung und signalisieren die Anforderungen der kommenden Jahre. Viele Unternehmen mit klassischen PDM-Systemen, wie beispielsweise PSP oder MaxxDB, stellen sich gerade die Frage: Ist die bisherige Lösung für die Zukunft gerüstet? Einer, der den CAD/CAM/PLM-Markt seit Jahrzehnten kennt und begleitet ist Frank Schlupp. Vor 28 Jahren begann der Maschinenbautechniker im CAD/ME10/SOLIDWORKS-Umfeld seine Karriere. Seit nun mehr als sieben Jahren leitet er als geschäftsführender Gesellschafter erfolgreich die keytech Süd GmbH in Sulz. Er hat mit seiner umfangreichen Erfahrung aus zahlreichen Projekten interessante Antworten auf diese und weitere Fragen.

Im SOLIDWORKS- und Inventor-Umfeld findet man immer noch Konstrukteure, die statt mit einem PLM-System mit einem PDM wie PSP oder MaxxDB arbeiten. Welche Gründe sehen Sie dafür?

„Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere von den Ansprüchen und Zielen im Unternehmen. Wer nur Basisfunktionen im Bereich PDM benötigt, kann seine CAD-Dokumente damit sicher und gut verwalten. Das ist vergleichbar mit Anforderungen im Haushalt. Wer aktuell nur einen Mixer benötigt, kauft sich nicht gleich ein Multifunktionsgerät. Der jeweilige Nutzen steuert den Bedarf. Die Veränderungen im Zusammenhang mit Industrie 4.0 machen aber eine Überlegung zu den möglichen Perspektiven notwendig. Ein durchgängiger digitaler Entwicklungsprozess ist zukünftig die Grundlage, um die Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen. Natürlich ist der Preis auch ein Kriterium. Ein PLM-System ist zu Beginn aufwändiger als ein PDM-System, dafür ist die Amortisation im weiteren Verlauf exponentiell.

Die Hürde der Anfangsinvestition verhindert noch manchmal den notwendigen Schritt.  Allerdings bestätigen alle unsere „Umsteiger“, dass sich etwas Mut lohnt. Der spätere Zusatznutzen ist so groß, dass keiner sich sein „altes“ System zurückwünscht.“

Was muss denn heute ein nachhaltiges PLM-System aus Ihrer Sicht leisten?

„Grundlegend muss es in der Lage sein, alle Informationen in einem Produktentstehungsprozess sowie Produktlebenslauf zu verwalten. Das fängt damit an, dass wir zunehmend Multi-CAD-Umgebungen vorfinden, wo in einem PLM-System unterschiedliche CAD-Formate zusammenfließen. Oftmals findet das Ganze sogar parallel an verteilten Standorten statt. Eine bidirektionale Schnittstelle zu einem ERP-System, sowie eine artikelbasierte Stückliste sind unabdingbar. Standardisierte Prozesse für Freigabe- und Änderungsmanagement sind ebenso notwendig, wie die Unterstützung im Bereich Anforderungsmanagement. Echtes „Product Lifecycle Management“ bedingt außerdem ein leistungsfähiges Dokumentenmanagement.

Gelenkte Dokumente, Workflowmanagement und rollenbasierter, gesicherter Zugriff sind hier PLM-Standards. Komplette Lebenslaufakten sind das Ziel. Von der ersten Idee über die Abnahme und darüber hinaus bis zum Service: Alles an einer Stelle zentral verfügbar.“

Wie entscheidend sind die jeweiligen CAD-Schnittstellen zu dem PLM-System?

„Ein PLM-System ist nur so gut, wie es auch die Funktionalitäten der CAD-Systeme abbilden kann. Lediglich den Schriftkopf ausfüllen, reicht da bei Weitem nicht mehr aus. Vollumfängliche Mehrsprachenfähigkeit ist da schon eher ein Faktor. Die Globalisierung zwingt uns, in vielen Sprachen korrekte Dokumente zu erzeugen. Der Entstehungsprozess geht vom Rohteil über das Halbzeug bis zum fertigen Artikel. Diese Stufen der Entwicklung gehören in einem PLM-System abgebildet. SOLIDWORKS und Inventor bringen diese Funktionen als Handwerkszeug mit und das PLM-System sollte dem nahtlos folgen. Konfigurationen sollten artikelbasiert umgesetzt werden. Solche und ähnliche Funktionen bietet heute jedes CAD-System. Hinzu kommen weitere CAD-Möglichkeiten, die moderne Unternehmen in PLM durchgängig abgebildet haben.“

Wie wichtig sind Standards und projektspezifische Anpassungen?

„Standards sind wichtig. Je näher man sich am Standard orientiert, desto einfacher lässt sich jedes System implementieren und nachhaltig aktualisieren. In der Praxis gibt es jedoch begründete Abweichungen, die auf firmenspezifische Anforderungen zurückzuführen sind. Eine keytech Umgebung, die auf bewährte Praxislösungen aus vielen Projekten beruht, bietet einen „de facto PLM-Standard“, um schnell mit dem System erfolgreich zu sein. Alle weiteren Konfigurationen oder Anpassungen können auf diesem Standard aufsetzen und das System wächst mit den Anforderungen. Groß denken und klein anfangen ist hier das keytech-Motto!“

Welchen Nutzen hätten PSP- und MaxxDB-Anwender speziell in der Ablage von allgemeinen Dokumenten in keytech?

„DMS und PLM zu trennen ist in der heutigen hochvernetzten Welt nicht mehr sinnvoll. Alle Dokumente zu einem Vorgang bzw. Prozess gehören zusammen. Neben den Konstruktionsdaten gehören zu einem Projekt auch die Anfrage, das Angebot, die Kalkulation und diverse Berechnungen. Verträge, E-Mails, Material- und Chargenpapiere, Zertifikate etc. - all dies gehört zentral erfasst und jedem Beteiligten gemäß Berechtigung zur Verfügung gestellt. Serviceaufträge werden digital erfasst und mit dem Artikel und der Seriennummer verknüpft. Nur so können geplante Änderungen ihre maximale Wirkung erzielen. Hierfür werden elektronische Mappen-Objekte genutzt, um dies entsprechend darzustellen. Templates helfen, wiederholende Vorgänge ohne großen Aufwand einfach umzusetzen. Alle Dokumente liegen sicher im Vault und die notwendigen Zugriffe werden konsequent überwacht. Damit haben wir die Grundlage für eine mögliche Validierung bzw. Zertifizierung. Dies haben einige Kunden, speziell aus der Medizintechnik, erfolgreich umgesetzt.“

Bekommen Ihre Kunden auch Lösungen für automatisierte Serverprozesse wie z.B. das Erzeugen von Neutralformaten?

„Serverprozesse sind heute im PLM selbstverständlich. Neutralformate bzw. die automatisierte Erzeugung von PDF, DXF, 3D-PDF usw. sind Standard. Zukünftig werden Neutralformate mit eingebetteten Dokumenten und Metadaten - wie es im 3D-PDF bereits möglich ist - verstärkt genutzt. Diese aus allen Quellen zu erzeugen, ist Sache des PLM-Systems. Was keytech auszeichnet, ist die Skalierbarkeit, die es braucht, um große Aufträge schnell abzuarbeiten. Dies funktioniert bis hin zu automatisierten Druckaufträgen, die aus einer Baugruppe alle freigegebenen Zeichnungen drucken. Hinzu kommt noch eine Stempelfunktion, um weitere Informationen kenntlich zu machen. Die Liste weiterer Prozesse ist lang. Eine der wichtigsten ist die Schnittstelle zum ERP-System, aber auch die Fingerprint-Erzeugung für die geometrische Suche sowie die Übertragung von Daten und Dokumente an das elektronische Ersatzteilwesen nehmen tendenziell immer stärker an Bedeutung zu.“

Welche Rolle spielt für Sie die Möglichkeit, über WebService Daten auszutauschen und mit WebAPI Programmierfunktionen anzubieten?

„Neue Anpassungen und Schnittstellen werden fast nur noch über diese Technologie vorgenommen. Damit lassen sich je nach Aufgabenstellung unterschiedliche Web-Oberflächen bzw. Apps gestalten, welche die Anforderungen der Anwender präzise abdecken. Weiterhin lassen sich auch Partnerapplikationen direkt vom Partner selbst umsetzen, die dann direkt mit keytech kommunizieren. Durch rollenbasierte Regeln geschützter Zugriff auf den kompletten Datenbestand und die volle Unterstützung aller Funktionen sind hier unser Standard. WebService-Schnittstellen entwickeln sich inzwischen zum Industriestandard. keytech nutzt die RESTful WebServices, basierend auf dem JSON-Datenformat. Ein PDM oder PLM ohne diese Standards wird es nicht leicht haben, längerfristig zu überleben.“

Gibt es bei keytech für die PSP- und MaxxDB-Anwender eine Strategie zur Datenübernahme?

„Ja, die gibt es. Für die MaxxDB-Anwender haben wir sogar zwei Lösungswege der Datenübernahme. Bei kleinen und mittleren Kunden bevorzugen wir eine Komplettdatenübernahme. Nach sorgfältiger Analyse der Daten werden zu einem definierten Zeitpunkt die Daten nach keytech übernommen und ab da wird nur noch mit dem neuen System gearbeitet. Die zweite Variante richtet sich an Unternehmen mit sehr großen Datenmengen.

Hier nutzen wir eine Koexistenz beider Systeme für einen bestimmten Zeitraum. Somit kann ein sanfter Umstieg über mehrere Monate erfolgen. Für beide Wege haben wir Beispiele von Kunden, die auf eine erfolgreiche Datenübernahme zurückblicken.“

Wie viele Kunden haben Sie schon bei diesem Umstieg begleitet und was waren deren Beweggründe?

„Über 2.500 Konstrukteure, welche vorher mit dem PDM PSP oder MaxxDB gearbeitet haben, vertrauen seit geraumer Zeit auf keytech PLM. Die Gründe sind vielschichtig. Zum einen sind es wie bereits erwähnt die Anforderungen an ein modernes PLM-System. Dann die Sicherheit über den Fortbestand eines Systems, wie man am Beispiel PSP sieht. PSP wird definitiv seit 1.1.2018 nicht mehr vom Hersteller unterstützt. Am Ende geht es bei jedem einzelnen Kunden um den Nutzen. Diesen gilt es herauszuarbeiten und umzusetzen. Die vielen erfolgreichen Einführungen zeigen, dass wir hier einen echten Mehrwert liefern. Dies kann in den sehr hilfreichen Funktionen begründet sein, wie z.B. den Klassifizierungen oder in den kaufmännischen Aspekten, wo Liegezeiten, Fehler und Prozesse im Vordergrund stehen.“

Ist der Trend weg von der 2D-Zeichnung, ebenfalls ein Grund für einen Systemwechsel?

„Ja, auch das kann ein Grund sein. Dabei sollte man sich aber über eines im Klaren sein: der Weg zum 3D-Mastermodell führt nicht wie in der digitalen Elektronik über 1 oder 0. Jedes Unternehmen benötigt hierfür ein individuelles Konzept. Auch heute ist die Zeichnung immer noch das Kommunikationsmedium schlechthin. Alles wird darauf dokumentiert. Ein erster Ansatz sollte sein, die Zeichnung zu vereinfachen und nur noch die Geometrie mit den Bemaßungen zu sehen. Alle Informationen gehören auf ein separates Blatt, wie es auch die VDA 4953 vorsieht. Welches der beste Weg ist, muss jeder selbst nach seinen Nutzenkriterien entscheiden.

Entscheidend ist letztlich, dass der Anwender ein System hat, welches es erlaubt, eine Versionierung von unterschiedlichen Dokumenten zu einem Artikel umzusetzen.“

Der Begriff „Digitaler Zwilling“ hört man derzeit überall. Inwieweit beschäftigen Sie sich damit und hat dies ebenfalls einen Einfluss auf einen Umstieg?

„Gibt es wirklich einen digitalen Zwilling für ein Produkt? Oder doch eher mehrere digitale Modelle, welche unterschiedliche Sichten auf das reale Produkt geben. Ich bin der Meinung, dass eher die zweite Ansicht zutrifft. Je nach Bedarf wird das digitale Abbild konzipiert, je nachdem, welcher Nutzen im Vordergrund steht. Im Service ist das beispielsweise die Produktoptimierung oder aber eine vorausschauende Wartung.

Erst wenn ich von meinem echten Produkt „Live“ Daten erhalte, habe ich die Möglichkeit, diese mit dem digitalen Abbild zu vergleichen und zu optimieren. Auch da ist entscheidend: kann mein bestehendes PDM-System all diese Informationen zusammen darstellen? Ich sehe da große Lücken. Deshalb ist es ebenfalls ein Grund, sich jetzt für PLM zu entscheiden.“

Zum Schluss ein Blick in die Glaskugel. Welche zukünftigen Herausforderungen sehen Sie und was wird keytech hier anbieten?

„Das ist eine gute Frage. Nun, zum Glück benötigen wir keinen Wahrsager, denn wir haben für die kommenden Jahre unsere Hausaufgaben zumindest insoweit gemacht, dass wir adäquate Lösungen parat haben. Auf unseren Kundentagen im April diesen Jahres haben wir den Teilnehmern einen Einblick in die Zukunftspläne gewährt. Begeisternde Zustimmung zu den Punkten war das Ergebnis. Zu diesen zählen die weitere Entwicklung bei den WebServices bzw. der keytech web api, Integration von Cloud-Diensten, vollintegriertes Workflowmanagement nach dem Industriestandard BPMN, Anbindung von externen Zugriffs-nehmern über eine Portallösung in keytech und vieles mehr.

Damit sind wir für die heutige und für die kommende Zeit gerüstet. Was dann darüber hinaus noch so alles kommt, werden wir sorgfältig beobachten, bewerten und in keytech typischerweise mit unserem gesamten Team verlässlich umsetzen.“

Danke an Frank Schlupp für diese ausführliche Stellungnahme. Für weitere Fragen steht er unter folgender E-Mail-Adresse gerne zur Verfügung:

Frank.Schlupp@keytech.de

Das Interview wurde geführt von:

Thomas Löffler, Balingen

Unabhängiger Fachjournalist

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Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, PresseBox.de, verantwortlich.

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