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Herbstzeitlose, Lampenöl und Spülmittel: Vergiftungen bei Kindern

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München, 07. September 2010 - Ein friedlicher Sonntagnachmittag im Garten: Die Kinder haben sich das Puppengeschirr geholt und spielen Kochen. ...

München, 07. September 2010 - Ein friedlicher Sonntagnachmittag im Garten: Die Kinder haben sich das Puppengeschirr geholt und spielen Kochen. Aber spätestens wenn Kaugeräusche zu hören sind, sollten Eltern genau hinsehen was die Kinder eigentlich essen, erklärt jameda Gesundheitsredakteurin Dr. Iris Hinneburg.

Vergiftungen durch Pflanzen
Zwischen harmlosen Blumen stehen in vielen Gärten unerkannte Giftpflanzen, die für Kinder gefährlich werden können. Dazu gehören etwa Fingerhut, Goldregen oder Herbstzeitlose, die zwar wunderschön aussehen, von denen aber schon kleine Mengen zu Erbrechen, Krämpfen und möglicherweise tödlichem Kreislaufversagen führen. Eltern sollten Kindern also unbedingt einschärfen, im Freien nichts zu essen, was ihnen nicht ausdrücklich erlaubt wurde. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte sich zum Thema Giftpflanzen informieren und kritisch den Pflanzenbestand im Garten durchforsten. Bei Neuanschaffungen gibt die Gärtnerei Hinweise auf ungiftige Alternativen.

Vergiftungen im Haushalt
Doch nicht nur in der Natur lauert die Vergiftungsgefahr: Ein wesentlicher Teil von Vergiftungen bei Kindern passiert mit Haushaltschemikalien. Putz- und Spülmittel gehören in kindergesicherte Schränke, sonst drohen Verätzungen und Erstickung. Solche Substanzen sollte man auch nie in Getränkeflaschen umfüllen - zu oft ist es trotz entsprechender Beschriftung schon zu Verwechslungen gekommen. Arzneimittel sollten unbedingt vor Kinderhänden geschützt werden, denn auch scheinbar harmlose Medikamente, wie Kopfschmerztabletten, können den kleinen Organismus empfindlich schädigen. Vergessen darf man auch nicht Zigarettenschachteln und Aschenbecher: Bereits eine einzige Zigarette kann ein Kleinkind tödlich vergiften. Bunte Lampenöle gehören ebenfalls nicht in die Hände von Kindern.

Im Falle eines Falles
Trotz aller Umsicht kann es manchmal doch schnell passieren: Das Kind hat etwas Giftiges gegessen oder getrunken. Dann gilt es, Ruhe zu bewahren. Ein Anruf beim nächsten Giftinformationszentrum ist empfehlenswert: Die Mitarbeiter können sagen, welche Maßnahmen zu ergreifen sind und ob der Notarzt gerufen werden soll. Dazu sollten die Eltern am Telefon möglichst genau sagen, was das Kind in welcher Menge gegessen hat und ob bereits Symptome wie Bauchschmerzen, Erbrechen oder Bewusstseinstrübungen aufgetreten sind.

Notfallset für zu Hause
Um für den Vergiftungsfall zu Hause gerüstet zu sein, reichen drei einfache Mittel aus:
- die Telefonnummer des nächsten Giftinformationszentrums
- Aktivkohle
- und ein entschäumendes Mittel, wie es auch bei kleinen Kindern gegen Blähungen eingesetzt wird.

Aktivkohle kann giftige Substanzen im Darm binden und dafür sorgen, dass sie vom Körper nicht aufgenommen werden. Benötigt wird etwa ein halbes Gramm Aktivkohle pro Kilogramm Körpergewicht des Kindes. Entschäumer werden hauptsächlich eingesetzt, wenn Kinder Spül- oder Putzmittel getrunken haben, damit eventuell entstehender Schaum nicht in die Luftröhre eindringt. Beide Mittel gehören in die Hausapotheke und sollten erst nach telefonischer Beratung durch das Giftinformationszentrum eingesetzt werden



jameda GmbH
Barbara Nowak
Klenzestraße 57b
80469
München
presse@jameda.de
089/2000 185 85
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