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Wohin mit jährlich 50 Millionen Tonnen Elektroschrott?

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Unternehmen leben den Abschied von der Wegwerfgesellschaft


Öko-Institut entwickelt Lösungsvorschläge für eine Recycling-Kooperation zwischen Ghana und den Industrieländern

Hamburg/Freiburg 07. September 2010 - Fast jeder kennt sie, die erschreckenden Bilder und Berichte über die Schattenseiten des westlichen Wohlstands und Konsums: Länder exportieren ihren Elektroschrott, teilweise illegal, in Billiglohnländer nach Afrika, Indien und Asien. Dort schmelzen Kinder unter skandalösen Umständen in Hinterhofbetrieben oder auf der Straße über offenen Feuern Bestandteile entsorgter Computer. Sie müssen Metalle zurückgewinnen und kommen dabei ungeschützt mit hochschädlichen Stoffen wie Blei, Cadmium und Quecksilber in Kontakt. Und was nicht mehr zu gebrauchen ist, landet abgekippt am Flussufer und schadet auch noch massiv der Gesundheit der benachbarten Bevölkerung.

Rund 20.000 Menschen recyclen in Ghanas Hauptstadt Elektroschrott

„In Ghana ist Elektroschrott-Recycling zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden“, fasst Siddharth Prakash, Experte für ITK-Technologien am Öko-Institut, zusammen. „Unsere Recherchen lassen vermuten, dass damit in Ghana zwischen 100 und 250 Millionen US-Dollar pro Jahr erwirtschaftet werden“. Allein in der Hauptstadt Accra sind laut Studie rund 20.000 Menschen mit dem Reparieren, Sammeln und Recyclen von E-Schrott beschäftigt. Doch die Arbeitsbedingungen sind miserabel: Die Löhne liegen meist unter der Armutsgrenze, Kinderarbeit und Arbeitstage von bis zu 12 Stunden sind an der Tagesordnung. „Aufgrund der Recyclingtechnik mit einfachsten Mitteln gehen zudem viele wichtige Rohstoffe für immer verloren. Es werden nur Basismetalle wie Aluminium, Kupfer und Stahl zurück gewonnen. Andere Bestandteile wie Gold, Silber und Palladium, werden entweder auf Mülldeponien liegen gelassen oder mit Kabeln und Kunststoffgehäusen verbrannt“, so Prakash weiter.

Weltweit jährlich bis zu 50 Millionen Tonnen neuer Elektroschrott

International nimmt die Welle aus so genanntem E-Schrott rapide zu. Betrug die Lebensdauer eines Computers im Jahr 1997 noch sieben Jahre, so sind es mittlerweile im Schnitt gerade einmal zwei Jahre. Weltweit, so ein Bericht der Organisation Greenpeace, fielen dadurch pro Jahr zwischen 20 und 50 Millionen Tonnen Elektroschrott an. In Europa wachse die Menge an E-Schrott fast dreimal schneller als der übrige Abfall. Greenpeace fordert daher, dass Elektronikhersteller giftfreie und langlebigere Produkte anbieten, die sich einfach und sicher reparieren, aufrüsten oder recyclen lassen.

Mit gutem Beispiel voran: Unternehmen leben den Abschied von der Wegwerfgesellschaft

Ein Blick in die Industrie lässt einige Hoffnungsschimmer erkennen. So scheint sich der Lösungsanbieter Bizerba aus Balingen der Potentiale bewusst, die in gebrauchter Hardware stecken. Dass diese keineswegs pauschal schrottreif sind, sondern repariert oftmals sogar langlebiger sind als ein Neuteil, erklärt Robert Keller, Director Business Services bei Bizerba: „Wir leben den Abschied von der Wegwerfgesellschaft und bieten unseren Kunden mit dem Green Service die Möglichkeit, den ökologisch sinnvollen und kostengünstigen Ersatzteilservice zu nutzen. Wenn der Kunde uns das defekte Ersatzteil zurückgibt, erhält er für das ausgelieferte, funktionsfähige Ersatzteil einen Nachlass von bis zu 40 Prozent“. Das Recycling gebrauchter Komponenten bietet einen nicht zu unterschätzenden wirtschaftlichen Nutzen und liefert gleichzeitig einen entscheidenden Beitrag zum nachhaltigen Ressourcenschutz. So Keller weiter: „Hat Bizerba beispielsweise einen bestimmten Waagentyp in einer Stückzahl von rund 100.000 in der 90er Jahren verkauft, errechnen sich etwa 180.000 Komponenten, die weiter aufbereitet und weiter verwendet werden konnten. Hätte man die verschiedenen Bauteile einfach gegen Neuteile ersetzt, hätte sich eine Kette von rund 40 Kilometern Elektronikschrott ergeben.

Öko-Institut entwickelt Lösungsvorschläge für eine Recycling-Kooperation zwischen Ghana und den Industrieländern

Das Öko-Institut entwickelt Lösungsvorschläge für eine nachhaltige Recycling-Kooperation zwischen Ghana und den Industrieländern. Ghana hat vergleichsweise günstige Arbeitskräfte und ein effektives Sammel- und Sortiersystem zu bieten, die Industrieländer hingegen verfügen über moderne Recyclingtechnik. Würde der Elektroschrott nach der ersten Recyclingstufe in die Industrieländer zurückgebracht, ließen sich dort in hocheffizienten Recyclinganlagen bis zu 17 wertvolle Metalle zurückgewinnen. Außerdem lassen sich dort auch die Schadstoffe umweltgerecht entsorgen. Mit den Gewinnen aus der Kooperation ließen sich in Ghana bessere Arbeitsbedingungen sowie Investitionen in Umweltschutz und Recyclingwirtschaft finanzieren.

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