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Flaumbärtige Firmengründer und die kleinen Revolutionen der ITK-Branche

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Informationsökonomie vorn neuen Herausforderungen


Erding/Stuttgart - Die Branche für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) hat in den vergangenen Jahren Federn gelassen: sinkende Gehälter, Insolvenzen, Fusionen und Entlassungen waren an der Tagesordnung. Nach der Phase der Konsolidierung besinnt man sich wieder auf die Kernfunktionen. Es geht nach Ansicht des ITK-Experten Winfried Kretschmer nicht mehr darum, flaumbärtigen Firmengründern in kürzester Zeit die Nasen zu vergolden. In der neuen Informationsökonomie, so hatten Philip Evans und Thomas S. Wurster in ihrem 2000 erschienenen Buch Web Att@ck prophezeit, "wird sich jede Form von Wirtschaftsbeziehung radikal wandeln".

Was in der Euphorie des Börsenhypes leider gleich zur Revolution stilisiert wurde. Nach dem Crash fraß sie dann ihre Kinder. Von Revolution spricht heute keiner mehr. Doch die IT-getriebene Umgestaltung der Geschäftsprozesse ist in vollem Gange. "Der technologische Wandel krempelt komplette Branchen um, zum Beispiel die Automobilindustrie, die mit dem Übergang von einer funktionalen zu einer wissensbasierten Arbeitsteilung derzeit (nach der Einführung der Fließbandproduktion durch Henry Ford und der schlanken Fertigung durch Toyota) ihre dritte Revolution erlebt. Er betrifft aber auch zahlreiche Einzelunternehmen, in denen neue informationstechnische Möglichkeiten ungeahnte Rationalisierungschancen eröffnen und völlig neue Wertschöpfungspotentiale erschließen", schreibt Winfried Kretschmer im Online-Magazin changeX http://www.changex.de.

Es laufen viele kleine Revolutionen ab. "So verknüpfen Data Warehouse-Systeme bislang disparate Insellösungen zu einem unternehmensweiten, umfassenden Informationssystem. Ähnlich einem Staubsauger saugt das Data Warehouse alle relevanten Daten aus den diversen Software-Plattformen auf. Data Mining-Verfahren verknüpfen und verdichten die Informationen zu Reports, die dem Management ein umfassendes und geschlossenes Bild über das Unternehmen vermitteln und so eine ungeahnt fundierte Entscheidungsgrundlage liefern", so Kretschmer. In vielen Unternehmen gelte ITK immer noch als Mirakel, das selten funktioniert und obendrein viel zu teuer sei. Meist klaffe noch ein tiefer Graben zum operativen Geschäft.

Die Brücke über diesen Graben werde nach den Erfahrungen von Helmut Reisinger, Geschäftsführer des Stuttgarter IT-Dienstleisters NextiraOne http://www.nextiraone.de, in der Regel nicht von den Herstellern neuer Technologien geschlossen: "Die Integration neuer Technologien im ITK-Bereich berührt heute bei allen Unternehmen unmittelbar das Kerngeschäft. Der Ansatz, damit lediglich Kosten sparen zu wollen, greift entschieden zu kurz. Ob Sprach-Daten-Integration auf Basis des Internet Protokolls (IP), ob Workforce-Management im Call Center, ob Managed Service-Lösungen für die gesamte Arbeitsplatz-Umgebung: ITK ist eine der wichtigsten Produktivkräfte und damit entscheidendes Mittel zur Wettbewerbsdifferenzierung".

Wer heute noch ITK als bloße Notwendigkeit wie etwa den Firmenwagen-Fuhrpark seines Unternehmens ansieht, wird nach Reisinger zu den Verlierern gehören. Die ITK-Umgebung sollte nicht einfach nur fehlerfrei funktionieren, womit leider schon viele Anwender zufrieden seien. "Der iterative Wechsel der Abbildung der Technologie auf die existierenden Unternehmensprozesse, und dann wieder der Unternehmensprozesse auf die verfügbare Technologie, dieser stark vom Beratungsgeschäft geprägte Ansatz ist der Schlüssel zur optimalen Wettbewerbsfähigkeit. Dazu gehören auch Visionen, sowohl von der Unternehmensführung wie auch von den Mitarbeitern. Video-Konferenzen, Tele-Arbeitsplätze, VPN-Zugänge, Mobilität – das alles sind auch Elemente der Unternehmenskultur, die weitaus mehr bedeuten als nur ein Zahlenwerk aus Controlling-Sicht," so Reisinger.



Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Gunnar Sohn, verantwortlich.

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