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Marktwirtschaft 'live' erleben: Planspiel 'MACRO' für Schulen - Bayern und Baden-Württemberg fördern das Projekt

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NRW zeigt bislang wenig Interesse


Bonn/Tübingen - In Baden-Württemberg wächst an Schulen das Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge. Dafür gesorgt hat die Aktionsgemeinschaft Soziale Markwirtschaft (ASM) www.asm-ev.de unter Leitung von Joachim Starbatty, Professor an der Universität Tübingen. Die ASM entwickelte das computergestützte Planspiel "MACRO". Es bietet eine neue Art zu lernen. Anstatt sich durch lästige Fachbücher durchzulesen, können die Schüler laut Starbatty "spielerisch die Bedeutung der Marktwirtschaft erfahren". Auch Monika Hohlmeier, die bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultus äußert sich positiv über das Projekt und unterstützt den Einsatz des Planspiels in bayerischen Gymnasien. Marktwirtschaft ist an vielen Schulen in Deutschland immer noch ein Randthema. Experten bemängeln, dass die Oberschüler viel zu spät an wirtschaftliche Fragen herangeführt werden. Mit dem Spiel MACRO könnte sich das ändern.

Die Schüler werden von den Lehrern in zwei Gruppen eingeteilt. Aus denen entstehen dann zwei vollkommen identische Länder. Um das Ziel – einen möglichst hohen Gewinn – zu erreichen, muss auf vier Faktoren geachtet werden: Haushalte, Unternehmen, Regierung und Notenbank. Um übersichtlich über Veränderungen in den vier Bereichen entscheiden zu können, wird eine Spielrunde in drei Phasen eingeteilt – nachdenken, eintippen und auswerten.

Zuerst werden mögliche Änderungen mit den anderen Gruppen-Mitgliedern besprochen. So können sich zum Beispiel Haushalte und Unternehmen nicht gegenseitig schaden. Nachdem "Nachdenken" geben die Lehrer die von den Schülern erarbeiteten Ergebnisse in den Computer ein. Vorher müssen die Schüler ihre Änderungen begründen. Dann wertet das Programm die eingegebenen Änderungen aus. Die veränderten Bilanzen werden dann als Grundwert für die nächste Spielrunde benutzt.

"Sogar in den Spielpausen diskutieren die Schüler, wie sie das Wachstum steigern oder den Schuldenstand abbauen können", so Starbatty. "Ganz selbstverständlich reden sie von Bruttoinlandsprodukt, Investitionsquote und Geldmengensteuerung als hätten sie nie anders gesprochen." In einer Online-Version des Spiels wurden auch Foren und Chats gegründet, in denen die Schüler über das Thema weiter diskutieren konnten. "Schon nach kurzer Zeit wächst bei den Schülern das Wissen über wirtschaftliche Vorgänge. Sie verstehen, dass Löhne Kaufkraft, aber auch Kosten bedeuten", sagt Starbatty. Auch auf Seiten der Pädagogen sieht man den Nutzen des Projekts. "Das Planspiel MACRO ist zur Behandlung und Vertiefung bestens geeignet", so ein Artikel auf www.wirtschaftsphilologen.de/planspiele.htm. Außer in Bayern und Baden-Württemberg kommt "MACRO" auch in anderen Bundesländern zum Einsatz - aber das sind noch Einzelfälle. Entscheidend ist die Unterstützung der Kultusministerien und Schulen. Das NRW-Ministerium für Schule, Jugend und Kinder (MSJK) ist "grundsätzlich offen" für solche Initiativen, sagte die zuständige Ministerialbeamtin Marietrud Schreven.

Um die Ausbreitung des Spiels zu beschleunigen, bietet die ASM Weiterbildungskurse für Lehrer dezentral in den Bundesländern an. Lehrer und Schüler können sich direkt an die ASM wenden und die Modalitäten erfragen. Näheres erfährt man auf der Webseite der ASM http://www.asm-ev.de. "Die einzelnen Konstellationen des Planspiels müssen rasch erkannt und erläutert werden", so Starbatty. Durch die Weiterbildung können Lehrer schneller mit MACRO umgehen und den Schülern mit dem Auswerten der Endergebnisse besser helfen. Letztlich liegt es an den Schulen. In NRW sieht es da noch schlecht aus: "Bisher", so Schreven, "hat noch keine Schule Interesse an dem MACRO-Planspiel gezeigt".


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Stefan Schulz, Praktikant des Clara-Schumann-Gymnasiums in Bonn, Klasse 10c, verantwortlich.

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