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Mangelnder DSL-Wettbewerb behindert Verbreitung des Breitband-Internets

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Deutschland fällt in Europa zurück


London/Düsseldorf - Ein hochkompetitiver DSL-Markt und niedrige Anschluss- und Nutzungspreise sind wichtig für eine flächendeckende Verbreitung der Breitband-Zugänge und damit auch die Grundlage für neue Geschäftsmodelle wie etwa den Download von Musik und Filmen aus dem Internet als kommerzielle Dienste. Worauf Branchenkenner schon seit Jahren immer wieder hinweisen, wird nun durch europäische Zahlen weiter erhärtet.

Frankreich ist der am schnellsten wachsende DSL-Markt in Europa und wird nach Erhebungen von Ovum http://www.ovum.com/ zum Ende des Jahres auch das EU-Land mit den meisten DSL-Anschlüssen sein. Omar Khorshed, Geschäftsführer der acoreus AG in Düsseldorf http://www.acoreus.de, sieht den Endkundenpreis und die Wettbewerbssituation als Grund für den französischen Boom: „Mit Euro 14,99 pro Monat kostet die Flat Rate in Frankreich etwa bei Neuf Telecom nur halb so viel wie bei T-Online. Da in Deutschland praktisch alle Wettbewerber im Privatkundenmarkt auf den DSL-Vorprodukten der Deutschen Telekom aufsetzen müssen, haben sie hierzulande keinen Preis-Spielraum“. Nach Khorshed sieht die Wettbewerbssituation in Frankreich anders aus, dort hätte Wanadoo, die Internet-Tochter von France Telecom, noch einen Marktanteil bei DSL von etwa 50 Prozent, während die Deutsche Telekom hierzulande mit 90 Prozent Marktanteil den DSL-Markt beherrscht.

Dabei hatte Deutschland in Europa zunächst die Spitzenposition bei der DSL-Verbreitung. Mit einem breit angelegten Roll-out von DSL hatte die Deutsche Telekom schon in den Jahren 1999 und 2000 begonnen, nicht nur für ein flächendeckendes Angebot in allen Ballungszentren zu sorgen, sondern auch alle Wettbewerber aus dem Markt zu drängen oder gleich vom Markteinstieg fern zu halten. Diese Strategie ist auch weitestgehend aufgegangen. Dann aber bremste die DSL-Penetration deutlich ab: als Marktführer war die Telekom nicht mehr unter Zugzwang, um den Markt zu kämpfen. Lag Deutschland noch Mitte 2002 bei der DSL-Versorgung der Haushalte auf Platz 6 in Europa, war es bis Ende 2003 schon auf Platz 13 zurückgefallen. Weniger als 12 Prozent der Haushalte hatten einen schnellen Breitbandzugang zum Internet. Das wirkt sich auch auf neue Dienste und Geschäftsmodelle aus, die auf schnellen Internetzugängen aufbauen: solange nur Marktnischen bedient werden können, ist der Geschäftserfolg von neuen Diensten fraglich. Will Deutschland im Bereich der Telekommunikation und Informationsverarbeitung nicht den Anschluss an die boomenden Länder Asiens und an die USA verlieren, muss die Verbreitung von Breitbandinternet und digitalen Medien forciert werden, fordern Experten.

Statt die DSL-Verbreitung zu forcieren, um ihren hohen Marktanteil zu halten, setzt die Telekom eher auf eine Wettbewerbsverhinderungsstrategie. Die aktuellen Anträge des Bonner Konzerns bei der Regulierungsbehörde (RegTP) http://www.regtp.de, die Preise für die DSL-Vorprodukte um ein Mehrfaches zu erhöhen, würde den Wettbewerb preislich aushebeln. „Solange die Wettbewerber beim Breitbandzugang auf die Infrastruktur der Deutschen Telekom angewiesen sind, muss der Regulierer dafür Sorge tragen, dass ein Wettbewerb am Markt vorhanden ist. Wir wissen aus der Situation um die Telefonie, wie schwierig es ist, für die kleinen Anbieter vernünftige Konditionen zu erreichen und Vereinbarungen mit der Telekom zu treffen“, mahnt Khorshed. Der acoreus-Chef setzt die Hoffnung auf IP-Telefonie und Public WLAN, um neuen Wind in den Wettbewerb auf dem deutschen Markt zu bringen. Dabei sei aber immer Voraussetzung, dass die Versuche von Telekom, einen kompetitiven Markt im Ansatz zu ersticken, von der Regulierungsbehörde vereitelt werden.



Web: http://www.acoreus.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Gunnar Sohn, verantwortlich.

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