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Reaktionen auf OECD-Bildungsstudie

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Individuelle Förderung in der Einheitsschule gleicht dem Rösten von Schneebällen


Bonn/Berlin - Und wieder ist der einstige deutsche Musterschüler nicht versetzt worden. Der neue Bildungsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erkennt im deutschen Bildungssystem erneut schwere Mängel. Bildung auf einen Blick 2004 heißt der jüngste internationale Vergleich. Monierte die so genannte Pisa-Studie aus dem Jahr 2000 die Defizite deutscher Schüler beim Lese- und Textverständnis, so kritisiert der jetzige Bericht die mangelhaften Investitionen in den Vorschulbereich und in Grundschulen, die geringe Anzahl an Unterrichtsstunden und die im internationalen Vergleich spärlicheren Absolventenzahlen der Hochschulen. Der OECD-Koordinator Andreas Schleicher hält die flächendeckende Einführung der Ganztagsschule für die wichtigste Bildungsreform in Deutschland. Die Politiker reagieren unterschiedlich auf die neuen Erkenntnisse. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn, zuletzt mit ihren Plänen für Junior-Professoren am Einspruch der Richter gescheitert, sieht – sechs Jahre nach dem Regierungswechsel – die Schuld allein bei der Regierung von Helmut Kohl. Die rot-grüne Bundesregierung habe mit der Bafög-Reform und dem Vorhaben Ganztagsschule bereits entscheidende Akzente gesetzt.

Zudem werden bei Sozialdemokraten und Grünen die alten Rufe nach einer Einheitsschule wieder laut. Es hört sich wie die Quadratur des Kreises an: Die grüne Fraktionschefin Krista Sager plädiert für ein Schulsystem, in dem die Kinder bis zu zehn Jahre zusammen bleiben und dennoch stärker als bisher individuell gefördert werden sollen. In Anlehnung an Franz Josef Strauß, so ein Bildungsexperte, könne man diesem Vorhaben so viel Erfolg vorhersagen, als wolle man Schneebälle rösten. Annette Schavan, die Bildungssprecherin der Unionsländer und Kultusministerin in Baden-Württemberg, hält nicht viel von Schleichers Kritik. Der OECD-Fachmann ignoriere bewusst die Reformen, die seit Pisa bereits Platz gegriffen hätten. So sei das Einschulungsalter herabgesetzt, die frühkindliche Bildung intensiviert und die Naturwissenschaften seien ebenfalls gestärkt worden.

Einige Vertreter der Wirtschaft sehen einen engen Zusammenhang zwischen dem deutschen Subventionsstaat und den Mängeln in der Bildungspolitik. Mario Ohoven, der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft http://www.bvmwonline.de, appelliert an die Bundesregierung, endlich in die Bildung zu investieren: „Es hat keinen Sinn, Innovations- und Bildungskampagnen auszurufen, wenn nicht genügend Mittel zu deren Umsetzung zur Verfügung gestellt werden. Die Politik ist jetzt aufgerufen, durch Subventionsabbau, etwa im Steinkohlebergbau, zusätzliche Gelder für Zukunftsinvestitionen in den Schul- und Hochschulbereich freizumachen.“ Die Schüler sollten wieder mehr für das Leben lernen, und hierzu gehöre insbesondere eine wirtschaftsnahe Ausbildung. Ohoven macht sich für ein die Einführung von Wirtschaftskunde als Unterrichtsfach an den allgemeinbildenden Schulen, ein Abitur nach zwölf Jahren und Studiengebühren an den Hochschulen stark. Der Mittelstand stelle acht von zehn Lehrstellen und sei daher besonders an gut ausgebildeten jungen Menschen interessiert.


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Ansgar Lange, verantwortlich.

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