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Grüne Punkt-Müllsystem verhandelt mit KKR über neue Gesellschafterstruktur

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Berlin – "Der Aufsichtsrat der Duales System Deutschland AG - Der Grüne Punkt - (DSD) hat in seiner Sitzung am 28. Oktober 2004 beschlossen, zur Erfüllung der ihr vom Bundeskartellamt auferlegten Bedingungen in exklusive Verhandlungen mit dem Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co. Ltd. (KKR) einzutreten", verkündet DSD in einer Presseaussendung. Das Bundeskartellamt erwarte, dass sich der Grüne Punkt-Konzern bis zum Ende des Jahres über den bisherigen Gesellschafterkreis hinaus für den Kapitalmarkt öffnet. "DSD und KKR sind sich über das längerfristige Ziel eines Börsenganges oder einer vergleichbaren Platzierung der DSD AG am Kapitalmarkt einig. KKR hatte bereits im Mai 2004 die ehemalige Siemens-Tochter Wincor Nixdorf an die Börse gebracht und damit einen der wenigen Börsengänge des Jahres erfolgreich abgeschlossen", so DSD. Bei einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen werde ein Übernahmeangebot an die Aktionäre der DSD AG folgen.

"Kohlberg Kravis Roberts & Co. Ltd. (KKR) ist eines der führenden Private-Equity-Häuser weltweit. Die Anlagestrategie konzentriert sich auf Investments in attraktive Unternehmen, um nachhaltige Wertsteigerungen zu erzielen. KKR besitzt besondere Erfahrungen damit, sich an atypischen Unternehmen zu beteiligen und diese für den Markt zu ertüchtigen", heißt es in der Verlautbarung des DSD. Der Müllkonzern teilt noch mit, dass zum "Portfolio" von KKR Unternehmen wie Auto-Teile-Unger (ATU), Wincor Nixdorf AG (früher Siemens Nixdorf), MTU Aero Engines, Dynamit Nobel und die Zumtobel AG gehören.

Der Spiegel skizzierte das "Portfolio" von KKR etwas kritischer. "Die US-Beteiligungsgesellschaft KKR macht sich in Deutschland breit.... Sie sehen sich als Reparaturbetrieb des Kapitalismus. Mitunter geht dabei einiges zu Bruch - wie im Fall Tenovis", berichtet Spiegel Online am 14. April 2004. "Die selbst ernannten Retter von Telenorma kamen im Februar 2000. Sie hatten Blumen dabei und kleine Fähnchen, auf denen 'We create a common future' stand. Sie trugen teure Hemden, deren Manschetten mit den Initialen ihrer Namen bestickt waren. Wenn sie auf Betriebsversammlungen des Frankfurter Telefonanlagenbauers auftraten, sprachen sie so überzeugend von einem Neuanfang, dass Betriebsräte, die eine Zwischenfrage wagten, ausgebuht wurden. Die Retter waren Söldner der amerikanischen Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR), eine der mächtigsten und berüchtigsten ihrer Art. Ihr Geschäft heißt Private Equity. Mit dem Geld ihrer Anleger kaufen sie Firmen, stutzen sie zurecht und verkaufen sie anschließend mit deftigem Gewinn. Meist funktioniert das. Mitunter geht dabei jedoch vieles zu Bruch", führt der Spiegel weiter aus. Telenorma ging für 400 Millionen Dollar an KKR, die das Unternehmen in Tenovis umbenannten. Und zu KKR schreibt der Spiegel weiter:
"Kohlberg hatte das Unternehmen 1976 mit den beiden anderen Namensgebern gegründet. In den vergangenen 27 Jahren investierte die Firma über 114 Milliarden Dollar in 110 Unternehmen - Geld, das KKR vorher bei reichen Privatpersonen oder Pensionsfonds einsammelt. Dann wird häufig entlassen, umgebaut und ein bisschen zerlegt, bis das, was übrig ist, so schlank scheint, dass es mit fettem Gewinn verkauft werden kann. Die Investoren übernehmen nur Firmen, die in ihrem Segment zu den Branchenführern gehören und so gut verdienen, dass KKR selbst bei Engpässen Geld aus dem Unternehmen abziehen kann. Bis vor einigen Jahren operierten die Firmenhändler fast nur in den USA und Großbritannien, dann geriet Europa ins Fadenkreuz". Mittlerweile hat das US-Unternehmen Avaya Tenovis für rund 370 Millionen US-Dollar in bar von KKR übernommen. "Zudem übernimmt Avaya nach einem Bericht des Onlinedienstes Golem Verbindlichkeiten in Höhe von 265 Millionen US-Dollar. "Da Tenovis über liquide Mittel in Höhe von rund 115 Millionen US-Dollar verfügt, soll der Kaufpreis letztendlich bei rund 255 Millionen US-Dollar liegen", so Golem.
Wie das Geschäft mit Beteiligungen in der Regel läuft, hat der Spiegel in seiner Ausgabe vom 19. August 2004 unter dem Titel "Wie Firmenjäger die Deutschland AG aufmischen" skizziert: "Günstig für die Beteiligungsunternehmen sind außerdem die niedrigen Zinsen, da sie ihre Käufe zum Großteil über Fremdkapital finanzieren. Leveraged Buy-out lautet diese Strategie. Umso größer die Wut bei den Betroffenen, wenn ein Firmenkäufer in die Kasse des Unternehmens greift, um seine Schulden bei den Banken zu bedienen. So lange die Eigenkapitalrendite des Unternehmens deutlich höher ist als der Zinssatz der Gläubigerbanken, sind Gewinne beim Firmenkäufer garantiert", führt der Spiegel aus. Wo wird das KKR-Engagement beim Müllkonzern DSD hinführen, fragen sich Branchenexperten. Die FAZ kommentierte die Neustrukturierung des Grünen Punktes kritisch. "Das DSD beherrscht den Markt, die etablierten Verbindungen sind schwer zu knacken. Auch ist die 'Kriegskasse' in Form von allerlei Rückstellungen gut gefüllt. Es hat schon seinen Grund, dass sich das DSD stark genug fühlt, in neue Geschäftsfelder vorzustoßen", so die FAZ. Für KKR also ein lohnendes Engagement. Ob der Wettbewerb auf dem Müllmarkt dadurch wirklich in Schwung kommt, wird von vielen Experten bezweifelt.


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Gunnar Sohn, verantwortlich.

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