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Criticón druckt Joachim Fests grandioses Kapitel über Johannes Gross ab

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"Begegnungen" – so der unprätentiös-bescheidene Titel, den Joachim Fest seinem neuen Buch gegeben hat. Fest zitiert am Anfang seines grandiosen Buches einen Freund aus Palermo mit den Worten, dass die Jahre all das, was gewesen sei, unerbittlich auslöschten. "Dieses Auslöschen für einige Zeit hinauszuzögern ist der Vorsatz dieses Buches", so beschreibt der ehemalige Herausgeber der FAZ eingangs sein Vorhaben. Dieses Vorhaben ist mehr als geglückt. Dem Autor gelingen meisterhafte Studien seiner Freunde und Weggefährten. Der Winterausgabe des Magazins Criticón http://www.criticon.de hat er sein Gross-Kapitel zum Abdruck zur Verfügung gestellt.

Vielleicht das beste Stück des ganzen Buches ist Johannes Gross gewidmet. Wer kennt diesen zwergenhaft kleinen Publizisten noch, der schon in den 50er und 60er Jahren zusammen mit Rüdiger Altmann die Zeitschrift "Civis" leitete und Kanzler Erhard beriet? Einigen ist Gross als immer aufgeräumt wirkender Gast und Moderator von Gesprächsrunden im Fernsehen, als scharfer Aphoristiker in der FAZ oder als Macher auflagenstarker Magazine in Erinnerung geblieben. Fest beschreibt die hinter der aufgeräumten Fröhlichkeit lauernde Depression, unter der Gross zu leiden hatte und die er zum Beispiel mit Kaufattacken betäubte. Interessant sind vor allem die persönlichen Anekdoten, die Fest über Gross zu berichten weiß. So führte Gross, der der Kleine-Leute-Literatur eines Böll oder Grass nichts abgewinnen konnte, einen exakt ausgemessenen Lederkoffer mit der sechzehnbändigen Inselausgabe der Werke Goethes mit sich, um sich auf Reisen an dem Meister gütlich zu tun. Mit Genuss bekämpfte Gross die "Hausdämonen", die ihn bisweilen heimsuchten. Und in dieser Hinsicht war er gar kein richtiger Rechter, als der er so gerne dargestellt wurde. Der Porträtist über seinen "Helden": "Dagegen Gross mit der Freiheit des überlegenen Kopfes: Die viel gehörte Redensart, dass einer links rede und rechts lebe, offenbare gleich einen doppelten Irrtum: dass die Linke etwas Substanzielles zu sagen habe und dass man sich unter den Leuten von rechts auf den Lebensgenuss verstehe." Gross wurde schnell vergessen, da der in Deutschland herrschende provinzielle Geist seine Probleme mit ihm hatte: "Der herrschende Egalitarismus wusste mit soviel heiterer Überlegenheit nichts anzufangen."

Bei allen kritischen Tönen bleibt der Gentleman Joachim Fest auch gegenüber den übrigen Weggefährten stets fair, auch gegenüber der späteren Terroristin Ulrike Meinhof, die er während seiner Zeit beim Norddeutschen Rundfunk kennen lernte. Dies gilt ebenso für die Porträts von Dolf Sternberger, Arnulf Baring, Hannah Arendt, Golo Mann oder Rudolf Augstein. Die Lücke, die Fest hinterließ, als er das Feuilleton der FAZ verließ, ist noch nicht geschlossen worden. Schmerzlich vermisst man seine Essays in der "Zeitung für Deutschland". Seit Fest nicht mehr die Herausgeber-Bürden bei der FAZ tragen muss, hat er etliche Bücher vorgelegt. Die "Begegnungen" sind vielleicht das schönste in dieser Reihe.

In der Frühjahrsausgabe 2005 wird Criticón ein ausführliches Autorenporträt über Joachim Fest bringen.

Joachim Fest: Begegnungen. Über nahe und ferne Freunde. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag 2004, 383 S., 19,90 Euro, ISBN 3 – 498 02088 –9


Web: http://criticon.de


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