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Hartz IV ist nur eine Teillösung – Frithjof Bergmann fordert eine neue Kultur der Arbeit

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Bonn/Hamburg – Die Wochenzeitung Die Zeit http://www.zeit.de bezeichnet ihn als "Visionär der Arbeit". Gemeint ist der amerikanische Philosoph Frithjof Bergmann, der 1930 in Sachsen geboren wurde und an den renommierten Universitäten Princeton, Stanford und Chicago lehrte. Seit einigen Jahren reist der Emeritus rund um den Globus, stellt sein Know-how Regierungen und Projektgruppen zur Verfügung und stellt auf Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen sein Konzept der "Neuen Arbeit" vor. So trat Bergmann vor kurzem bei dem Bonner Kamingespräch auf, das in Kooperation des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de mit dem Wirtschaftsmagazin Criticón http://www.criticon.de stattfand. Seine Thesen sind ungewohnt und brisant, was auch in seinem jüngsten Interview mit der Hamburger Zeit deutlich wird.

Bergmann ist der Anhänger einer Vision oder Utopie, die darauf abzielt, mit neuen Arbeitsmodellen eine neue Kultur zu schaffen. Sein jetzt auf Deutsch erschienenes Buch heißt denn auch programmatisch "Neue Arbeit, neue Kultur". Sein Ziel ist nicht unbescheiden: Sein Projekt soll den "Weg zu einer humaneren, intelligenteren, fröhlicheren und sinnlicheren Zukunft" weisen. Der Philosoph will den großen Wurf. Hartz IV ist für ihn nur ein Herumdoktern an Symptomen der Krise. Auch in den USA, Großbritannien, Dänemark und Holland seien bestenfalls nur "Teillösungen" erreicht worden. Überall sei die Arbeit knapp. Die Zukunft malt Bergmann in grauen Farben: "Mir geht es um das Gesamtbild. Was wir bisher erleben, ist nur die erste Böe eines Orkans, der noch draußen auf dem Ozean wirbelt. Wenn sich die Art von Automatisierung verbreitet, die jetzt technisch möglich wird, dann wird sich bald zeigen: Alle Teillösungen haben nur einen Aufschub gebracht. Das Lohnarbeitssystem, das es historisch gesehen noch nicht lange gibt, stirbt ab."

Aufgrund der Automatisierung hätten viele Menschen entweder keine Arbeit oder sie erleben sie als eine "milde Krankheit". Bergmann tritt dafür ein, dass selbst die Menschen in den westlichen Industrieländern viele Dinge, die sie zum Leben brauchen, in Eigenarbeit erstellen sollen. Statt die Wirtschaft mit Subventionen und Steuervergünstigungen zu bedenken, was insgesamt sowieso kaum neue Arbeitsplätze schaffe, denkt er daran, dass Handys und Waschmaschinen von Arbeitslosen selbst zusammengeschraubt werden sollen. "Große Betriebe sind teuer. Denken Sie an die Infrastruktur, den Parkwächter, das Reinigungspersonal. Dagegen müssen Sie sich diese Selbstbau-Werkstätten wie Copyshops vorstellen: Die benutzen Sie auch für wenig Geld, um etwas selbst herzustellen. Heute kann man sich ja schon Bücher oder Briefmarken selbst drucken", führt Bergmann gegenüber der Zeit aus. Die Politik solle nicht Hartz IV, sondern Werkstätten für Eigenproduktion propagieren und neues Denken über die Arbeit verbreiten. Allerdings versteht Bergmann seinen Ansatz nur als eine Möglichkeit, die nicht allgemeinverbindlich sein solle.

Nicht nur beim Bonner Kamingespräch entzündete sich die Kritik an dem "totalen" Ansatz des Bergmannschen Modells. Die Realität zeigt aber auch, wie sich manche Ansätze des Modells in der Praxis nutzen lassen. Ein Beispiel ist die Abkehr von der ineffizienten industriellen Massenproduktion. Bergmann spricht sich für kleine, agile und computergesteuerte Handwerk-Shops aus. Die Pegnitzer Firma Belland Vision http://www.bellandvision.de bietet – ähnlich wie von Bergmann gewünscht – eine Art von "mobiler Fabrik" an. Bei Großveranstaltungen wie Kirchentagen oder Marathonläufen stellen sie Einweg-Getränkebecher zu Verfügung, die sofort nach Gebrauch zusammen mit den restlichen Abfällen eingesammelt werden. Anschließend werden die benutzten Becher in einem Recyclingmobil verwertet. Den Kunststoff kann man selbst aus vermischten und verschmutzten Abfällen maschinell herauslösen und molekular reinigen. Aus dem Material kann man wieder neue Becher herstellen im Gegensatz zum klassischen Plastikrecycling.



Web: http://www.bellandvision.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Ansgar Lange, verantwortlich.

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