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Studie: Banken schöpfen den Supply Chain Finance-Markt nicht aus

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Studie von Capco und der Universität St. Gallen zeigt: Kunden nutzen zunehmend Open Account-Zahlungen - Banken drohen Mittlerrolle zu verlieren und müssen reagieren


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04. Oktober 2011



Der globale Handel boomt - damit nimmt auch der Bedarf an sicheren und effizienten Zahlungsmethoden und -prozessen sowie die Bedeutung des Supply Chain Finance zu. Den Banken, in ihrer klassischen Rolle als Mittler zwischen Käufer und Verkäufer hingegen, droht der Verlust wichtiger Marktanteile. Grund hierfür ist der Anstieg von Open Account-Zahlungen, die direkt zwischen zwei Parteien, ohne Mitwirkung eines Kreditinstituts, abgewickelt werden. Das geht aus einer aktuellen Studie zum Thema Supply Chain Finance hervor, die Capco, einer der führenden globalen Anbieter von Beratungs- und Transformationsdienstleistungen für die Finanzdienstleistungsbranche, in Kooperation mit Prof. Dr. Erik Hofman, Lehrstuhl für Logistikmanagement (LOG-HSG) der Universität St. Gallen, durchgeführt hat.



Prof. Hofmann, wissenschaftlicher Leiter der Forschungsprojekts, verdeutlicht die Bedeutung der neuen Erkenntnisse der Studie: "Wir haben erstmals alle Markteilnehmer umfassend befragt und analysiert." Dabei handelt es sich um Unternehmen (in ihrer Rolle als Käufer und Verkäufer), Banken sowie die Anbieter von Technologien zur Abwicklung der Zahlungsprozesse (Plattform-Provider). Wichtige Erkenntnis: Der Markt ist massiv in Bewegung. Die Unternehmen wollen vor allem ihr Working Capital optimieren und Risiken (wie etwa Zahlungsausfall) minimieren. Banken müssen auf diese Anforderungen mit neuen Produkten reagieren, sonst droht ihnen der Verlust von Kunden. Auf dem Markt der Plattform-Provider zeichnet sich zudem eine Konsolidierung innerhalb der nächsten Jahre ab. Reagieren die Marktteilnehmer allerdings geschickt mit einem optimierten Management der financial Supply Chain eröffnen sich ihnen große Kostensenkungs- und Wertsteigerungspotenziale.



Neue Produkte wie Reverse Factoring sichern Marktanteile



Etablierte Produkte wie Akkreditive verlieren immer mehr an Bedeutung. Banken müssen innovative Lösungen bieten, um den Kundenbedürfnissen nach Risikominimierung und Optimierung des Working Capital gerecht zu werden: "Ein Beispiel ist das so genannte Reverse Factoring, bei dem der stärkste Partner der Handelskette das Risiko trägt", so Bernd Richter, Partner bei Capco. "Unternehmen geben ihre Forderungen gegenüber Kunden dabei an die Banken ab und erhalten von diesen rasch ihr Geld. Das Zahlungsausfallrisiko ist so minimiert, das Working Capital optimiert."



Vom Produkt-Fokus zum Kunden-Fokus



Im Rahmen der Studie wurde zudem eine starke Zunahme der kostengünstigen, aber im Vergleich zu anderen Zahlungsmethoden risikoreicheren, Open Account-Zahlungen festgestellt. Unternehmen wünschen sich zur Optimierung ihres Supply Chain Finance zudem individuelle Lösungen und keine Standard-Produkte. Für die Banken bedeutet dies: Weg vom "product push", dem Anbieten wenig flexibler Standard-Produkte, hin zum "demand pull", bei dem auf die Bedürfnisse der Kunden eingegangen wird. Dazu gehört, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln und auch integrierte Produktpakete anzubieten, mit denen verschiedene Bereiche der Supply Chain Finance abgedeckt werden. Um diesen Bedürfnissen zu begegnen, böte sich eine verstärkte Kooperation der Banken mit den Plattform-Providern an.



Größtes Kundenpotenzial beim Mittelstand



Das größte Potenzial können Banken bei mittelständischen Unternehmen heben. Während große Konzerne oft über eigene Abteilungen zur Abwicklung von Supply Chain Finance verfügen, gibt es im Mittelstand meist noch nicht einmal einen Verantwortlichen für das Thema. Dabei würden gerade diese Unternehmen von kosten- und risikooptimierten Zahlungsprozessen - insbesondere im internationalen Kontext - enorm profitieren. Allerdings spielt gerade hier Vertrauen zur Bank eine große Rolle: Die Studie zeigt, dass eine von Vertrauen und Loyalität geprägte Zusammenarbeit für viele Unternehmen oft wichtiger ist als technologische Kompetenz. Banken sollten also ihre Rolle als "Hausbank" nutzen und ihre Rolle als kompetenter Supply Chain Finance-Dienstleister ausbauen.



Erhöhung der Effizienz durch optimierte Prozesse



Durch eine verstärkte Zusammenarbeit mit Technologie- und Software-Anbietern können Banken ihre Effizienz steigern und Kosten sparen. Durch die Vereinheitlichung der Systeme wird die Komplexität von Prozessen verringert und die Flexibilität bei kundenorientierten Lösungen erhöht. Standardisierte Plattformen helfen dabei, den Cash Flow planbarer zu machen und die Transaktionskosten zu verringern. Zudem investieren die Plattform-Provider verstärkt in Cloud-Lösungen mit Open Interfaces zur leichteren Integration in die ERP-Systeme der Unternehmen. So können diese mit verschiedenen Banken über die gleiche Plattform zusammenarbeiten.



Vor allem die Plattform-Provider stehen unter massivem Druck, Skaleneffekte erzielen zu müssen, denn zu viele kleine Anbieter befinden sich auf dem Markt - hier ist in den nächsten Jahren eine Konsolidierung zu erwarten. "Supply Chain Finance verspricht viele Vorteile für Unternehmen - insbesondere im internationalen Business. Banken und Plattform-Provider müssen allerdings ihre komplexen Lösungsangebote den Kunden in verständlicher Art und Weise präsentieren. Dann können alle Akteure profitieren", so Prof. Hofmann. "Unternehmen werden vor Zahlungsausfällen abgesichert und können Transaktionskosten einsparen. Banken können wichtige Marktanteile gewinnen sowie Kundenbeziehungen vertiefen und Plattform-Provider sorgen für eine reibungslose und effiziente Zusammenarbeit."



Zum Aufbau der Studie



Die Unternehmensberatung Capco hat die Studie "Supply Chain Finance" zwischen Februar und Juni 2011 in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Logistikmanagement der Universität St. Gallen durchgeführt. Dazu wurden zahlreiche Interviews mit Vertretern der drei Marktteilnehmer Unternehmen, Banken und Plattform-Provider geführt und ausgewertet. Interviewt wurden ausschließlich Mitglieder der Geschäftsleitung, Mitglieder des Vorstands und Produkt-Manager der betreffenden Unternehmen.



Eine Darstellung der Ergebnisse in englischer Sprache kann hier heruntergeladen werden: http://www.capco.com/capco-institute/research-thoughts/supply-chain-finance-opportunities-unchained



Die vollständige Studie kann über den Pressekontakt angefordert werden.



Kontakt:

Capco

Marc Bussel

14 avenue d'Eylau

75116 Paris

+33 6.14.74.52.66



www.capco.com

marc.bussel@capco.com





Pressekontakt:

wbpr Gesellschaft für Public Relations und Marketing mbH

Anne-Katrin Steinke

Münchner Str. 20

85774 Unterföhring

anne-katrin.steinke@wbpr.de

089-995906 46

http://www.capco.com


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Anne-Katrin Steinke, verantwortlich.

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