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Gute Wischer schaffen Sicht und Sicherheit

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Scheibenreinigung im Winter


Etwa jedes zweite Jahr kauft der deutsche Durchschnittsautofahrer neue Scheibenwischer. Verrichten die jetzigen Wischer noch zuverlĂ€ssig ihren Dienst oder ist fĂŒr gute Sicht eine Neuanschaffung fĂ€llig? Ein eingehender Blick auf die Scheibenwischer ist...

MĂŒnchen, 27.10.2011 - Etwa jedes zweite Jahr kauft der deutsche Durchschnittsautofahrer neue Scheibenwischer. Verrichten die jetzigen Wischer noch zuverlĂ€ssig ihren Dienst oder ist fĂŒr gute Sicht eine Neuanschaffung fĂ€llig? Ein eingehender Blick auf die Scheibenwischer ist gerade jetzt vor dem Winter angebracht. Praxistipps von TÜV SÜD.

Obwohl im unmittelbaren Sichtfeld des Fahrers im Einsatz, erhalten Scheibenwischer oftmals nicht die Aufmerksamkeit, die ihnen aus Sicherheitsaspekten gebĂŒhrt. Sie stellen den freien Blick auf die Straße bei schlechtem Wetter sicher. Doch selbst fangen sie erst einen solch prĂŒfenden Blick ein, wenn der Reinigungseffekt merklich nachlĂ€sst oder mit nervendem Quietschen verbunden ist. Dann haben gute Gummilippen aber bereits eine FlĂ€che in der GrĂ¶ĂŸe von einem Dutzend Fußballfeldern gereinigt. "Nicht nur die Kilometerleistung und die Fahrzeit bei Regen zehren an den Wischgummis. Vor allem die Sommerhitze und UV-Strahlung setzen ihnen zu", sagt Eberhard Lang, Auto-Experte von TÜV SÜD. ZusĂ€tzlichen Verschleiß haben die Insekten verursacht. Das Chitin ihrer Körper ist sehr hart und kann regelrechte Mikro-Scharten in die Gummilippen reißen. Der Wechsel vor dem Winter ist daher logisch.

Reinigen: Schlecht wirkende Wischer rufen nicht unbedingt nach dem Austausch. Manchmal genĂŒgt auch die sorgfĂ€ltige Reinigung. Eine gewöhnliche NagelbĂŒrste ist dafĂŒr sehr gut geeignet. Quer zur Gummileiste bĂŒrsten! Am besten klappt das Putzen bei abmontierten Wischern. Zumeist genĂŒgt Wasser mit SpĂŒlmittel oder Autoshampoo fĂŒr ein gutes Ergebnis. Bei hartnĂ€ckigem Schmutz helfen ein KĂŒchentuch und unverdĂŒnnter Frostschutz fĂŒr Scheibenwaschanlagen. Lösungsmittel wie VerdĂŒnnung oder Benzin sind dagegen ungeeignet. Sie zerstören zumindest den dĂŒnnen Auftrag einer Graphitverbindung, mit der hochwertige Wischgummis beschichtet sind. Das Gummimaterial selbst leidet ebenfalls unter falschen Reinigungsmethoden und kann dadurch dauerhaft unbrauchbar werden. An Schlieren mĂŒssen ĂŒbrigens nicht die WischblĂ€tter schuld sein, sondern es kann an der Scheibe liegen.

Wachs- oder Silikonreste, beispielsweise aus der Waschstraße, lassen sich mit Fensterreiniger oder einem speziellen Reinigungstuch entfernen.

Wechsel: Generell hĂ€lt TÜV SÜD-Experte Lang die jĂ€hrliche Erneuerung bei konventionellen Scheibenwischern fĂŒr eine gute Richtschnur. Dabei rĂ€t der Experte zu Produkten renommierter Marken. Der höhere Preis lohnt sich in der Regel dank der lĂ€ngeren Lebensdauer und des besseren Wischergebnisses. Manche Hersteller preisen das Naturgummi ihrer WischblĂ€tter besonders an. Dabei ist synthetischer Kautschuk fĂŒr die Scheibenreinigung nichts Schlechtes. Das Optimum stellen Zweistoff-Mischungen dar, bei denen der obere Teil des Wischgummis aus Synthetik besteht und der auf der Scheibe liegende aus Naturgummi. Diesen Modellen macht auch die Sommerhitze nicht so viel aus.

Upgrade: Heute verfĂŒgen neue Autos ab Werk oft ĂŒber gelenklose Wischer, sogenannte Flatblades. Sie wischen wegen des gleichmĂ€ĂŸigeren Anpressdrucks vor allem bei höheren Geschwindigkeiten sauberer. Die neue Technik lĂ€sst sich fĂŒr viele Ă€ltere Autos nachrĂŒsten. Flatblades sind allerdings teurer. Da sie auch lĂ€nger halten - nach den Erfahrungen von TÜV SÜD bis zu zwei Jahre - spart der Autofahrer einen Teil des Mehrpreises aber wieder ein.

Arme: Bleibt der Durchblick trotz neuen Wischern und außen wie innen sauberer Scheibe eher mĂ€ĂŸig, sind vielleicht die Wischarme selbst nicht in Ordnung. Rattert ein neues, qualitativ hochwertiges Wischblatt, liegt es möglicherweise nicht im richtigen Winkel auf der Scheibe an. WerkstĂ€tten können die so genannte SchrĂ€nkung mit einer speziellen Lehre messen und korrigieren.

RĂŒcksicht: Gern vergessen wird der Heckscheibenwischer. Den hat der Fahrer ja nicht stets vor Augen. Auch wird er beispielsweise beim Eiskratzen oft stiefmĂŒtterlich behandelt. Bei einem alterschwachen Wischblatt kann spĂ€ter einmal die Gummilippe abreißen. Am Heck wird so etwas nicht gleich bemerkt. Im noch besten Fall ist die Sicht beim nĂ€chsten Regen nicht mehr gewĂ€hrleistet. Zu befĂŒrchten ist aber, dass Metallteile des Wischblatts die Scheibe zerkratzen.

Licht: Wer noch ein Ă€lteres Auto mit kleinen Scheibenwischern fĂŒr die Scheinwerfer hat, sollte auch auf sie einen Blick werfen. Auch bei diesen Teilen rĂ€cht sich falsche Sparsamkeit. Zwar mĂŒssen die Wischgummis fĂŒr die Streuscheiben nicht unbedingt schlierenfrei reinigen. Doch verschlissene oder gar ĂŒberhaupt nicht mehr vorhandene Gummis versagen nicht nur bei der Reinigung. Sie können - wie an der Heckscheibe - hĂ€ssliche Kratzer auf der Abschlussscheibe des Scheinwerfers und dadurch unerwĂŒnschte Reflexe beim Scheinwerferlicht verursachen.

Neuere Scheinwerfer-Reinigungsanlagen arbeiten mit Hochdruck-SprĂŒhern. Deren Kontrolle ist angesichts des zu erwartenden Schmuddelwetters ein wichtiger Punkt. "Übrigens mĂŒssen bei einer Hauptuntersuchung sĂ€mtliche Wischer funktionieren, gegebenenfalls auch am Heck und vor den Scheinwerfern", ergĂ€nzt TÜV SÜD-Fachmann Lang.

Umgang: Jeder Autofahrer hat großen Einfluss auf die Lebensdauer seiner Scheibenwischer. Mit zu den schlechtesten Ideen gehört, leichte Eisschichten mit Hilfe der Wischer zu entfernen. Die raue OberflĂ€che gefrorenen Wassers zerstört die nur wenige hundertstel Millimeter breite Wischkante schon nach wenigen Wischbewegungen. Nicht viel schonender sind BlĂ€tter oder Baumnadeln, die unter das Gummi gelangt sind. Gegen sie hilft nur von Hand entfernen - am besten vor der Abfahrt.

Frostschutz: Es gibt immer noch Autofahrer, die Brennspiritus verwenden, um das Scheibenwaschwasser am Einfrieren zu hindern. "Diese Methode ist aus mehreren GrĂŒnden ungeeignet", erklĂ€rt Eberhard Lang. Spiritus enthalte keine ReinigungszusĂ€tze. Speziell bei FĂ€cherdĂŒsen fĂŒhre dieser Mangel zu irritierenden Schlieren auf der Scheibe. Diese modernen, einen breiten Strahl produzierenden DĂŒsen stellen ohnehin hohe AnsprĂŒche an den Frostschutz und ReinigungszusĂ€tze. Auch hier könne der Autofahrer mit Markenprodukten am wenigsten verkehrt machen, sagt der TÜV SÜD-Experte. Sie seien nur wenig teurer als der zudem recht streng riechende Brennspiritus.

Dosierung: Mancher Autofahrer verfĂ€hrt beim Frostschutz nach dem Motto "Viel hilft viel" - was nicht empfehlenswert ist: Die konzentrierte Lösung pur zu verwenden, ist nicht nur teuer und umweltbelastend. Die dicke Suppe reinigt zudem schlechter als eine verdĂŒnnte. Es lohnt sich daher, der Dosierung etwas Aufmerksamkeit zu widmen. Wer sich dies sparen möchte, kann fertig verdĂŒnnte FlĂŒssigkeit kaufen. Die schĂŒtzt meist bis minus 20 Grad. FĂŒr Vorsorge vor noch tieferen Temperaturen gibt es in Deutschland selten Grund. In der Übergangszeit genĂŒgt Frostschutz bis minus zehn Grad. Ausnahmen sind natĂŒrlich ungewöhnliche Wetterlagen und Reisen in kalte Regionen wie das Hochgebirge oder nach Skandinavien.

Weitere Informationen fĂŒr Autofahrer gibt es unter www.tuev-sued.de


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