News und Meldungen



124 Mini-Kraftwerke im Rhein sollen Strom für Hunderte Haushalte liefern

In Rheinland-Pfalz ist bei Sankt Goar der Bau eines Schwarmkraftwerks mit 124 schwimmenden Mini-Strömungskraftwerken genehmigt worden, die im Rhein rund um die Uhr nahezu geräuschlos Strom erzeugen sollen. Die vom Münchner Unternehmen Energyminer entwickelte Technik wird damit erstmals in größerem Maßstab in einem frei fließenden Gewässer eingesetzt. Nach Angaben des Umweltministeriums und laut einer Studie der TU München sollen die Anlagen für Fische keine Gefahr darstellen und auch ihr Verhalten nicht beeinträchtigen. Hundert solcher Anlagen könnten demnach jährlich rund 1,5 Gigawattstunden Strom erzeugen und damit etwa 400 bis 500 Vier-Personen-Haushalte versorgen.

Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/rheinland-pfalz-mehr-als-hundert-kleine-stroemungskraftwerke-sollen-kuenftig-strom-im-rhein-erzeugen-a-d80f4191-8af1-4d33-a0d6-0f4784becbc6

Überparteiliche US-Initiative fordert strenge Grenzen für KI

In den USA wächst der Widerstand gegen eine unregulierte KI-Entwicklung: Mit der „Pro-Human Declaration“ fordert eine parteiübergreifende Gruppe aus Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit verbindliche Leitplanken für den Einsatz fortgeschrittener KI. Das Papier warnt vor einer Zukunft, in der Menschen durch KI als Arbeitskräfte und Entscheidungsträger verdrängt werden, und setzt stattdessen auf menschliche Kontrolle, Freiheit, Rechenschaftspflicht und die Begrenzung von Machtkonzentration. Konkret verlangt die Initiative unter anderem ein Moratorium für Superintelligenz ohne nachgewiesene Sicherheit, verpflichtende Abschaltmechanismen sowie Verbote selbstreplizierender und autonom selbstverbessernder Systeme. Rückenwind erhält die Debatte durch jüngste Kontroversen um den möglichen Einsatz von KI für Überwachung und autonome Waffensysteme; bemerkenswert ist zudem, dass Unterstützer aus beiden politischen Lagern kommen – darunter Steve Bannon und Susan Rice.

Quelle: https://t3n.de/news/ki-ohne-grenzen-warum-sich-in-den-usa-jetzt-demokraten-und-republikaner-zusammentun-1733029/

Studie sieht Deutschland bei Innovationen deutlich zurückfallen

Laut einer im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erstellten Studie verliert die deutsche Wirtschaft spürbar an Innovationskraft: Nur noch 13 Prozent der Unternehmen zählen zur besonders innovationsstarken Spitzengruppe, während fast 40 Prozent als innovationsschwach gelten. Vor allem klassische Industriebranchen büßen an Dynamik ein, während IT-Unternehmen und wissensintensive Dienstleistungen an Bedeutung gewinnen. Zwar nutzen bereits 70 Prozent der befragten Firmen künstliche Intelligenz oder maschinelles Lernen, doch bei komplexeren Zukunftstechnologien wie CO₂-Abscheidung, Green Tech und Kreislaufwirtschaft bleibt Deutschland zurück. Die Autoren warnen deshalb vor einem dauerhaften Verlust technologischer Wettbewerbsfähigkeit und fordern von Politik und Unternehmen rasches, entschlossenes Handeln.

Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-03/bertelsmann-stiftung-studie-innovationskraft-deutscher-unternehmen

Ölschock nach Iran-Angriffen setzt Börsen und Importländer unter Druck

Eine Woche nach Beginn der israelisch-amerikanischen Luftangriffe auf Iran steigen die Folgen für Energie- und Finanzmärkte laut taz deutlich an: Wegen weitgehend blockierter Öltransporte durch die Straße von Hormus sprang der Brent-Preis zeitweise auf über 118 Dollar je Barrel, während Börsen in Asien kräftig nachgaben. Besonders betroffen sind Staaten des Globalen Südens, wo höhere Energieimporte, gekürzte Subventionen, Stromausfälle und Lieferengpässe bereits Proteste unter anderem in Sri Lanka, Argentinien und Nigeria auslösen. Als Gewinner der Entwicklung gilt Russland, das wegen des höheren Preisniveaus Rabatte auf sein Öl zurückfahren kann, während die G7 über die Freigabe strategischer Reserven beraten, um den Preisanstieg zu bremsen.

Quelle: https://taz.de/Oelpreise-und-Irankrieg/!6160863/

Anthropic klagt gegen Trumps Pentagon-Sperre wegen Militär-KI

Die KI-Firma Anthropic geht gerichtlich gegen die Einstufung als „Lieferkettenrisiko“ durch die Trump-Regierung vor, nachdem sie den Einsatz ihrer Systeme für Massenüberwachung und autonome tödliche Waffensysteme nicht freigeben wollte. Durch die Maßnahme wurden Bundesbehörden angewiesen, die Nutzung von Anthropic-Technologie einzustellen, womit das Unternehmen faktisch von Regierungsaufträgen ausgeschlossen wurde. Anthropic sieht darin eine politische Vergeltung für seine Haltung zu sicherer und verantwortungsvoller KI und beruft sich unter anderem auf die Meinungsfreiheit, während die Regierung nationale Sicherheitsinteressen anführt. Unklar bleibt, wie erfolgreich die Klage sein wird; zugleich soll das Pentagon statt Anthropic nun mit OpenAI zusammenarbeiten, obwohl laut Washington Post Anthropic-Technologie im Militär weiterhin genutzt wird, etwa zur Bewertung möglicher Angriffsziele im Iran.

Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/anthropic-klage-us-regierung-100.html

Diesel und E10 über 2 Euro: Bundeskartellamt soll Preissprünge an Tankstellen prüfen

Nach dem Iran-Krieg sind die Spritpreise weiter stark gestiegen: Super E10 lag in der Spitze bei 2,003 €/l, Diesel bei 2,086 €/l; im Tagesschnitt wurden zuletzt 2,005 €/l (Diesel) und 1,935 €/l (E10) genannt. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) kündigte eine kartellrechtliche Prüfung im Austausch mit dem Bundeskartellamt an, Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) drohte bei möglicher „Abzocke“ mit Konsequenzen; eine Spritpreisbremse sei laut Reiche nicht geplant. ADAC und Mineralölverband streiten über die Angemessenheit: Die Branche verweist auf deutlich höhere Einkaufspreise, der ADAC hält die Erhöhungen für unverhältnismäßig.

Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/spritpreise-benzin-diesel-bundeskartellamt-100.html