BASF hat beschlossen, im Zuge einer Umstrukturierung den Großteil der Werkswohnungen seiner Tochter BASF Wohnen + Bauen zu verkaufen: 1.100 Eigentumswohnungen sollen an einzelne Käufer gehen, weitere 3.300 Wohnungen als Paket inklusive Gebäude an einen Investor; für den überwiegenden Teil will der Konzern bis Anfang 2027 einen Käufer finden, der „langfristig, nachhaltig“ investiert. BASF begründet den Schritt mit Fokus aufs Kerngeschäft, Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit und Stammwerk Ludwigshafen sowie einem schwierigen Marktumfeld; die Bilanz solle gestärkt werden, ein Teil des Bestands im Standortumfeld bleibe im Eigentum. Die IG BCE kritisiert die Pläne scharf: In den Wohnungen lebten vielfach aktive oder frühere Beschäftigte, die nun dem Druck der Immobilienwirtschaft ausgesetzt würden; der Vertrauensleute-Vorsitzende Stephan Güldner spricht von einer Abkehr von Werten und einem rein finanzgetriebenen Verkauf von „Tafelsilber“
Die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman fordert, Diskriminierung durch Algorithmen und KI ausdrücklich gesetzlich zu verbieten, weil das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) bislang vor allem Fälle regelt, in denen Menschen diskriminieren – nicht aber, wenn ein Computerprogramm entscheidet. Hintergrund: Immer mehr Entscheidungen würden automatisiert getroffen, etwa in Bewerbungsverfahren, bei Wohnungsvergabe oder Krediten, wodurch KI bestehende Ungleichheiten verfestigen oder verstärken könne. Ataman will deshalb in der anstehenden AGG-Reform klare Regeln schaffen; ähnliche Forderungen kamen zuvor auch von der SPD-Frauenarbeitsgemeinschaft
In einem Kommentar argumentiert Eric Bonse (taz), die aktuelle Blockade neuer EU-Beschlüsse zu Russland-Sanktionen und Ukraine-Hilfen liege nicht nur an Ungarns Premier Viktor Orbán: Zwar habe Ungarn beim Außenministertreffen in Brüssel ein Veto gegen das geplante 20. Sanktionspaket und einen Milliardenkredit für Kyjiw eingelegt, doch auch andere Staaten bremsten – etwa bei einem neuen 90-Milliarden-Euro-Hilfskredit (u. a. Slowakei und Tschechien) sowie beim Sanktionspaket (Vorbehalte u. a. aus Griechenland und Malta). Bonse schreibt zudem, selbst in der G7 gebe es Widerstand gegen ein geplantes weitreichendes Dienstleistungsverbot für russische Öltanker, weil dies den bisherigen Ölpreisdeckel faktisch beenden und in Richtung einer riskanten Blockade der „Schattenflotte“ führen könnte. Seine zentrale These: Die EU-Führung habe „den Sinn fürs Machbare“ verloren, setze auf immer mehr Sanktionen, Geld und Waffen, habe aber weiterhin keinen eigenen Plan zur Beendigung des Krieges – was den politischen Druck und die Konflikte innerhalb der EU zusätzlich verschärfe.
Quelle: https://taz.de/Streit-ueber-Russland-Sanktionen/!6157114/
Der US-Logistikkonzern FedEx verklagt die US-Regierung auf vollständige Rückerstattung von Zöllen aus der Amtszeit von Präsident Donald Trump, nachdem der Supreme Court diese Abgaben laut Bericht vergangene Woche für illegal erklärt hat: Die Zölle seien am Kongress vorbei über das Notstandsgesetz IEEPA verhängt worden, FedEx spricht von Schaden durch zu Unrecht gezahlte Importabgaben (Summe ungenannt) und richtet die Klage gegen die Zollbehörde CBP, deren Leiter Rodney Scott und die USA. Laut DIE ZEIT/Reuters führt die Kanzlei Crowell & Moring ähnliche Verfahren für weitere Konzerne; insgesamt sollen seit dem Frühjahr über 1.000 Firmenklagen eingegangen sein (u. a. Costco, Revlon, EssilorLuxottica). Parallel bringen 22 demokratische Senatoren einen Gesetzentwurf ein, der die Regierung zur Rückzahlung binnen 180 Tagen samt Zinsen verpflichten soll – die Chancen gelten aber als gering wegen republikanischer Mehrheiten; das Penn-Wharton Budget Model schätzt mögliche Rückerstattungen auf über 175 Mrd. US-Dollar.
Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2026-02/fedex-klage-rueckzahlung-zoelle-donald-trump
Cyberangriffe treffen deutsche Firmen immer häufiger und verursachen laut Bitkom riesige Schäden (genannt werden rund 200 Mrd. €). Besonders KMU sind oft schlecht vorbereitet. Der Beitrag erklärt am Beispiel der DDoS-Störung bei der Deutschen Bahn, dass nicht nur „Webseite down“, sondern vor allem Angriffe auf interne Systeme (Energie, Produktion, Finanzabläufe) gefährlich sind. Empfohlen werden Basics: 2-Faktor-Login, Zugriffsrechte sauber verwalten (auch Ex-Mitarbeiter), Updates, Backups, Inventar aller Geräte im Netz (inkl. Smartphones/IoT). Weil es keine 100-%-Sicherheit gibt, braucht es einen Notfallplan, klare Zuständigkeiten, Kommunikation nach außen und regelmäßige Übungen. Zusätzlich sollen EU-Regeln seit Dez 2025 mit Meldepflichten und Sanktionen den Druck erhöhen.
Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/digitales/cyber-angriffe-unternehmen-deutschland-100.html
Der t3n-Artikel warnt davor, Passwörter von KI-Chatbots wie ChatGPT, Gemini oder Claude erzeugen zu lassen: Zwar wirken die vorgeschlagenen Zeichenfolgen mit Zahlen und Sonderzeichen oft robust, doch Sicherheitsforscher:innen (u. a. von Irregular) sehen darin eine systematische Schwäche, weil große Sprachmodelle eher wahrscheinliche, plausible Muster als echten Zufall erzeugen – und damit wiederkehrende Strukturen produzieren (z. B. ähnliche Anfänge oder vorhersehbare Positionen von Sonderzeichen). In Tests lag die Entropie der KI-Passwörter demnach weit unter dem Niveau kryptografisch sicherer Passwörter (genannt werden etwa 27 Bit statt rund 98 Bit), was Brute-Force-Angriffe stark erleichtern könne. Die Muster seien teils bereits in Open-Source-Code auf GitHub gefunden worden, wodurch „Vibe-Coding“ zum Einfallstor werden könne. Empfohlen wird stattdessen die Nutzung von Passwort-Managern mit kryptografisch sicheren (Pseudo-)Zufallszahlengeneratoren; zugleich wird erwähnt, dass auch manche Passwort-Manager zuletzt Sicherheitsprobleme hatten, an deren Behebung Hersteller arbeiten.
Quelle: https://t3n.de/news/passwoerter-chatgpt-erstellen-unsicher-1730517/