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USA-Prozess zu Social-Media-Sucht: Zuckerberg verteidigt Meta

In einem potenziell wegweisenden US-Verfahren wirft eine 20-Jährige Plattformen wie YouTube und Instagram vor, ihre Dienste bewusst süchtig machend gestaltet zu haben (z.B. Endlos-Scrollen) und macht psychische Folgen geltend; Meta-Chef Mark Zuckerberg sagte als Zeuge, Meta setze keine Nutzungszeit-Ziele mehr, räumte aber frühere Schwächen bei der Alterskontrolle ein – teils hätten auch Unter-13-Jährige Zugriff, deren Accounts würden bei Auffallen gelöscht.

Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/zuckerberg-prozess-100.html

Arbeitgeber brechen Regeln oft folgenlos – Beschäftigte fühlen sich machtlos

Der Kommentar in der taz (19.02.2026) argumentiert, dass viele Arbeitgeber Mindestlohn, Überstunden-Regeln oder Mitbestimmung systematisch missachten, weil Kontrollen selten und Sanktionen meist schwach seien – etwa bei wiederholten Mindestlohnverstößen trotz Bußgeldern. Genannt werden u.a. Schätzungen zu 850.000 Beschäftigten unter Mindestlohn, 638 Mio. unbezahlten Überstunden (2024) und extrem seltenen Verurteilungen bei Behinderung von Betriebsräten; zugleich sinke die Reichweite von Arbeitnehmervertretungen (nur noch 36 % arbeiten in Betrieben mit Betriebsrat). Viele Betroffene klagten selbst bei Kündigungen kaum (u.a. wegen „erlernter Hilflosigkeit“ und Machtgefälle), weshalb der Autor härtere, häufigere staatliche Kontrollen und öffentlich wirksamere Konsequenzen fordert – denn bislang werde Arbeitsschutz im Schnitt nur alle 100 Jahre geprüft, künftig immerhin etwa alle 20 Jahre.

Quelle: https://taz.de/Willkuer-von-Arbeitgebern/!6155693/

Nahles warnt: Fachkräftemangel wird wichtiger als Arbeitslosigkeit

Trotz rund drei Millionen gemeldeter Arbeitsloser sieht BA-Chefin Andrea Nahles laut DER SPIEGEL (19.02.2026) das größere Risiko im demografisch bedingten Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials: 2026 sinke es erstmals (um 40.000) und der Trend setze sich fort, wodurch der Fachkräftemangel mittelfristig schwerer wiege als Arbeitslosigkeit. Als Hebel nennt sie länger freiwillig arbeitende Ältere, Zuwanderung und mehr Arbeitsstunden von Frauen (weniger Teilzeit), kritisiert dabei Anreize wie Ehegattensplitting und Minijobs; zugleich wird erwähnt, dass die schwache Konjunktur den akuten Mangel zuletzt dämpfte (nur noch 22,7 % der Firmen klagen darüber), die langfristige Schrumpfung der Bevölkerung aber den Druck erhöht.

Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/nahles-haelt-fachkraeftemangel-fuer-schwerwiegender-als-arbeitslosigkeit-a-d7c8669e-4be7-491c-b071-78115203acc2

Plug-in-Hybride im Alltag viel durstiger: Fraunhofer-Daten zeigen rund vierfachen Realverbrauch

Eine Auswertung des Fraunhofer ISI von Echtdaten aus knapp einer Million Plug-in-Hybriden (Baujahre 2021–2023) zeigt laut t3n, dass die Fahrzeuge im Straßenalltag im Schnitt etwa viermal mehr Kraftstoff verbrauchen als die offiziellen WLTP-Werte: Statt ca. 1,4–1,6 l/100 km liegen die Realwerte je nach Methode bei rund 5,8–6,1 l/100 km – entsprechend höher fallen CO₂-Ausstoß und Kosten aus. Gründe sind u.a., dass viele Fahrzeuge selten geladen werden (elektrischer Fahranteil im Mittel nur rund ein Viertel) und selbst im überwiegend elektrischen Betrieb noch ungewöhnlich hohe Verbrenneranteile auftreten. Die Forschenden fordern daher strengere EU-Regeln und mehr Realitätsbezug bei der Bewertung (relevant auch für EU-Flottenziele); der VDA lehnt Verschärfungen ab und setzt auf Anreize fürs Laden, während der VCD staatliche Förderung für Plug-in-Hybride kritisiert und nur noch E-Autos fördern will; Bundesumweltminister Carsten Schneider verweist auf wirtschafts- und beschäftigungspolitische Gründe für eine (geringere) PHEV-Förderung.

Quelle: https://t3n.de/news/plug-in-hybrid-1730316/

Mittelstand in der Flaute: Firmen investieren in Automatisierung und KI, bleiben aber bei „Made in Germany“

Trotz schwacher Konjunktur und stärkerer China-Konkurrenz setzen zwei Beispiele aus Baden-Württemberg auf Modernisierung statt Abwanderung: Der Zulieferer Schweikert ersetzt Maschinen, automatisiert (weniger Personal pro Anlage) und will Beschäftigte umschulen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, kritisiert aber staatlich geförderte China-Konkurrenz und hohe Energiekosten. Der Möbelhersteller Rolf Benz ist nach einem gescheiterten China-Kurs wieder in deutscher Hand, will das Sortiment straffen, stärker auf Maßanfertigungen und neue Kunden wie Kreuzfahrtschiffe setzen – und weiter in Deutschland produzieren. Ergänzend: Laut DIHK-Umfrage bewertet nur etwa ein Viertel der Firmen die Lage als gut, und für 2026 werden nur ~1 % Wachstum erwartet.

Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/dihk-konjunktur-100.html

Ruhrgebiet setzt auf Mega-Batteriespeicher – doch Streit um Netzentgelte bremst

Im Ruhrgebiet entstehen auf ehemaligen Kohle- und Zechengeländen große Batteriespeicher, die Schwankungen von Wind- und Solarstrom in Sekundenbruchteilen ausgleichen und das Netz stabilisieren sollen – etwa ein Großspeicher in Duisburg-Walsum (Steag Iqony) sowie ein noch größerer Speicherpark in Waltrop mit 1.800 MWh (Trianel), der bestehende starke Netzanschlüsse aus der Industriezeit nutzt. Trotz solcher „Leuchtturmprojekte“ ist der Ausbau in NRW laut Wirtschaftsministerium bisher gering (294 MWh am Netz) – und nun sorgt zusätzlich eine geplante Regeländerung der Bundesnetzagentur für Unruhe: Bislang waren Großspeicher, die bis 2029 ans Netz gehen, 20 Jahre von Netzentgelten befreit, was als zentraler Investitionsanreiz gilt; die Behörde will Speicher stärker an Netzkosten beteiligen, während Branche und Investoren vor fehlender Planungssicherheit warnen und Projekte auf Eis legen könnten.

Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/energie/batteriespeicher-108.html