Im dritten Quartal 2025 sind die Reallöhne in Deutschland um 2,7 Prozent gestiegen – der höchste Zuwachs des Jahres. Die Löhne wuchsen nominal um 4,9 Prozent, während die Inflation bei rund 2,3 Prozent lag. Besonders hohe Lohnsteigerungen gab es in Bildung, Finanzwesen und Umweltwirtschaft. Dennoch bleibt der Konsum zurückhaltend: Die privaten Ausgaben sanken leicht, ebenso wie die Einzelhandelsumsätze im Oktober. Trotz positiver Signale bewerten Experten den Reallohnanstieg nur als Aufholen früherer Verluste – das Niveau von 2019 sei gerade erst wieder erreicht.
In Frankfurt sorgt die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG für Unruhe, indem sie Mieter im Zuge umfassender Sanierungen zum Auszug zwingt – oft verbunden mit deutlich höheren Mieten bei Rückkehr. Obwohl die ABG der Stadt gehört, agiert sie marktwirtschaftlich und erwirtschaftete 2024 fast 96 Millionen Euro Überschuss. Betroffene berichten von Verlust ihrer sozialen Strukturen und Angst vor Verdrängung. Der Fall steht beispielhaft für einen bundesweiten Trend wachsender \"Entmietung\", bei dem auch öffentliche Träger bezahlbaren Wohnraum durch Modernisierungen faktisch privatisieren. Die Folge: Gentrifizierung, steigende Mieten und wachsender Widerstand aus der Bevölkerung.
Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/entmietung-wohnungsnot-100.html
Der Chemiekonzern Wacker Chemie will bis Ende 2027 rund 1.500 Arbeitsplätze abbauen, mehrheitlich in Deutschland, um jährlich 300 Millionen Euro einzusparen. Der Konzern reagiert damit auf hohe Verluste, zuletzt ein Minus von 105 Millionen Euro, und nennt unter anderem hohe Energiepreise und Bürokratie in Deutschland als Ursachen. Vorstandschef Christian Hartel kritisiert die politischen Rahmenbedingungen scharf. Besonders betroffen ist der Hauptstandort Burghausen mit rund 8.000 Mitarbeitenden. Wacker ist weltweit führend bei Polysilizium für die Chipindustrie und auch in der Bau- und Biotechnologiebranche tätig.
Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/2025-11/wacker-chemie-stellen-streichen-kosten-1500-gxe
Die Bundesregierung plant ab 2026 ein neues Förderprogramm für den Kauf oder das Leasing von Elektroautos und Plug-in-Hybriden, das sich gezielt an Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen richtet. Eine Basisförderung von 3.000 Euro soll durch Kinderzuschläge um bis zu 1.000 Euro aufgestockt werden können. Für sehr geringe Einkommen sind zusätzliche Mittel vorgesehen. Die Fördergrenze liegt bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von 80.000 Euro, erhöht sich aber um 5.000 Euro pro Kind. Finanziert wird das Vorhaben aus dem Klima- und Transformationsfonds mit einem Gesamtbudget von drei Milliarden Euro.
In einem Kommentar der taz warnt der Arzt Philipp Portz vor den sozialen Folgen einer Erhöhung des Renteneintrittsalters. Während Besserverdienende meist länger leben und so einen längeren Ruhestand genießen, sterben viele Geringverdienende deutlich früher – teils schon vor Rentenbeginn. Der Abstand in der Lebenserwartung zwischen Arm und Reich wächst seit Jahren, bei Männern inzwischen auf über sieben Jahre. Besonders betroffen sind Menschen in körperlich anstrengenden Berufen, die seltener privat vorsorgen können und häufiger frühzeitig in Rente gehen müssen. Die Reform würde somit sozial Schwächere überproportional treffen und faktisch ihre Rentenzeit kürzen.
Laut einer aktuellen Studie von Deloitte und dem BDI planen 68 % der deutschen Industriebetriebe, ihre Produktion in den kommenden zwei bis drei Jahren ganz oder teilweise ins Ausland zu verlagern – vor allem wegen US-Zöllen und geopolitischer Unsicherheiten. Besonders gefragt sind die USA, aber auch andere europäische Länder, China und Indien. Bereits 19 % produzieren gar nicht mehr in Deutschland. Gleichzeitig gibt es auch Rückverlagerungen, wenn Standorte sich als unsicher erweisen. Der BDI fordert von der Bundesregierung schnelle Reformen und gezielte Investitionsanreize.