News und Meldungen



EU verschärft Vorgehen gegen Billigimporte: Neue Gebühr auf Online-Ware ab November

Die EU führt ab dem 1. November 2026 eine neue Bearbeitungsgebühr für online bestellte Waren aus Drittstaaten ein, um die stark gestiegenen Kosten für Kontrolle und Abfertigung der Paketflut zu decken. Die genaue Höhe soll noch von der EU-Kommission festgelegt werden. Zusätzlich gilt bereits ab Juli 2026 eine vorläufige Abgabe von drei Euro für Pakete mit einem Warenwert bis 150 Euro, die bisher zollfrei eingeführt werden konnten. Betroffen sind vor allem Plattformen wie Shein, Temu, AliExpress und Amazon, über die täglich Millionen Sendungen in die EU gelangen. Mit den neuen Regeln will Brüssel Billigimporte bremsen, gleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen und die Kontrolle unsicherer oder nicht konformer Produkte verschärfen; ob die Mehrkosten am Ende bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern landen, ist noch offen.

Quelle: https://taz.de/Neue-Bearbeitungsgebuehr/!6166464/

Gericht stoppt Pentagon-Sanktionen gegen Anthropic im Streit um KI für Waffen und Überwachung

Ein US-Gericht hat das Vorgehen des Pentagon gegen die KI-Firma Anthropic vorläufig blockiert, nachdem das Unternehmen sich geweigert hatte, seine Modelle für Massenüberwachung von Amerikanern und autonome Waffensysteme freizugeben. Eine Richterin in San Francisco erklärte die Einstufung Anthropics als nationales Lieferkettenrisiko in einer einstweiligen Verfügung voraussichtlich für rechtswidrig und willkürlich und sah Anzeichen dafür, dass die Regierung das Unternehmen für seine öffentliche Kritik bestrafen wolle. Anthropic argumentiert, KI sei für autonome Waffen noch nicht verlässlich genug und dürfe nicht zur umfassenden Überwachung eingesetzt werden; das Pentagon fordert dagegen Rechte für jede rechtmäßige Nutzung. Die Verfügung tritt nach sieben Tagen in Kraft, um der US-Regierung Zeit für eine Anfechtung zu geben.

Quelle: https://t3n.de/news/ki-fuer-ueberwachung-und-waffen-gericht-blockiert-pentagon-vorgehen-gegen-anthropic-1736124/

VW in der Dauerkrise: Hohe Kosten, E-Auto-Schwäche und US-Zölle setzen Konzern unter Druck

Ein SPIEGEL-TV-Film beschreibt Volkswagen als Autobauer in einer anhaltenden Krise, ausgelöst durch hohe Lohnkosten, günstige Konkurrenz aus dem Ausland, Probleme beim Umstieg auf die Elektromobilität und zusätzliche Belastungen durch US-Zölle. Demnach gerät nicht nur VW selbst unter Druck, sondern auch viele Zulieferer, die von der Schwäche des Konzerns mitgezogen werden. Der Beitrag fragt, in welchen Bereichen es bei Volkswagen noch stabile Perspektiven gibt und wo sich die Probleme weiter verschärfen.

Quelle: https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/vw-totalschaden-krise-eines-deutschen-autobauers-spiegel-tv-a-38c27a04-337a-4062-8a8a-622ed4c3aeec

Mehrwertsteuer-Debatte: Mehr Einnahmen für den Staat, mehr Belastung für Verbraucher

Die Bundesregierung prüft laut tagesschau eine Anhebung der Mehrwertsteuer von 19 auf 21 Prozent, um Entlastungen bei der Einkommensteuer für kleine und mittlere Einkommen zu finanzieren; Ökonomen erwarten dadurch zwar zusätzliche Staatseinnahmen von rund 32 Milliarden Euro, warnen aber zugleich vor höheren Preisen, sinkendem Konsum und Risiken für die Konjunktur. Besonders Haushalte mit wenig Einkommen wären betroffen, weil sie einen größeren Teil ihres Geldes direkt für den Verbrauch ausgeben müssen. Während einige Fachleute die Mehrwertsteuer für weniger wachstumshemmend halten als höhere Steuern auf Einkommen oder Gewinne, verweisen andere auf die schwächere Binnenkonjunktur und Erfahrungen aus der Erhöhung von 2007, die Konsum und Kaufkraft dämpfte und die Inflation deutlich steigen ließ. Angesichts der bereits angespannten Lage durch hohe Energiepreise und verunsicherte Verbraucher gilt eine erneute Erhöhung vielen als wirtschaftlich heikler Schritt.

Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/mehrwertsteuer-preise-konjunktur-inflation-100.html

Studie: Biber könnten überraschend wirksame Klimaschützer sein

Ein Bericht von t3n / MIT Technology Review fasst eine neue Langzeitstudie aus der Schweiz zusammen, wonach Biber bewohnte Flussgebiete zu starken Kohlenstoffsenken machen können: In einem über 13 Jahre untersuchten Flusskorridor speicherten die Tiere durch ihre Dämme, verlangsamten Wasserfluss, zurückgehaltene Sedimente und ausgeweitete Feuchtgebiete deutlich mehr Kohlenstoff als vergleichbare unbeeinflusste Gebiete – laut Studie etwa zehnmal so viel. Insgesamt wurden dort rund 1.194 Tonnen Kohlenstoff eingelagert, was im Schnitt etwa zehn Tonnen CO2 pro Hektar und Jahr entspricht und damit über vielen bekannten Maßnahmen zur Kohlenstoffspeicherung liegt. Die Forschenden sehen darin einen Hinweis, dass Biber nicht nur Ökosysteme stabilisieren und Lebensräume schaffen, sondern auch einen bislang unterschätzten Beitrag zum Klimaschutz leisten könnten.

Quelle: https://t3n.de/news/studie-zeigt-biber-werden-ploetzlich-zu-unterschaetzten-klimaschuetzern-1735782/

Graichen warnt vor fossilem Rollback und fordert Bürgerbewegung für die Energiewende

Im Interview mit der taz kritisiert Ex-Wirtschaftsstaatssekretär Patrick Graichen die Energiepolitik der schwarz-roten Bundesregierung scharf und wirft ihr vor, die Interessen der Gaslobby zu bedienen, erneuerbare Energien auszubremsen und Deutschland in neue fossile Abhängigkeiten zu führen. Besonders die geplanten Änderungen am Gebäudeenergiegesetz, am Erneuerbare-Energien-Gesetz und am Stromnetz bewertet er als Angriff auf Wärmepumpen, Solarenergie und Windkraft. Als Konsequenz aus steigenden Öl- und Gaspreisen im Zuge geopolitischer Krisen fordert Graichen stattdessen eine „fossile Unabhängigkeitsstrategie“ mit mehr erneuerbaren Energien und elektrischen Anwendungen. Zugleich räumt er eigene Fehler aus seiner Zeit als Staatssekretär ein und sagt rückblickend, die Ampel hätte noch stärker darauf setzen müssen, Strom günstiger zu machen, damit sich klimafreundliche Technologien auch ökonomisch schneller durchsetzen.

Quelle: https://taz.de/Ex-Politiker-Graichen-ueber-Energiewende/!6165645/