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Gepflegter Vorgarten oder flirrendes Biotop

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Was den deutschen vom amerikanischen Arbeitsmarkt unterscheidet


Bonn/Düsseldorf – Man benötigt keinen DNA-Test, um den Vater der deutschen Beschäftigungsmisere ausfindig zu machen. Der Verursacher oder Erzeuger ist der überregulierte Arbeitsmarkt, der keine Flexibilität zulässt und Junge, Alte und Frauen diskriminiert. Darauf haben der Internationale Währungsfonds, die OECD, die EU-Kommission und der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hingewiesen. Inzwischen sei jeder zweite Arbeitslose in Deutschland seit mehr als einem Jahr ohne Beschäftigung, in Japan sei es jeder dritte, in Großbritannien jeder vierte, in Dänemark jeder fünfte und in den Vereinigten Staaten jeder neunte, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) http://www.faz.net. Selbst wenn sich das Konzept der FDP http://www.fdp.de durchsetzen würde – die Liberalen wollen Betriebe mit bis zu 50 Beschäftigten vom Kündigungsschutz ausnehmen -, wären zwar 96 Prozent der Betriebe, aber nur 42 Prozent der Beschäftigten betroffen.

Nach einer Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung http://www.boeckler.de gehen 35 Prozent aller Kündigungen vom Arbeitnehmer aus. Nur in 28 Prozent der Fälle kündigt der Arbeitgeber. In der politischen Debatte wird oft ein anderes Bild gezeichnet. Die Politik habe sich bisher weder an eine Abschaffung noch an die Flexibilisierung des Kündigungsschutzes herangewagt, sondern meist nur den Schwellenwert verändert, bis zu dem kein Kündigungsschutz gilt, so die FAZ. Die liberalen Ökonomen des Kronberger Kreises gingen weiter, obwohl auch sie den Kündigungsschutz nicht komplett abschaffen wollen. Der Kronberger Kreis möchte den Kündigungsschutz schrittweise durch freiwillige Regelungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ersetzt sehen. Komme keine freiwillige Vereinbarung zustande, gelte der gesetzliche Kündigungsschutz. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi http://www.verdi.de fordert sogar eine Erweiterung des gesetzlichen Kündigungsschutzes. In Unternehmen mit hohen Gewinnen sollten die Betriebsräte ein Einspruchsrecht gegen Personalabbau bekommen.

„Die Zeitschrift Brandeins hat den amerikanischen Arbeitsmarkt mit seinen rund 150 Teilnehmern mit einem sehr schönen Bild beschrieben: Er gleiche einem flirrenden Biotop, wie man es am Amazonas treffe. Auf allen Vegetationsebenen fänden sich Nischen, in denen fast jeder seinen Platz finde. Oft in einer Art Symbiose, etwa aus Zeitarbeit und Ruhestandsbezügen“, sagt Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.de. In Deutschland gebe es überhaupt keine Flexibilität, wenn beispielsweise jemand, der sich im Vorruhestand befindet, doch wieder in ein reguläres Arbeitsverhältnis zurückfinden wolle. In den Vereinigten Staaten unterscheide man nicht so starr zwischen Arbeit, Ruhepause und neuer Arbeit. Dort sei es durchaus üblich, mit 60 oder 70 Jahren noch mal von vorn anzufangen. In Deutschland müsse alles immer seine Ordnung haben: „Der deutsche Arbeitsmarkt gleicht einem Vorgarten, der zwar penibel gepflegt und gestutzt wird, wo aber kein Raum bleibt für kreatives Wachstum.“

Web: http://www.ne-na.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Ansgar Lange, verantwortlich.

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