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Der heiße Atem des Konkurrenten

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Deutschlands Wirtschaft braucht mehr Wettbewerb


Bonn/Düsseldorf – Wenn in Deutschland etwas nicht läuft, dient die Europäische Union (EU) oft als Sündenbock. Bei Wettbewerbsfragen sieht es jedoch in der Realität häufig anders aus. Die EU ist der Antreiber, die Mitgliedsstaaten lassen sich mehr oder weniger willig treiben. Jüngstes Beispiel: die Preisfreigabe bei Freiberuflern. Die EU-Staaten sollen nach Auffassung der Europäischen Kommission verbindliche Festpreise oder Werbeverbote bei freiberuflichen Dienstleistungen beispielsweise von Anwälten, Architekten oder Apothekern aufheben, schreibt das Manager-Magazin Online http://www.manager-magazin.de. Nur drei der 25 EU-Staaten hätten ihre Regelungen für solche Dienstleistungen reformiert, während die anderen weiterhin den Wettbewerb „gravierend einschränken“, monierte die Kommission.

Fortschritte bei ihren Reformen hätten nur Dänemark, Großbritannien und Holland erzielt. Auch bei Ingenieuren, Notaren, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern gebe es Liberalisierungsbedarf, so die Kommission. „Deutschland braucht mehr Wettbewerb“: So sieht es auch die Wirtschaftswoche http://www.wiwo.de. „Trotz einiger Fortschritte in der Liberalisierung liegt Deutschland bei der Wettbewerbsfreundlichkeit im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld – weit hinter Ländern wie Großbritannien oder Australien“, schreibt die Zeitschrift. Im Gesundheitswesen herrsche weitestgehend Planwirtschaft; was Architekten und Ingenieure verdienen, regelten 103 Paragraphen einer Honorarordnung. Und bei Telekommunikation, Energie, Bahn und Post klammerten sich „die großen ehemaligen Staatsunternehmen an die Reste ihrer Sonderstellung“.

„Die Marktwirtschaft funktioniert nur, wenn Wettbewerbsprinzipien gelten. Der Konkurrenzdruck zwingt die einzelnen Unternehmen, sich dem Markt zu stellen. Für mich als Dienstleister heißt das, dass ich die Wünsche meiner Kunden etwas besser erfüllen muss als meine Konkurrenz. Wenn man den heißen Atem des Wettbewerbers nicht mehr im Nacken spürt, dann erschlaffen die Muskeln und man bringt keine Top-Leistungen mehr“, meint Michael Müller, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe a & o http://www.aogroup.de und Wirtschaftssenator im Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de.

Doch bisher wurden solche Töne nicht erhört. Beim Arbeitsmarkt bestimmt ein Kartell aus Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften weit gehend über Lohnhöhe und Arbeitsbedingungen, klagt die Wirtschaftswoche. Der deutsche Föderalismus krankt – anders als in der Schweiz – an fehlendem Wettbewerb, da alle verbliebenen Unterschiede spätestens durch den Länderfinanzausgleich eingeebnet werden. Und die Handwerkskammern kleben immer noch an der mittelalterlichen Zunftordnung. Die Folgen sind fatal: Leistungen von Handwerkern sind in Deutschland zu teuer, die Schattenwirtschaft boomt. Der Wettbewerb habe in Deutschland keine Lobby, da die Dominanz des Staates im politischen Denken immer noch allgegenwärtig sei, lautet das Fazit der Wirtschaftswoche. Fast alle Liberalisierungsfortschritte in Deutschland wurden von der EU angestoßen. Besonders skurril wirkt es, dass sich mittlerweile ausländische Handwerker ohne Meisterbrief in Deutschland selbständig machen dürfen – Deutsche aber nicht. „Es ist heute nicht mehr möglich, sich mit einer Zunftordnung gegen unliebsame Konkurrenten abzuschotten“, sagt Müller. „Wir leben nicht mehr im Mittelalter, sondern in einer globalisierten Welt, wo man nicht einfach mehr die Tür hinter sich zu machen und die Konkurrenten aussperren kann.“

Web: http://www.ne-na.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Ansgar Lange, verantwortlich.

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