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Zukunftsforscher Matthias Horx: Computerspiele machen schlauer

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Die Netzmenschen kommen


Bonn/Wien – Pädagogen, Journalisten und Erziehungsberechtigte begegnen den so genannten neuen Medien oft mit Ablehnung und Misstrauen. Computer- und Videospiele gelten als Ursache dafür, wenn Kinder lernschwach werden oder zur Gewalt neigen. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) http://www.dpa.de räumt Matthias Horx, Leiter des Zukunftsinstituts http://www.zukunftsinstitut.de in Wien, mit diesen Klischees auf: „Computerspiele machen schlauer“.

Die Angst vor dem Computer sei nichts Neues. Seit über 100.000 Jahren entwickele die Menschheit Medien, und seit 100.000 Jahren würden sie auch als Bedrohung empfunden. Heutige Computerspiele hätten „mit dem Ping-Pong und Geballer der 80er Jahre nichts mehr zu tun“, so Horx. Jüngste Studien hätten nachgewiesen, dass Spiele der neuesten Generation die kognitiven Fähigkeiten extrem trainieren: „Wer hochkomplexe, interaktive Simulationen spielt, entwickelt früher oder später eine andere neuronale Struktur. Er lernt anders, weil Wissen, Erlebnis und Erfahrung konvergieren. Sprich: Er entwickelt eine höhere Intelligenz. Er lernt das spielerisch, was wir in der Wissensgesellschaft dringend als Grundqualifikationen brauchen: Vernetzte Kooperation, Simulations- und Szenariodenken, nicht zuletzt auch Schnelligkeit beim kognitiven Verknüpfen.“

Die Zeiten ändern sich, lautet eine banale Weisheit. Wer vor 100 Jahren Altgriechisch und wer vor 50 Jahren Latein beherrschte, durfte sich zu den Gebildeten zählen. Heute müsse man das Internet „beherrschen“, so Horx. Wer das nicht tue, sei draußen. „Google holt das Wissen aus dem elitären Raum, aus den Universitäten, also von dort, wo es durch die alten Bildungs-Eliten verwaltet wurde“, meint der Zukunftsforscher.

Ansgar Lange, Chefredakteur des Bonner Magazins NeueNachricht http://www.ne-na.de, bestätigt diese Sicht der Dinge: „Wir haben die aktuelle Ausgabe unserer Zeitschrift unter das Motto Google & Co. gestellt und die Frage aufgeworfen, ob uns eine Kommunikationsrevolte bevorsteht. Auch wenn es die Kulturpessimisten von rechts und links nicht wahrhaben wollen: Das Internet hat unsere Welt schon längst verändert. Mächtige Mediengiganten verlieren an Deutungshoheit, weil das, was sie in ihren Print-Medien als Nachrichten verbreiten, Stunden zuvor schon im Internet abgerufen werden konnte. Blogger sondern nicht nur Mist ab, sie sorgen im Idealfall für eine Demokratisierung der Medienwelt. Journalisten recherchieren immer mehr mit der Hilfe von Google und Co., da dies schneller, einfacher und oft auch besser funktioniert, als wenn man das eigene Archiv durchstöbern oder unzählige Telefonate erledigen muss, um zum Ziel zu gelangen. Und jede siebte Paarbeziehung entwickelt sich heute über das Internet, weil die Menschen die Erotik im Netz suchen und ihre Liebesschwüre über den Laptop jagen oder Partnerbörsen im Internet nutzen. Vielleicht macht uns das Internet schlauer, vielleicht aber auch nicht. Auf jeden Fall erleichtert es uns das Leben und sollte nicht immer nur mit Gewalt, Pornografie und Überwachungsszenarien assoziiert werden.“

Eins steht fest: Mit der Entwicklung der neuen Medien zerbricht unser alter, hierarchischer Bildungsbegriff. „Nicht mehr der ist wissend, der den ‚Kanon’ besitzt, sondern der die richtigen Fragen stellt. In den nächsten zwanzig Jahren wird sich eine andere ‚kognitive Spezies’ herausbilden, die so genannten Netzmensch. Sie denken vernetzt, sie handeln vernetzt, sie fühlen vernetzt“, so Horx. „Ob die Netzmenschen kommen oder nicht, ist wohl den meisten ziemlich egal. Doch wer sich aus dem Internet ausklickt, hat keine Chance auf Teilhabe am beruflichen und gesellschaftlichen Geschehen der Zukunft. Für diese Vorhersage benötigt man keine Augurengaben.

Web: http://www.ne-na.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Paul Humberg, verantwortlich.

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