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SMS trotzt App-Boom

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Fast 60 Milliarden SMS in Deutschland / 8 Prozent Steigerung gegenüber Vorjahr


Seit Jahren wird der drohende Niedergang der SMS beschrieben, ausgelöst u.a. durch die zunehmende Konkurrenz von Smartphone-Apps. Doch die Handy-Kurzmitteilung trotzt dem App-Boom. Viele neue Anwendungen für SMS sind in den vergangenen Jahren hinzugekommen:...

Berlin, 14.08.2013 - Seit Jahren wird der drohende Niedergang der SMS beschrieben, ausgelöst u.a. durch die zunehmende Konkurrenz von Smartphone-Apps. Doch die Handy-Kurzmitteilung trotzt dem App-Boom. Viele neue Anwendungen für SMS sind in den vergangenen Jahren hinzugekommen: etwa die Benachrichtigung über Flugverspätungen, den Parkscheinkauf oder die Mobile-TAN fürs Online-Banking. Entsprechend steigt die Zahl der verschickten Kurznachrichten seit Jahren von Rekord zu Rekord. 2012 wurden in Deutschland über 59 Milliarden SMS versendet, ein Plus von fast 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2013 werden nach BITKOM-Berechnungen voraussichtlich 63 Milliarden SMS versendet, eine Steigerung um gut 6 Prozent. Im Schnitt verschickt jeder Deutsche mittlerweile 740 SMS pro Jahr. 1999 waren es erst 44 SMS. "Die neuen Messenger-Dienste für Smartphones kannibalisieren die klassische SMS bislang nicht, sondern sind als neue Nutzungsform hinzugekommen", sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Klassische SMS und ihre Multimedia-Nachfolger würden noch einige Zeit nebeneinander existieren.

Allerdings lässt die wirtschaftliche Bedeutung der Kurznachrichten nach. So ist der Anteil des Short Messaging Service (SMS) und des Mobile Multimedia Service (MMS) am Umsatz mit mobilen Datendiensten seit Jahren rückläufig. 2009 lag er über 50 Prozent, 2012 nur bei rund 35 Prozent. Viele Kunden nutzen Mobilfunkverträge mit einer SMS-Flatrate. Zudem können Kurznachrichten netzintern mittlerweile meist kostenlos verschickt werden. Fast 70 Prozent aller SMS werden netzintern versendet.

Lange bevor die E-Mail mobil wurde, ermöglichte die SMS, Nachrichten unabhängig von Ort und Zeit zu übermitteln. Die Vorteile der SMS: Sie funktionierte ab etwa 1994 auf jedem Handy, benötigt keine Internetverbindung und keine gesonderte Anmeldung. Günstige Preise und die Einführung der Prepaid-Karten Ende der 90er Jahre führten zu einem Handy- und damit zu einem SMS-Boom. MMS, also Bilder und Filme, können seit einigen Jahren ebenfalls per Handy verschickt und empfangen werden. Als Nachfolger der MMS bieten die Netzbetreiber für Smartphone-Besitzer ihren Dienst "Joyn" an. Mit dieser netzübergreifenden App können Kurznachrichten, Dateien, Bilder und Videos getauscht werden. Auch Videotelefonate sind möglich.

In Deutschland gibt es rund 113 Millionen Mobilfunkverträge, fast 1,4 pro Einwohner. Laut einer repräsentativen Umfrage im BITKOM-Auftrag haben 87 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahre mindestens ein Handy. Dabei geht der Trend klar zu Smartphones, auch ältere Menschen steigen derzeit auf die modernen Geräte um. Aktuell besitzen 40 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahren ein Smartphone.

Hinweise zu den Datenquelle und zur Methodik: Die Zahlen zum SMS-Versand werden von der Bundesnetzagentur erhoben. Zur Verbreitung von Handys und Smartphones hat das Meinungsforschungsinstitut Aris im Auftrag des BITKOM im Mai 2013 1.004 Personen ab 14 Jahren in Deutschland befragt. Die Daten sind repräsentativ. Den Marktzahlen zu mobilen Datendiensten liegen Untersuchungen des European Information Technology Observatory (EITO) zugrunde. EITO liefert aktuelle Daten zu den weltweiten Märkten der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik. EITO ist ein Projekt der Bitkom Research GmbH in Zusammenarbeit mit den Marktforschungsinstituten IDC und GfK.


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