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Aus Einwanderern Unternehmer machen: Integrationspolitik in Deutschland sollte Gründergeist besser fördern

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Neuss/Potsdam - Deutschland schneidet bei der Selbständigkeit in Europa unterdurchschnittlich ab. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes für 2004/2005 lag die Selbständigenquote hier zu Lande bei nur 10,7 Prozent.

Griechenland liegt mit fast 25 Prozent an der Spitze, Estland rangiert mit 6,1 Prozent am Ende. In der EU (25) gibt es 13,1 Prozent, in der EU (15) 13,3 Prozent Selbständige. Zudem fällt auf, dass in Deutschland Selbständigkeit eng an den Bildungsgrad gekoppelt ist.

Neun Prozent der deutschen Unternehmer haben einen Pflichtschulabschluss, 40 Prozent einen Hochschulabschluss und 51 Prozent verfügen über eine Berufsausbildung oder Abitur. In Spanien und Griechenland haben 56 beziehungsweise 54 Prozent der Unternehmer „nur“ einen Pflichtschulabschluss. Damit auch Geringqualifizierte den Schritt in die Selbständigkeit wagen, hat die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Christa Thoben mit Unterstützung der Deutschen BP Stiftung die Landesinitiative „Go! to school“ ins Leben gerufen. Die vom Kölner Institut der Deutschen Wirtschaft getragene NRW-Initiative ist seit 1998 aktiv.

„Wir diskutieren seit einiger Zeit über die mangelnde Integration von Einwanderern in Deutschland. Vor kurzem hat Berlins Innensenator Erhart Körting ein öffentliches Beschäftigungsprogramm und 1.000 Euro Mindestlohn für ausländische Problem-Jugendliche ohne Schulabschluss gefordert. Sicherlich ist es wichtig, diese Jungendlichen von der Straße zu holen und ihnen eine sinnvolle Beschäftigung zu vermitteln“, so Michael Müller, Geschäftsführer der in Neuss und Potsdam ansässigen a & o-Gruppe http://www.ao-services.de und Wirtschaftssenator des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW).

„Ich halte es aber für besser, das Potenzial dieser jungen Menschen abzurufen. Denn in Ländern wie der Türkei, Italien, Griechenland oder Spanien sind viele Leute Unternehmer. Warum sollte uns das nicht auch in Deutschland gelingen? Es gibt ja bereits jetzt viele erfolgreiche Unternehmer mit Migrationshintergrund. In den Schulen sollte alles getan werden, um die Kinder aus Zuwandererfamilien über Wirtschaft und Unternehmertum zu informieren. Denn ein solches Leben gibt den Jugendlichen mehr Stolz und Zuversicht, als wenn sie nur auf Vater Staat hoffen dürfen.“ Müller, dessen Unternehmen auf IT-Dienstleistungen spezialisiert ist, wies außerdem daraufhin, dass 81 Prozent der Gründer in dieser Branche starten.

Auch auf Bundesebene wird das Thema mittlerweile ernst genommen. Jugendliche begeistern sich in der Regel für spielerische Elemente und Wettbewerb. Ein Beispiel ist die Initiative „Jugend gründet“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Der Wettbewerb beginnt damit, dass die Teilnehmer eine Idee für ein High-Tech-Produkt und einen Businessplan entwickeln. Bewertet werden die Businesspläne von einer Expertenjury, die aus Fachleuten von Banken, Unternehmen, Hochschulen und Verbänden besteht. In der rund dreimonatigen Planspielphase können die Teilnehmer gründen, planen und managen. Das Besondere an der Konzeption dieses Schüler-Wettbewerbs sei die Kombination aus Ideen-Wettbewerb, Internet-Planspiel-Wettbewerb, Lernumgebung und Expertensystem, so das zuständige Ministerium. Alle Komponenten des Wettbewerbs werden in Form einer fortlaufenden Comicgeschichte integriert. Jugendliche sollen durch „Jugend gründet“ auf spielerische Weise an die Themen Unternehmensgründung und Unternehmensführung herangeführt werden. Denn mit drögen Frontalmethoden im Unterricht lässt sich keine Begeisterung mehr wecken, mag das Thema an sich noch so spannend sein.


Web: http://www.aogroup.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Gunnar Sohn, verantwortlich.

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