info@PortalDerWirtschaft.de | 02635/9224-11
Suchmaschinenoptimierung
mit Content-Marketing - Ihre News
PR&D Kommunikationsdienstleistungen GmbH |

Depression: Veranlagung schon im Mutterleib erworben?

Bewerten Sie hier diesen Artikel:
1 Bewertung (Durchschnitt: 4)


Kann die Veranlagung für Depressionen bereits mit in die Wiege gelegt werden? Dieser provokanten Frage widmet sich ein neues Projekt des Wissenschaftsfonds FWF. Konkret soll dabei an der Medizinischen Universität Wien geklärt werden, ob Immunreaktionen bei schwangeren Müttern dazu führen, dass Kinder später zu Depressionen neigen. Hinweise, dass mütterliche Infektionen während der Schwangerschaft einen Einfluss auf die Entstehung bestimmter psychischer Erkrankungen haben können, gibt es bereits doch inwieweit dies speziell für Depressionen zutrifft, ist unbekannt. Jetzt werden daher im Tiermodell zelluläre und molekulare Prozesse analysiert, die zu einer solchen Veranlagung führen können.



Der Gedanke ist erschreckend doch die wissenschaftlichen Hinweise sind eindeutig: Einflüsse, denen eine Mutter in der Schwangerschaft ausgesetzt ist, können sich auf die psychische Entwicklung des Kindes negativ auswirken. Tatsächlich gilt es als gesichert, dass Schizophrenie und Autismus bei Kindern durch Infektionskrankheiten schwangerer Mütter verursacht werden können. Ob dies auch für Depressionen gilt, untersucht nun Prof. Daniela Pollak-Monje Quiroga am Department für Neurophysiologie und Neuropharmakologie der Medizinischen Universität Wien in einem dreijährigen Projekt des Wissenschaftsfonds FWF.

 

Maus & Mensch

Das erste Ziel ihrer Arbeit an Mäusen, die hier als Modellorganismus dienen, ist es festzustellen, ob depressionsartiges Verhalten im späteren Leben der Kinder tatsächlich durch Immunreaktionen während der Schwangerschaft hervorgerufen werden kann. Ihre weiteren Ziele erläutert Prof. Pollak-Monje Quiroga so: "Uns interessiert auch, ob eine solche Immunantwort mit einer veränderten Hirnentwicklung zusammenhängt und ob das auf mangelnder Wirkung eines speziellen Wachstumsfaktors beruht. Zusätzlich analysieren wir strukturelle, anatomische, molekulare und funktionelle Veränderungen des Gehirns."

 

Die Arbeit von Prof. Pollak-Monje Quiroga ist dabei sowohl von großer gesellschaftlicher als auch wissenschaftlicher Bedeutung. Tatsächlich zählen Gemütserkrankungen wie Depressionen zu den häufigsten und schwersten psychischen Problemen doch über die verantwortlichen zellulären und molekularen Vorgänge weiß man noch immer sehr wenig. Für Prof. Pollak-Monje Quiroga ist dies auch einer der Gründe weswegen für Diagnose und Behandlung solcher Erkrankungen nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Verfügung stehen: "Es gibt für Depressionen kein klinisch objektives Diagnoseinstrument. Wir sind auf das gemeinsame Auftreten verschiedener Symptome als Kriterium angewiesen. Ähnlich steht es um die Behandlung noch immer werden Substanzen eingesetzt, die auf sogenannte Monoamine, also spezielle Neurotransmitter, wirken. Deren Wirkung wurde vor über 50 Jahren rein zufällig entdeckt, setzt therapeutisch langsam ein und ist von schweren Nebenwirkungen begleitet bzw. ist bei einem großen Anteil der Patienten und Patientinnen völlig unwirksam."

 

Um einen Beitrag zur Verbesserung dieser Situation zu leisten, wird sie sich in den nächsten drei Jahren mit den zellulären und molekularen Vorgängen befassen, die zu Depressionen führen können. Doch sie geht noch einen Schritt weiter: "Wir werden uns auch genetische Aspekte anschauen. Es kann sein, dass bestimmte genetische Voraussetzungen dazu beitragen, dass mütterliche Immunantworten in der Schwangerschaft zu einer späteren höheren Veranlagung zu Depressionen führen. Das werden wir klären."

 

Nervensache

Ihrer Arbeit liegt dabei die Annahme zugrunde, dass die Neurogenese also die Bildung von Nervenzellen im Hippocampus von Erwachsenen einen Einfluss auf die Entstehung von Depressionen hat. Tatsächlich folgt die Neubildung in diesem Alter dem exakten Muster während der embryonalen Entwicklung was Prof. Pollak-Monje Quiroga zu der Überlegung führte, dass eventuell bereits während dieser embryonalen Neurogenese die Weichen für spätere Depressionen gestellt werden könnten. Eine Überlegung, die nun untersucht wird.

 

Insgesamt ist dieses vom FWF über drei Jahre unterstützte Projekt die erste umfassende Untersuchung zur Wirkung mütterlicher Infektionen während der Schwangerschaft auf die Entwicklung von Depressionen im späteren Leben. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden sowohl für die neurowissenschaftliche Grundlagenforschung als auch für die Identifizierung neuer Behandlungsmöglichkeiten von unschätzbarem Wert sein.

 

Bild und Text ab Montag, 2. Februar 2015, ab 10.00 Uhr MEZ verfügbar unter:

http://www.fwf.ac.at/de/wissenschaft-konkret/projektvorstellungen/2015/pv2015-kw06

 

Wissenschaftlicher Kontakt:

Prof. Daniela Pollak-Monje Quiroga

Medizinische Universität Wien

Dept. für Neurophysiologie und Neuropharmakologie

Schwarzspanierstraße 17,I

1090 Wien

T +43 / 1 / 40160 - 31270

E daniela.pollak@meduniwien.ac.at

 

Der Wissenschaftsfonds FWF:

Marc Seumenicht

Haus der Forschung

Sensengasse 1

1090 Wien

T +43 / 1 / 505 67 40 - 8111

E marc.seumenicht@fwf.ac.at

W http://www.fwf.ac.at

 

Redaktion & Aussendung:

PR&D Public Relations für Forschung & Bildung

Mariannengasse 8

1090 Wien

T +43 / 1 / 505 70 44

E contact@prd.at

W http://www.prd.at

 


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Till C. Jelitto (Tel.: 004315057044), verantwortlich.


Keywords: Medizin, Depression, Gesundheit

Pressemitteilungstext: 599 Wörter, 5578 Zeichen. Als Spam melden

Unternehmensprofil: PR&D Kommunikationsdienstleistungen GmbH


Kommentare:

Es wurde noch kein Kommentar zu diesem Thema abgegeben.



Ihr Kommentar zum Thema





Weitere Pressemitteilungen von PR&D Kommunikationsdienstleistungen GmbH lesen:

PR&D Kommunikationsdienstleistungen GmbH | 23.06.2016

Vakzinspezialist AFFiRiS AG stärkt Kapitalbasis

Die AFFiRiS AG hat erfolgreich eine weitere Finanzierungsrunde in Höhe von € 10 Mio. mit den bestehenden Investoren sowie der FCPB Affi GmbH als neuem Investor abgeschlossen. Der Aufsichtsrat ernennt Günther Staffler zum Chief Technology Officer....
PR&D Kommunikationsdienstleistungen GmbH | 20.06.2016

Zöliakie durch Viren

Verdauungsbeschwerden, schwere Entzündungsprozesse des Dünndarms, Nährstoffmängel und infolgedessen Blutarmut und Osteoporose zwingen Betroffene der Autoimmunerkrankung Zöliakie in die Einhaltung einer lebenslangen strikten Diät ohne Gluten. De...
PR&D Kommunikationsdienstleistungen GmbH | 14.06.2016

Analyse des US-Wahlkampfs – Neue Big Data Plattform "Made in Austria"

Der US-Wahlkampf 2016 ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert, da es beide Parteien, weniger als zwei Monate vor den National Conventions, bisher versäumt haben, sich geschlossen hinter einen Kandidaten zu stellen. Seitens der Demokraten konnte Hil...