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Gesichter der IT in Berlin-Brandenburg - Stefan Zorn: Musik oder IT – das war hier die Frage

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Falkensee/ Berlin. (wei) Wenn man von Kindesbeinen an zwei Steckenpferde hat, die zu einer beruflichen Perspektive führen können, fällt es oft nicht leicht, sich für eines zu entscheiden.

Bei dem Dallgower Stefan Zorn ist genau dieser Fall eingetreten. Und konträrer konnten die Interessen nicht sein: Seine Liebe und Leidenschaft galt zum einen der Musik und zum anderen der IT. Seit seinem vierten Lebensjahr spielt er Klavier, gab viele Jahre selbst Klavierunterricht. 1981 bekam er seinen ersten Computer geschenkt, einen Commodore VC 20, mit dem und weiteren Folgemodellen er erste Schritte in der Programmierung unternahm. Seine Technik-und IT-Begeisterung wuchs mit jedem Modell und jeder Weiterentwicklung - selbst beide Hobbys verband er schließlich und führte die Musik- und Computerfreude zusammen.



Je näher die Berufswahl rückte, desto dringender stellte sich für den jungen Zorn die Frage: Musiker- oder IT-Karriere? Die Entscheidung fiel für letzteres, auch, weil er um den Umstand wusste, was das unstete Leben eines Künstlers mit sich bringen würde. Und so ging der gebürtige Celler 1987 zum Informatikstudium an die Freie Universität Berlin. Er belegte damals den 2. Informatikstudiengang, der überhaupt an der FU angeboten wurde. Daneben studierte er Informationswissenschaften und Physik und beendete seine Studien letztendlich im Jahr 1996, nachdem er bereits vier Jahre zuvor ins Berufsleben eingestiegen war. Sein beruflicher Lebenslauf verlief dabei bis auf zwei kurze Ausflüge in ein Angestelltenverhältnis geradlinig und (fast) durchgängig als Unternehmer. 1996 gründete er bereits seine erste Firma, die imatics GbR. Ging es hier vorwiegend noch um Webseitengestaltung und Programmierung, hat die heutige imatics Software GmbH mit Sitz in Falkensee und einer zweiten Dependance in Berlin, mit den anfänglichen unternehmerischen Schritten nicht mehr viel gemein. Er empfindet seinen Weg, (fast) ausnahmslos Unternehmer zu sein, nicht als normal, dafür brauche es seiner Ansicht nach viele Voraussetzungen. Jungen Leuten gibt er daher den Rat, vorher genau zu prüfen, ob man auch wirklich als Unternehmer tauge. "Man muss angstfrei sein und darf sich nicht als Fachkraft sehen – unternehmerisches Denken erfordert viel mehr als das Kürzel auf der Visitenkarte." Heute ist er mit Recht stolz darauf, dass er dank seiner unternehmerischen Weitsicht auch in schwierigen Zeiten nie jemanden entlassen musste. 2009 unternahm er einen radikalen Wandel seines Geschäftsfeldes und legte den Fokus fortan auf die wohl inzwischen zentralste Branche und ihre Entwicklungspotentiale vor dem Hintergrund des demografischen Wandels – das Gesundheitswesen.



Inzwischen bietet er mit seinem Team die gesamte Wertschöpfungskette in der Gesundheits-IT an. Zu seinem Team gehören Informatiker, Medizininformatiker, aber auch ein Arzt. Das Thema E-Health, vor allem der Bereich Pflege IT, spielt dabei eine der wichtigsten Rollen. Zorn ist dabei vor allem ein wahrer Netzwerker: "Ich biete kein Produkt an, sondern sorge dafür, dass sich die besten Köpfe treffen, dass Mediziner mit (Medizin)Informatikern miteinander ins Gespräch kommen, gemeinsam Prozesse optimieren und Lösungen entwickeln. Wir liefern mit unserer Arbeit vielfältige Ideen, Denkanstöße und Lösungsvorschläge. Es geht um Prozessharmonisierung, um das Zusammenschalten von Leistungsträgern, darum, dass auch die operativen Kräfte im Gesundheitswesen einen Nutzen aus unseren IT- und Beratungsprojekten ziehen."



Man könnte ihn auch einen echten Aufklärer nennen, der Abend für Abend auch im Rahmen seiner Netzwerkarbeit als Sprecher des SIBB-Netzwerks Gesundheit unterwegs ist und in Vorträgen den Mehrwert und Nutzen digitaler Lösungen zu den Betroffenen bringt. Der sich dabei vehement dafür einsetzt, dass aus der selektiven Anwendung der vielen Pilotprojekte für ein selbstbestimmtes Leben Regelanwendungen werden. "Es gibt viele gute Ideen in der Medizintechnik, die bereits umgesetzt wurden und marktreif sind. Leider stimmen die Rahmenbedingungen für den Einsatz von Digital Health in Deutschland nicht, bürokratische Hürden für den dauerhaften Einsatz sind einfach zu hoch. So wundert es auch nicht, dass viele märkische und Berliner Firmen ihr Geld mit ihren exzellenten Anwendungen noch immer außerhalb Deutschlands verdienen müssen, " konstatiert der E-Health-Experte, der mit seiner Expertise seit 2010 auch im Vorstand des Branchenverbandes der IT-Wirtschaft, SIBB e.V., vertreten ist.



Und so sieht der 50-jährige die Projektbegleitung auch als eine langfristige Arbeit an, "bei der wir in Deutschland ganz dicke Bretter bohren. Ich bin davon überzeugt, dass viele nicht wissen, wie wir die Pflege einfacher machen können und damit auch schneller und im Ergebnis mehr Zeit für den Menschen selbst finden." Für ihn geht es darum, die Produkte auch in Deutschland zu etablieren, "es kann einfach nicht sein, dass deutsche Produkte im Ausland bereits eingesetzt werden und bei uns nicht…" Die Stellschrauben, um auch hier schneller vorwärts zu kommen, sieht er auch in der Gesetzgebung: Vor allem die komplizierten Prozesse und langen Wege für den Einzug von Medizinprodukten und Software in die Regelversorgung gilt es nach seiner Expertise schnell zu reformieren. "Deutschland darf als Land der Innovationen auch beim Thema Digital Health anderen Ländern nicht weiter hinterher hinken, sondern zukünftig eine Vorreiterrolle übernehmen", unterstreicht Stefan Zorn die Dringlichkeit.



Fast täglich als Netzwerker unterwegs zu sein, Vorträge zu halten und Menschen zu überzeugen, kostet viel Kraft und braucht Kontinuität – das weiß Stefan Zorn nur zu gut. Die Energie, am Ball zu bleiben und nicht nachzulassen und auch die kleinen Erfolge feiern zu können, zieht er, wie er sagt, "aus den Menschen selbst, aus persönlichen Kontakten und Feedbacks, die ich bekomme, wenn sich Puzzlestück um Puzzlestück zusammenfügt."



Der nächste Termin steht für Zorn bereits im Kalender. Am 14. September 2015 stellt er auf dem SIBB-Forum Gesundheit in Berlin drei Unternehmen mit drei Produktinnovationen aus der Region für das Gesundheitswesen vor. Dabei geht es um das Monitoring für Herzschrittmacher und implantierbare Defibrillatoren, um den Schutz sensibler Daten im Gesundheitswesen und die papierlose Auftragsverarbeitung tertiärer Bereiche im Krankenhaus. Punkte, die egal ob Nord, Süd, Ost oder West in unserem Land auf der Agenda der Gesundheitseinrichtungen stehen. Bis dahin hält sich der zweifache Vater, der seit 1998 in Falkensee und Dallgow lebt, mit viel und regelmäßigem Sport fit.


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Herr René Ebert (Tel.: 030 / 40 81 91 280), verantwortlich.

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