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Business Process Outsourcing: Beraterszene im Umbruch

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Kostenstruktur der Unternehmen muss konkurrenzfähiger werden




Düsseldorf/Bonn - Das Geschäft mit dem Verlagern und Transformieren ganzer Geschäftsprozesse steckt in Deutschland immer noch in den Kinderschuhen. Fachbegriffe wie "Business Process Outsourcing" (BPO) oder "Business Innovation and Transformation Partner" (BITP) werden in der Beraterszene mehr diskutiert als praktiziert, obwohl man sich vom klassischen Auslagerungsgeschäft wegbewegen möchte. Der Outsourcing-Partner soll mit dem Kunden eine langfristige Partnerschaft eingehen, unternehmerische Mitverantwortung übernehmen und an den Erträgen eines BPO beteiligt werden. "Das Marktpotenzial ist gewaltig, die Marktausschöpfung liegt jedoch derzeit bei weniger als 10 Prozent", so Professor Dietmar Fink von der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg http://www.fh-bonn-rhein-sieg.de .

"In der Automobilbranche allerdings sind Ergebnisverantwortung, langfristige und partnerschaftliche Beziehungen schon längst Realität. Der BPO-Ansatz ist zwar richtig, aber nicht wirklich neu. Befördert wurde diese Entwicklung in den vergangenen Jahren durch den immer höheren Anteil von Elektronikkomponenten beim Automobilbau. Hier sind viele Entwicklungen keine herstellerspezifischen Themen, sondern sie werden in adaptierter Form von jedem Hersteller eingesetzt. Für den einzelnen Autokonzern macht das wirtschaftlich keinen Sinn, das alles in Eigenregie zu entwickeln. Durch den Zugriff auf spezialisierte Hardware- und Softwareentwicklungsunternehmen werden nicht nur die Kosten verringert, sondern gleichzeitig auch die Marktreife der Produkte beschleunigt. Zudem wird die Gefahr der so genannten 'Kinderkrankheiten' neuer Entwicklungen minimiert", erläutert Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.com/de . Unternehmen würden sich auch in anderen Branchen immer stärker an Outsourcing-Dienstleister wenden, die nicht nur bunte PowerPoint-Charts an die Wand werfen oder unverbindliche Strategieempfehlungen geben. "Hier sind externe Firmen gefragt, die bei Technologieprojekten die Entwicklung, Gestaltung und Umsetzung liefern", so die Markterfahrung von Nadolski.

In Deutschland werden sämtliche ausgelagerten Dienstleistungen der Wirtschaft bis 2008 ein Volumen von etwa 35 Milliarden Euro erreichen, ein Markt so groß wie der gesamte deutsche Automobil-Zuliefermarkt. Heute umfasst allein das IT- und Business-Process-Outsourcing bereits ein Volumen von etwa 14 Milliarden Euro jährlich. "Der überwiegende Teil der Unternehmen, die IT-Outsourcing betreiben, lagert nicht ins Ausland aus", so Jörg Menno Harms, Vizepräsident des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) http://www.bitkom.de . Allerdings liege man hierzulande etwa fünf Jahre hinter den USA oder Großbritannien zurück. "Damit verschenkt unser Land wirtschaftliches Gestaltungspotenzial", kritisiert Harms. Der deutsche Markt für IT-Dienstleistungen wird nach Bitkom-Schätzungen in diesem Jahr um 4,5 Prozent auf 29 Milliarden Euro steigen. Das aktuelle E-Business-Barometer des BDI http://www.bdi-online.de nennt zwei Hauptgründe für eine Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern: Zum einen konzentrieren sich die Unternehmen auf ihr Kerngeschäft, zum anderen wollen sie flexibler werden - auch durch eine Reduktion der eigenen Personalstärke.

"Outsourcing ist und bleibt ein Megatrend für alle Wirtschaftszweige und die öffentliche Verwaltung", sagt Harms. Immer mehr Unternehmen werden in Zukunft nur noch die Aufgaben selbst erledigen, die sie nicht günstiger einkaufen können. Alles andere werde durch Partnerschaften co-entwickelt, co-gefertigt und co-vertrieben. "Flexible Organisationsformen und entsprechende Mitarbeiterfähigkeiten sind dabei gefragt. Je bewusster und schneller wir den Anpassungsprozess gestalten, umso größer sind die Chancen für unseren Wirtschaftsstandort", erklärt Harms. Potenzial für die Auslagerung sieht Michael Müller, Geschäftsführer der auf IT-Dienstleistungen spezialisierten a & o-Gruppe http://www.ao-services.de , vor allem bei Serviceleistungen für die sogenannte "letzte Meile": "Unser Konzept, die 'letzte Meile im IT-Service' zu erbringen, adressiert den täglich größer werdenden Nischenmarkt 'Basis-Service durch Fachkräfte'. Dafür ist es notwendig, optimierte Prozesse, eine konkurrenzfähige Kostenstruktur, flexible Service-Level und eine hohe Zuverlässigkeit durch motiviertes Personal zu gewährleisten. Als Voraussetzungen hierfür sind flache Hierarchien, eine flächendeckende Präsenz mit kurzen Anfahrtswegen und ein gut ausgebildetes Personal zwingend notwendig. Zusätzlich sind Verträge mit den wesentlichen Herstellern von Hard- und Software zu unterhalten um volumfängliche IT-Services anbieten zu können und Gewährleistungsabwicklungen vornehmen zu können", betont Müller, dessen Unternehmensgruppe die Siemenstochter Sinitec und Teile von agfaphoto übernommen hatte. Der Markt für Serviceleistungen im IT-Sektor sei international allerdings hart umkämpft.

"Unser Unternehmen beschäftigt qualifizierte Fachkräfte. Leider ist es mittlerweile so, dass Auftraggeber in der Regel nur noch niedrige Skill Levels bezahlen wollen. Ganz klar: Viele wollen bei dem, was sie einem unternehmensunabhängigen IT-Dienstleister zahlen, immer mehr sparen. Für mein Unternehmen gilt das Gleiche wie für viele andere Unternehmen in Deutschland. Eine 35-, 36- oder 37-Stunden-Woche können wir uns nicht leisten. Der Preis für den höheren Anteil an persönlicher Freizeit wäre für manchen bitter. Wer in der heutigen Zeit noch solchen wirklichkeitsfremden Arbeitszeiten nachhängt, riskiert, dass viele Mitarbeiter 100 Prozent Freizeit haben - abgesehen von den obligatorischen Gängen zum Arbeitsamt. An mindestens 40 Stunden in der Woche geht kein Weg vorbei", so Müller, der als Wirtschaftssenator beim Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de aktiv ist.


Web: http://www.ne-na.de


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