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Sepsis - Hauptursache vermeidbarer Todesfälle Global Sepsis Alliance fordert W.H.O. zum Handeln auf

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Ärzte und Organisationen aus über 100 Ländern, einschließlich der Sepsis-Stiftung und des Center for Sepsis Control and Care am Universitätsklinikum Jena, rufen zum gemeinsamen Kampf gegen Sepsis auf.

Noch immer ist Sepsis die Ursache Nummer eins für vermeidbare Todesfälle; dies gilt sowohl in Industrie-, als auch in Entwicklungsländern - Tendenz steigend. Gerichtet ist diese dringende Handlungsaufforderung an die World Health Assembly (W.H.A.), das Entscheidungsgremium der Weltgesundheitsorganisation (W.H.O.). Der von der Global Sepsis Alliance initiierte Aufruf zum Handeln beinhaltet die dringende Bitte, Sepsis 2017 auf die Tagesordnung des jährlichen W.H.A. Treffens der 194 Mitgliedsstaaten der UN zu setzen. Die Initiative erfolgt aus Anlass des ersten Welt-Sepsis-Kongresses, der am 8. und 9. September 2016 im Vorfeld des 5. Welt-Sepsis-Tages (www.world-sepsis-day.org) stattfindet. Die Registrierung ist über den Link www.worldsepsiscongress.org kostenlos möglich. Nahezu 10.000 Organisationen und Einzelpersonen aus aller Welt haben sich bereits für die Online-Konferenz angemeldet.

Sepsis, manchmal auch als ‚Blutvergiftung' bezeichnet, ist ein lebensbedrohlicher medizinischer Notfall, der eintritt, wenn der Körper mit einer überschießenden Entzündungsreaktion auf eine Infektion reagiert. Die Frühzeichen sind zu wenig bekannt und werden oft fehlinterpretiert bzw. nicht ernst genommen. Dies kann fatale Folgen haben. Zu spät behandelt führt Sepsis zu Gewebeschäden, Organversagen und letztlich zum Tod.

"Sepsis ist weltweit eine der häufigsten Todesursachen und gehört zu den wenigen Erkrankungen, die gleichermaßen Menschen in Entwicklungsländern und in Industriestaaten heimsuchen", so Konrad Reinhart, Vorsitzender der Global Sepsis Alliance. "In den entwickelten Industrienationen ist die Sepsis-Rate während der letzten Jahre stetig angestiegen; inzwischen sterben dort mehr Menschen an einer Sepsis als an Darm- und Brustkrebs zusammen. Dabei könnten viele Leben gerettet werden, wenn Sepsis rechtzeitig diagnostiziert und behandelt würde. Doch dafür bräuchte das medizinische Fachpersonal eine bessere Ausbildung. Die Mitarbeiter im Gesundheitswesen sind der entscheidende Faktor bei der Vermeidung, Früherkennung und Behandlung von Sepsis."

Wer ist gefährdet?

Trotz aller Fortschritte in der modernen Medizin ist Sepsis mit Krankenhaussterblichkeitsraten zwischen 30 und 60 Prozent noch immer die Hauptursache für Tod durch Infektionen. Daran ändern auch neue Impfstoffe, Antibiotika und verbesserte Akutbehandlung nichts. In den Entwicklungsländern sind 60 - 80 Prozent aller durch vorzeitiges Versterben verlorenen Lebensjahre durch Sepsis bedingt; jährlich sind mehr als 6 Millionen Neugeborene und Kinder sowie über 100.000 Schwangere bzw. Wöchnerinnen betroffen.

"Besonders gefährdet sind Senioren über 60, Menschen mit chronischen Erkrankungen -Lunge, Niere, Leber - und Patienten, die Medikamente einnehmen, die das Immunsystem schwächen. Außerdem Schwangere, Früh- und Neugeborene. Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko sollten sich deshalb gegen Grippeerreger impfen lassen", erklärt Prof. Reinhart. "Eine Sepsis entwickelt sich sehr schnell und ist immer die Folge einer Infektion. Weiten Teilen der Bevölkerung ist nicht klar, dass die Opfer von Pandemien wie z.B. SARS, Schweinegrippe und Ebola alle letztlich an einer Sepsis gestorben sind."

Sepsiszahlen steigen stetig

In den wenigen Ländern, für die Daten über die Sepsishäufigkeit vorliegen, sind die Sepsis-Fallzahlen stetig gestiegen. Das US-amerikanische Center for Disease Control schätzt, dass die Anzahl der Sepsis-Patienten von 621.000 im Jahr 2000 auf 1.141.000 im Jahr 2008 gestiegen ist. In Deutschland wurde von 2007 -2013 ein Anstieg von 200.000 auf 279.000 registriert.

Der deutsche Bundesgesundheitsminister, Hermann Gröhe, hat seine Amtskollegen auf der ganzen Welt aufgefordert, den Appell an die W.H.A. und die W.H.O. zu unterstützen. Er erklärte öffentlich: "Ich setze mich dafür ein, dass die World Health Assembly im nächsten Jahr eine Resolution zum Thema Sepsis verabschiedet. Diese Resolution würde … dafür sorgen, dass eine umfassende weltweite Datenerhebung zu dieser oft tödlichen Erkrankung durchgeführt wird. Weitere Ziele auf unserer Liste sind: Impfungen von Risikogruppen gegen Infektionskrankheiten, bessere Befolgung von Hygienevorschriften, frühzeitige Diagnose und Behandlung der Sepsis sowie die Reduzierung antimikrobieller Resistenzen durch sachgemäßeren Einsatz von Antibiotika". http://www.worldsepsiscongress.org/message

Verringerung der weltweiten Sepsis-Inzidenz bis 2020

Die Global Sepsis Alliance ihrerseits fordert alle Länder auf, nationale Aktionspläne zu entwickeln, um bis 2020 die folgenden Ziele der Welt-Sepsis-Deklaration zu erreichen:



1) Durch Aufklärungsarbeit im Bereich Hygienemaßnahmen und Hände waschen, bessere Hygienebedingungen bei Entbindungen, die Verbesserung der sanitären Verhältnisse, bessere Ernährung, Bereitstellung von sauberem Wasser und durch Impfprogramme für Risikopatienten in Ressourcen armen Gebieten wird bis zum Jahr 2020 die Sepsis-Häufigkeit um mindestens 20 % gesunken sein.

2) Die Sepsis-Überlebensraten bei Neugeborenen und Kindern sowie bei Erwachsenen werden weltweit durch die Förderung und Umsetzung von Frühwarnsystemen und standardisierten Notfallbehandlungen steigen.

3) Überall auf der Welt wird überwacht, wie lange es dauert, bis Sepsis-Patienten gemäß den internationalen Konsensus-Leitlinien eine Grundversorgung erhalten und mit Antibiotika und intravenöser Flüssigkeitsgabe versorgt werden.

4) Bis 2020 wird die Überlebensrate für Kinder, Neugeborene und Erwachsene verglichen mit den Zahlen von 2012 um weitere 10 Prozent angestiegen sein. Dies wird durch die Einrichtung von Sepsis-Registern überwacht und veranschaulicht.

5) Der Bekanntheitsgrad und das Wissen über Sepsis werden sowohl in der Bevölkerung als auch bei medizinischem Fachpersonal steigen.

6) Bis 2020 werden alle Mitgliedsstaaten Sepsis in die Lehrpläne für medizinisches Personal eingeführt haben. Es wird sichergestellt sein, dass die Behandlung der Sepsis als ein medizinischer Notfall in alle relevanten Curricula von Medizinstudium und Facharztausbildung aufgenommen wird.

7) Der Zugang zu angemessenen Rehabilitationsmaßnahmen wird sich weltweit für alle Patienten verbessert haben. Bis 2020 werden alle Mitgliedsstaaten verbindliche Standards gesetzt und die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt haben, um die Anschlussbehandlung von Sepsis-Patienten nach dem Klinikaufenthalt sicherzustellen.



8) Die Messbarkeit der weltweiten Krankheitslast der Sepsis sowie des Effekts von Kontroll- und Behandlungsinterventionen wird sich signifikant verbessert haben. Die internationale Gemeinschaft wird die Einrichtung eines internationalen Sepsis-Registers anstreben.

Über den 1. Welt-Sepsis-Kongress

Der Kongress bietet seinen Teilnehmern 13 unterschiedliche Sitzungen mit 70 international anerkannten Experten aus 20 Ländern an. Die Bandbreite der Themen ist groß: Von der Prävention über Akutbehandlung und Langzeitfolgen bis hin zur Epidemiologie werden alle Aspekte der Sepsis beleuchtet. Eine Podiumsdiskussion mit Sepsis-Überlebenden und ihren Angehörigen wird sehr persönliche Einblicke in die wenig bekannten Ausprägungen der Sepsis ermöglichen. Das Gesamtprogramm des Online-Kongresses finden Sie hier: http://www.worldsepsiscongress.org/program/



Die Eröffnungssitzung ‚Sepsis - A Global Health Threat' wird am 8. September um 15:30h mit Beiträgen von folgenden Experten stattfinden:

• Dr. Simon Finfer, Professorial Fellow, Critical Care and Trauma Division, The George Institute for Global Health, Sydney, Australien

• Dr. Konrad Reinhart, Senior Professor, Universitätsklinikum Jena, Deutschland und Vorsitzender der Global Sepsis Alliance

• Dr. Niranjan "Tex" Kissoon, Professor Critical Care , British Columbia Children's Hospital, Kanada und stellvertretender Vorsitzender der Global Sepsis Alliance

• Prof. Dr. Helge Braun, Staatsminister, Deutschland

• Dr. Marie-Paule Kieny, Assistant Director-General der W.H.O.

• Achim Steiner, früherer Under-Secretary General UN und Director of United Nations Environment Program

• Joe Kiani, Gründer & CEO der Patient Safety Movement Foundation

• Halima Salisu Kabara, Nigeria, National Association of Nurse Intensivists of Nigeria (NANIN)



Höhepunkte des Welt-Sepsis-Kongresses sind u.a.:

• Herausforderungen der Sepsis-Behandlung in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen

• Umgang mit Pandemien einschließlich der Spanischen Grippe 1918, H1N1 und Ebola

• Krankheitslast der Sepsis bei Kindern und Müttern

• Rolle von Impfungen bei der Prävention von Influenza und Pneumonie

• Gesundheit und Wohlbefinden von Menschen, die Sepsis-Patienten pflegen: Podiumsdiskussion mit Familienangehörigen

• Herausforderungen antimikrobieller Resistenzen

• Sepsis tötet: Frühe Behandlung rettet Leben

• Funktionelle Einschränkungen nach Sepsis

• ITS-bedingte Posttraumatische Belastungsstörungen



Viele Prominente wie z.B. Muhammad Ali, Christopher Reeve, Rudolf Augstein, Fürst Rainier von Monaco, Papst Johannes Paul II, Patty Duke, Robert Palmer, Nathalie Cole, Roy Scheider, Mutter Theresa, Christian Brando, Jeff Conaway, Jim Henson, Brittany Murphy, Leslie Nielson, Lawrence Welk, Rita McNeil und Anna Nicole Smith, um nur einige wenige zu nennen, starben alle an einer Sepsis, aber nur ganz selten wurde Sepsis als Todesursache benannt.



Pressevertreter sind herzlich eingeladen, am Welt-Sepsis-Kongress teilzunehmen. Interviews mit führenden Experten sowie mit Sepsis-Überlebenden und ihren Angehörigen können auf Wunsch vermittelt werden.



Prof. K. Reinhart

Chairman GSA/ Vorsitzender Sepsis-Stiftung

Universitätsklinikum Jena

Konrad.Reinhart@med.uni-jena.de

Tel. 0171 7535823


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Herr Holger Ruchatz (Tel.: 036419323138), verantwortlich.

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Unternehmensprofil: Sepsis Stiftung


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