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„Silver Generation“ mit 344,94 Euro im Monat – Der Altersarmut ein Gesicht geben

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Bonn/Schönau - Seit der demographische Wandel als Medienphänomen durch den Blätterwald rauscht, haben Wirtschaft und Werbung wieder die Senioren entdeckt. Sie gelten als „Silver Generation“ mit einem ordentlichen Batzen Geld auf dem Bankkonto und der ungebrochenen Lust auf Luxus und Konsum. Keine Frage: Insgesamt ging es den über 60-jährigen noch nie so gut wie heute. Doch wie so oft empfiehlt sich auch hier die Differenzierung: Nicht alle Alten leben in Saus und Braus und letztlich auf Kosten der Jungen. Manchmal hilft der Blick auf Einzelschicksale. Im aktuellen Newsletter des Netzwerkes Hausfrauenrevolution http://www.hausfrauenrevolution.com von Anja Wagner und Marie Theres Kroetz-Relin http://www.marie-theres.com gibt Erika Weder der Altersarmut http://hausfrauenrevolution.com/html/modules/wfsection/article.php?articleid=360 ein Gesicht. Ihr Bericht beginnt mit einem Paukenschlag: „Ich bin 60 Jahre alt und erhalte eine Witwenrente von 344,94 Euro im Monat.“

Ihr Mann hatte zwar einen guten Beruf, er war erst Koch, machte dann den Küchenmeister und war selten ohne Arbeit. Doch insbesondere in früheren Zeiten wurden Frauen gern „dumm“ gehalten, wenn es um die Finanzen des eigenen Gatten ging: „Bevor wir uns kennen lernten, war er 15 Jahre zur See gefahren, nur sporadisch angemeldet und wenn er sich im Ausland aufhielt, wurde gar keine Sozialversicherung bezahlt. Die letzten 22 Jahre war er in München in verschiedenen Restaurants als Küchenchef beschäftigt, aber immer mit dem gleichen Chef. Was ich nicht wusste: Mein Mann war nur zum niedrigsten Tarif angemeldet, der Rest wurde ihm schwarz ausbezahlt. Ich hatte mich immer gewundert, dass beim Lohnsteuerjahresausgleich so wenig raus kam. Schließlich konnte er den zweiten Wohnsitz und die Heimfahrten, hin und zurück - 240 km - geltend machen. Den Ausgleich machte der Rechtsanwalt der Firma. Das alles erfuhr ich im Nachhinein, als nichts mehr zu ändern war.“

Ohne Wissen seiner Frau beantragte ihr Mann mit knapp 58 Jahren die Frührente. Wegen gesundheitlicher Probleme war ihm die Küchenarbeit nicht mehr möglich. Schließlich erhielt das Ehepaar nach Aussage der Autorin noch 575 Euro im Monat Rente. Und das Schicksal schlug noch einmal zu: „ Mein Mann hatte mir immer erzählt, dass er uns alle überleben würde. Er war 60 Jahre alt, als er morgens tot auf der Couch saß. Es dauerte nicht lang, bis ich Bescheid von der Landesversicherungsanstalt bekam, ich hätte Anspruch auf eine Witwenrente von 344,94 Euro im Monat.“

Die damalige Miete belief sich auf 500 Euro, was den Gang zum Sozialamt fällig machte. Um überleben zu können, bezahlte das Sozialamt die so genannte „Grundsicherung“ von 307,05 Euro. Ohne die finanzielle Unterstützung der Kinder läuft nichts. Für Steuern und Versicherungen hat die ganze Familie zusammengelegt. Die Zukunftsaussichten seien nicht eben rosig: „Wenn meine eigene Rente fällig wird, bekomme ich 214 Euro im Monat. Die werden aber sofort von der ‚Grundsicherung’“ abgezogen, denn ich habe nur Anspruch auf 650 Euro im Monat! Dabei liegt die offizielle Armutsgrenze bei etwa 856 Euro.“

Die Autorin hat vier Kinder großgezogen und nur sporadisch arbeiten können, sie hatte weder Oma noch Tante greifbar, die ihr mal die Kinder abgenommen hätten. Als das letzte Kind aus dem Gröbsten heraus gewesen sei, sei sie so krank gewesen, dass sie nicht mehr fähig gewesen sei, eine Arbeitsstelle anzutreten. Erika Weder ist auch eine Angehörige der Silver Generation.



Web: http://www.ne-na.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Paul Humberg, verantwortlich.

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