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Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt

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Die Krisenstimmung an den Börsen rund um den Globus hält an. Weltweit befinden sich die Aktienmärkte auf Talfahrt und das Vertrauen der Anleger schwindet zusehends. Wer nicht zu den Verlierern der sich immer mehr ausweitenden und an Dynamik gewinnenden Finanzkrise werden will, sollte seine Vermögensanlagen dringend auf den Prüfstand stellen und dabei die Hilfe erfahrener Experten in Anspruch nehmen.

Der vergangene Montag war ein schwarzer Tag für die Börse: Nachdem am Wochenende mit der Pleite bzw. Übernahme zwei der weltweit größten Investmentbanken und der gravierenden Schieflage eines der weltgrößten Versicherers gleich drei Hiobsbotschaften den Finanzsektor erschütterten, gingen die Aktienmärkte zu Handelsbeginn rund um den Globus auf Talfahrt: In London, Zürich, Madrid und Mailand knickten die Aktienindizes um über vier Prozent ein, während der Pariser Leitindex CAC40 sogar über fünf Prozent verlor. Auch das deutsche Leitbarometer blieb von dem Abwärtstrend nicht verschont. Der DAX büßte rund vier Prozent ein und notierte mit 5.859 Zählern zum ersten Mal seit Oktober 2006 wieder unter 6.000 Punkten und damit auf dem tiefsten Stand seit zwei Jahren. Der Stoxx50 sackte um 4,9 Prozent auf 2.719 Punkte ab.
Auch an den Folgetagen von Entspannung an den Finanzmärkten keine Spur. Während sich am gestrigen Dienstag langsam die Erkenntnis durchsetzte, dass die Lehman-Pleite durchaus kein rein amerikanisches Problem ist, da sie den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) mit voraussichtlich 6 Milliarden belasten wird und auch die ohnehin bereits krisengeschüttelte KfW-Bank mit einem dreistelligen Millionenbetrag bei Lehman engagiert war, stand der heutige Mittwoch ganz im Zeichen der faktischen Übernahme eines der weltgrößten Versicherers AIG durch die US-Notenbank, welche dem insolventbedrohten Versicherungsgiganten mit stolzen 85 Mrd. Dollar unter die Arme greifen mußte.

Finanzwerte unter Druck
Vor allem die Finanzwerte standen unter Druck, nachdem Lehman Brothers am Montagmorgen an der Wall Street Gläubigerschutz beantragt hatte. In Frankfurt brachen daraufhin die Aktien der viertgrößte US-Investmentbank um über 88 Prozent auf rund 28 Euro-Cent ein. Und auch die Papiere der Bank of America (BoA) verloren fast zwölf Prozent, nachdem die Bank die Übernahme der ebenfalls konkursbedrohten Bank Merrill Lynch verkündet hatte.
Ordentlich Federn lassen musste bereits am Montag auch die AIG, nachdem deren Vorstand die us-amerikanische Notenbank Fed am Wochenende um eine kurzfristige Finanzspritze gebeten hatte. Bereits im vorbörslichen Handel brach die AIG-Aktie an der New Yorker Börse um 34 Prozent ein. Nach Eröffnung stürzte der Aktienkurs dann um weitere 45 Prozent ab. Immerhin hatten sich dort in den letzten drei Quartalen die Abschreibungen unterm Strich auf über 18 Milliarden Dollar summierten. Ob die 85 Mio. Dollar-Spritze der Fed ausreicht, den angeschlagenen Giganten zu stabilisieren, bleibt ungewiss.

Notenbanken pumpen Milliardensummen in Geldmarkt
In einer ersten Reaktion auf den Zusammenbruch der bedeutenden Geldhäuser und einer sich immer stärker abzeichnenden Krise auf dem Finanzsektor haben Notenbanken weltweit Milliardensummen in den Geldmarkt gepumpt, um ein Funktionieren des Geldmarktes zu gewährleisten. So pumpte am Montag z.B. allein die britische Notenbank fünf Milliarden Pfund in den Markt und auch die schweizerische Notenbank stellte Geld zur Verfügung, während die Fed bereits am Sonntag ankündigte, zum ersten Mal in ihrer 90-jährigen Geschichte Aktien als Sicherheiten für Zentralbankgeld anzunehmen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) stand dem in nichts nach und stellte am Montag zusätzliche 30 Milliarden Euro bereit, um den Bedarf der Banken an Bargeld zu decken. Auch hier überstieg die Nachfrage das Angebot deutlich: Insgesamt wurden Anträge über mehr als 90 Milliarden Euro eingereicht, wie Reuters berichtet. Doch damit nicht genug: Heute teilte die EZB mit, dass sie dem Geldmarkt erneut zusätzliche 70 Milliarden Euro Liquidität zur Verfügung stellen will – während der Bedarf bereits auf weitere 102 Milliarden Euro angewachsen ist, wie die Frankfurter Währungshüter am Dienstag mitteilten.
Und auch asiatische Zentralbanken sind im Hinblick auf Finanzspritzen mit von der Partie: Nachdem die asiatischen Börsen am Dienstag deutlich ins Minus rutschten, haben auch die Zentralbanken von Japan, Indien und Australien Milliardensummen in die Geldmärkte gepumpt. Während Japan mit einer Geldspritze von umgerechnet fast zehn Milliarden Euro dem Markt so viel Barmittel zu wie seit fast sechs Monaten nicht mehr zuführte, steuerten die Zentralbanken von Australien und Indien jeweils rund eine Milliarde Euro bei. Zudem erklärten sich auch Hongkong, Südkorea und Taiwan zum Handeln bereit.

Obwohl die Finanzkrise bereits seit über einem Jahr Thema ist, hat sie ihren Zenith noch nicht erreicht, meint Hyun Song Shin, Professor der Ökonomie an der Princeton Universität. Was ihren Status Quo angeht, zeichnete er am Rande des jährlichen, 2-tägigen Ökonomie-Seminars, das die Fed in Wyoming veranstaltete, ein düsteres Bild, wie der zum Wall Street Journal gehörende Nachrichtendienst MarketWatch berichtet. Shin zufolge sei die Finanzkrise dabei, eine neue Ebene zu erreichen, an deren Ende voraussichtlich Kreditverluste in Höhe von über einer Billion US-Dollar stünden. Dies wäre eine Verdoppelung des aktuellen Standes, wo sich die Verluste auf rund 500 Milliarden Dollar summieren.
Hintergrund für das düstere Szenario ist Shin zufolge die Tatsache, dass die Krise mittlerweile auf die Realwirtschaft übergesprungen sei und sich damit auch auf Kreditkarten, Konsumenten und Geschäftsschulden ausgeweitet habe. In der Summe würden diese mit den durch Hypotheken erzielten Verluste mindestens gleichziehen, oder diese sogar noch übertreffen. „Wir sind im Hinblick auf die Krise wahrscheinlich auf halber Strecke", sagte Shin gegenüber MarketWatch. Nachdem man die erste Phase durchlaufen habe, befände man sich gegenwärtig in der zweiten. „Die eigentliche Crux ist, inwieweit das Prime-Hypothekensegment betroffen sein wird. Und das hängt davon ab, wie weit die Hauspreise noch fallen", so der Professor.
Mit seiner düsteren Prognose schätzt Shin die Lage ähnlich ein, wie der Internationale Währungsfonds (IWF), der die Summe der durch die Finanzkrise eingefahrenen Verluste vor einiger Zeit auf 945 Milliarden Dollar bezifferte, was Shin zufolge eine realistische Hausnummer sei, wenngleich wahrscheinlich noch auf zu niedriger Ebene angesetzt.
Weltweit warnen Experten davor, die Gefahren nicht zu unterschätzen, oder – wie von vielen Politikern praktiziert – bewußt klein zu reden. "Wir haben es aktuell aller Voraussicht nach nicht mit einer der üblichen Dellen im ständigen Auf- und Ab der Märkte zu tun, sondern mit einer in dieser Konstellation völlig neuartigen und vermutlich langfristigen Abwärtsentwicklung. Alte Binsenweisheiten nach dem Motto "Kaufen, wenn die Kanonen donnern", könnten sich hier durchaus als die falsche Entscheidung herausstellen.", warnt Klaus J. Pitter-Kilfitt, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes procon e.V. Weil sie sich an "teilweise überholte Patentrezepte" klammerten, so Pitter-Kilfitt, haben bereits beim Zusammenbruch des Neuen Marktes etliche Anleger "viel Lehrgeld bezahlt".

Flucht aus Aktienfonds
Infolge der Turbulenzen an den Weltmärken leiden Aktienfonds derzeit unter deutlichen Mittelabflüssen. Dies drückt die Stimmung an den Börsen noch weiter – eine gefährliche Spirale!
Das Interesse und Vertrauen privater Anleger an und in Aktien schwindet mehr und mehr. Das illustrieren der jüngste Stimmungsindex der Commerzbank-Investmentgesellschaft Cominvest sowie die aktuellen Netto-Rückgaben von Fonds durch Privatanleger.
Zum Stimmungsbild passen auch die Netto-Rückgaben von Aktienfonds durch private und institutionelle Anleger. Die Investoren zogen laut Fondsverband BVI allein im Juni diesen Jahres aus Publikums-Aktienfonds knapp 3,7 Mrd. Euro an Kapital ab.
Auch der gesamte Publikumsfondsabsatz lag in diesem Zeitraum mit einem Minus von 5,6 Mrd. Euro weit in den roten Zahlen. Ein solch niedriges Niveau war zuletzt vor vier Jahren erreicht worden. Einen maßgeblichen Beitrag zur schlechten Bilanz lieferten neben den Zahlen aus dem Aktienbereich auch die Abgänge aus Renten- und Geldmarktfonds in Höhe von 2,0 bzw. 2,4 Mrd. Euro.
Der Abfluss dieser Summen ging jedoch keineswegs in den Konsum. Ganz im Gegenteil: Die Deutschen haben wegen der schlechten Beurteilung der wirtschaftlichen Rahmendaten und der Unsicherheit über ihr persönliche Zukunft in letzter Zeit ihre Sparquote sogar deutlich erhöht. Investiert wird derzeit allerdings vorrangig in als sicher geltende Anlagen.

Krise in der Politik angekommen
Selbst in der Politik, deren Protagonisten die Gefahren lange Zeit heruntergespielt und die Situation schön zu reden versucht haben, ist die massive Problematik offenbar zwischenzeitlich angekommen.
Finanzminister Peer Steinbrück bezeichnete die gegenwärtige Krise jüngst im Bundestag als die "weltweit schwerste seit Jahrzehnten": "Was wir auf den Finanzmärkten erleben, ist atemberaubend und zerstört bei vielen Menschen den Glauben in die Integrität und Stabilität des Finanzsektors." Dass die Finanzmarktkrise Auswirkungen auf die Realwirtschaft habe, sei "ebenso klar".

Der Bundesverband procon e.V. warnt bereits seit dem Herbst letzten Jahres vor den Gefahren im Zusammenhang mit der US-Immobilienkrise und ihren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Seitem haben sowohl der deutsche Aktienindex DAX als auch der internationale Leitindex MSCI World über 25% ihres Wertes eingebüßt.
Insbesondere stark in Aktienfonds investierte Anleger sollten sich daher dringend Gedanken über eine Umschichtung ihres Portfolios machen und dabei erfahrene Experten zu Rate ziehen.


Wer ist procon ?
Der 1996 gegründete Bundesverband verbraucherorientierter Wirtschaftsberatungsunternehmen - procon e.V. befasst sich schwerpunktmäßig mit der Qualifikation von Finanzdienstleistern sowie der Analyse und Bewertung von Finanzdienstleistungen.
Bereits seit 1996 engagiert sich der Verband unter anderem für ein einheitliches Berufsbild und gesetzliche Qualifizierungs-Maßstäbe für Finanzdienstleister, wie sie seit 2007 zumindest teilweise vom Gesetzgeber umgesetzt wurden. Neben seinem Engagement in verschiedenen Gremien und der Mitwirkung an der Entwicklung verbraucherfreundlicher und praxisorientierter Ausbildungs- und Prüfungsinhalte, hat der Verband über die hauseigene procon-akademie bereits vor der Einführung gesetzlicher Regelungen die Qualifizierung von Beratern und Vermittlern im Finanzdienstleistungsgeschäft maßgeblich vorangetrieben.
Darüber hinaus hat der Verband maßgeblich an zahlreichen Innovationen im Versicherungs- und Anlagebereich mitgewirkt, welche – meist in Form vorteilhafter Rahmenverträge über die Verbrauchervereinigung Förderclub procon e.V. – exklusiv von ausgesuchten und hochqualifizierten Maklerunternehmen angeboten werden.
Weitere Informationen unter http://www.bundesverband-procon.de


Web: http://www.bundesverband-procon.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Klaus J. Pitter-Kilfitt, verantwortlich.

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